Ein Paradoxon


(nmz) -

Musik ist ein Versprechen, keine Erfüllung. Jedes neue Werk verspricht Komponisten, Musikern und Hörern Erfüllung, obwohl es selbst nur Ausdruck der alten Sehnsucht danach ist. Dennoch folgt aus der Arbeit an Musik und dem Hören von Musik nicht zwangsläufig Enttäuschung. Tatsächlich sprechen die vielen Uraufführungen eine andere Sprache.

Ein Artikel von Rainer Nonnenmann

Es scheint, als ob es bereits Erfüllung genug wäre, zumindest der Sehnsucht nach Erfüllung musikalischen Ausdruck gegeben und diesen Ruf im Konzert vernommen zu haben. Wer wüsste schließlich eine Antwort auf die Frage, nach was man sich sehnt, wenn man Musik hört, gar Neue Musik? Die Internationale Gaudeamus Musikwoche Amsterdam verspricht vom 3. bis 10. September zwanzig neue Werke aus ihrem jährlichen Wettbewerb für junge Komponisten. Das Bonner Beethovenfest bringt am 12. und 30. September neue „Beethoven-Skizzen“ von Johannes Harneit und Michael Gordons „Rewriting Beethoven’s 7th Symphony“ sowie Uraufführungen von Wladimir Tarnopolski und Robert HP Platz. Das Festival Rümlingen steht am 9. und 10. September unter dem Motto „Wasserdichte Kammermusik“ und bietet ein Dutzend neue Stücke vor allem von Schweizer Komponisten. In Anton Weberns Sterbeort Mittersill im Salzkammergut sind am 10. September neue Stücke von Burkhard Friedrich, Bernhard Gander, Da-niel Salecich und Hannes Galette Seidl zu hören.

Die Klangspuren Schwaz in Tirol bringen vom 14. bis 30. September über zwanzig Uraufführungen vorwiegend tschechischer und österreichischer Komponisten und zeitgleich präsentiert der Warschauer Herbst vom 22. bis 30. September knapp zehn weitere Uraufführungen vorwiegend polnischer Komponisten.

Ewig lockt auch die Idee von Hauptwerk und Großem Recht: Andrea Lorenzo Scartazzini komponierte für das Theater Erfurt das Musiktheater „Wut“ (9. September). Am 15. September ist im Museum für Angewandte Kunst Köln die digitale Oper „Beguiling Orpheus“ von Gleb Choutov, Maxim Tyminko und Maja Ilic zu erleben, am 20. September die Multimedia-Oper „Jenseits der Schatten“ von Wladimir Tarnopolski in der Bundeskunsthalle Bonn

Weitere Uraufführungen:
2., 10., 13.9.: Hanspeter Kyburz, Beat Furrer, Ruben Severre Gjersten, neue Werke, Lucerne Festival
6., 11., 16., 19.9.: Moritz Eggert, Helle Nächte, Theater Hagen
7.9.: Wolfgang Rihm, Vigilia für Sänger, Orgel und Ensemble, Musikfest Berlin
11.9.: H. Johannes Wallmann, Glocken-Requiem XXI, kleine konzertante Fassung, Stadtkirche Darmstadt
12.9.: Johannes Harneit, Beethoven- Skizzen, Beethovenhalle Bonn
14.9.: Manfred Trojahn, Prolog zu Merlin für Orch., Tonhalle Düsseldorf
15.9.: Pèter Köszeghy, Secret Book, Schreyahner Herbst
17.9.: Kaija Saariaho, Adriana Songs, Auftakt-Festival Alte Oper Frankfurt
27.9.: Robert HP Platz, Horizont Architektur Kern für Violine, Tonband und Orchester, Beethovenhalle Bonn
30.9.: Michael Gordon, Rewriting Beethoven’s 7th Symphony, Beethovenhalle Bonn

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