Geigerische Trink-Zeremonien

Tee, Prosecco und Rachenputzer für Violine


(nmz) -
Christine Galka: Geige spielen­ – Eine Einführung für neugierige Erwachsene – Play Rachmaninoff
Ein Artikel von Katharina Apostolidis

Christine Galka: Geige spielen­ – Eine Einführung für neugierige Erwachsene, Band 1, Edition Peters 2010, Nr. 11267A

Motivierende, aber methodisch und layoutmäßig durchaus konservativ aufgemachte Violinschule mit Stücken aus drei Jahrhunderten und Liedern aus aller Welt. Besonders hervorzuheben ist die Teezeremonie in Kyoto, bei der geigerisch das Bringen der Teeschale dargestellt und wie mit dem Bambusbesen der Tee in der Schale geschlagen wird, sowie das Einschenken und Ausklingen der Zeremonie. Von Anfang an sind alle Stücke im Buch zweistimmig ausgelegt, so dass der Lehrer mitspielen kann, für einige Stücke ist auch eine Klavierbegleitung beigefügt. Anfänger werden step by step mit den Grundlagen des Geigespiels vertraut, wie man die Tasse, pardon, den Bogen hält, und Ähnliches. Wiedereinsteiger können mit den Stücken beginnen, die ihrem Kenntnisstand entsprechen.

Rhythmische Neuheiten wie Sechzehntelnoten werden nicht erklärt, dies bleibt wohl dem Lehrer überlassen. Den Schluss bildet der „Geigencoach“. Viele Tipps in jedem Kapitel unterstützen das Üben, spätestens hierbei kann sich der Lehrer für einen entspann­ten Schluck Tee zurückziehen, denn es wird ihm schon die meiste Arbeit abgenommen. Insgesamt eine hilfreiche Ausgabe, weil viele herkömmliche Geigenschulen doch eher auf Kinder abgestimmt sind und sich Erwachsene nicht „artgerecht“ angesprochen fühlen.

Play Rachmaninoff: arr. von Hywel Davies, Boosey & Hawkes London 2010, Ad 452

Elf bekannte Stücke von Rachmaninoff mit einer Mitspiel-CD. Darunter Ausschnitte aus drei Klavierkonzerten, zwei Sinfonien und Präludien, und natürlich geht’s nicht ohne Vocalise. Für Geigenspieler, die diesen facettenreichen Komponisten kennenlernen möchten, eine inspirierende Ausgabe. Um sich den Namen zu merken, verkündete ein Schüler den Spruch: Putzt beim Schlucken den Rachen, Mann …

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