Erkunder unbekannten Terrains

Beat Furrer erhält den Ernst von Siemens Musikpreis 2018


(nmz) -
Der mit 250.000 Euro dotierte Ernst von Siemens Musikpreis geht 2018 an den österreichisch-schweizerischen Komponisten Beat Furrer. Dies teilte die Ernst von Siemens Musikstiftung mit, die in diesem Jahr ingesamt über 3,5 Millionen Euro an Preis- und Fördergeldern vergibt und deren Kuratorium Furrer einige Jahre selbst angehörte. In der Begründung heißt es unter anderem:
Ein Artikel von nmz-red

„Beat Furrer gestaltet seit vielen Jahren die musikalische Gegenwart auf die eindrücklichste Art und Weise. Sein Einfluss auf jüngere Generationen von Komponisten und Interpreten ist enorm. Seiner eigenen Klangsprache stets unverkennbar treu bleibend, reproduziert Furrer niemals Erprobtes sondern führt musikalische Ideen mit jedem neuen Werk einen Schritt weiter und erkundet unbekanntes ästhetisches Terrain.

Furrer wächst im schweizerischen Schaffhausen auf, wo er ersten Musikunterricht am Klavier erhält. Nach seinem Umzug nach Wien 1975 wird er an der dortigen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Schüler von Roman Haubenstock-Ramati und studiert Dirigieren bei Otmar Suitner. Auch Luigi Nono hat maßgeblichen Einfluss auf den Kompositionsstudenten. Seinen musikalischen Gestaltungswillen setzt Beat Furrer konsequent mit der Gründung eines Ensembles für zeitgenössische Musik um, der Société de l’art acoustique, das er 1985 mit dem Verleger und Unternehmer Viktor Liberda ins Leben ruft. Seit 1988 tritt das Ensemble unter dem Namen Klangforum Wien auf, mit dem es sich zu Weltruhm gespielt hat. Furrer leitet das Klangforum Wien bis 1992 und ist ihm bis heute als Dirigent eng verbunden. Trotz der enormen Produktivität, die Furrer als Komponist an den Tag legt, ist Beat Furrer passionierter Lehrer. Zum Herbst 1991 nimmt er eine Professur für Komposition an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Graz an. Von 2006 bis 2009 ist er Gastprofessor für Komposition an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main.

Ende der 1990er-Jahre gründet Beat Furrer gemeinsam mit Ernst Kovacic ‚impuls. Internationale Ensemble- und Komponistenakademie für zeitgenössische Musik‘ in Graz. Parallel dazu entstehen wichtige Werke wie das Musiktheater ‚Begehren‘ (2001/2003) und ‚Orpheus‘ Bücher‘ für Chor und Orchester für den Steirischen Herbst und die Donaueschinger Musiktage. Sein Musiktheater ‚Fama‘ wurde 2005 ebenfalls in Donaueschingen begeistert aufgenommen und seither weltweit wiederaufgeführt. Beat Furrer erhielt für das Werk den Goldenen Löwen der Biennale Venedig 2006. Außerdem wurde er 2014 mit dem Großen Österreichischen Staatspreis ausgezeichnet.

Derzeit steht Furrers jüngste Opernpartitur kurz vor dem Abschluss – ‚Violetter Schnee‘ nach einem Libretto von Händl Klaus, basierend auf einer Vorlage des russischen Schriftstellers Vladimir Sorokin.“

Die Preisverleihung findet am 3. Mai 2018 im Münchner Prinzregenten-theater statt.

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