In Präsenz und mit Brillanz

Drei Duos teilen sich den „WDR 3 Klassikpreis der Stadt Münster“


(nmz) -
Das Wetter meinte es gut mit den Beteiligten, als am 25. September an der Westfälischen Schule für Musik in Münster um den traditionsreichen „WDR 3 Klassikpreis der Stadt Münster“ musiziert wurde. Denn die bundesweiten Hygienevorgaben aufgrund der Corona-Pandemie machten auch im Falle dieses exklusiven Wettbewerbs, der erfreulicherweise in Präsenz durchgeführt werden konnte, noch immer starke Regulierungsmaßnahmen für Zuschauer*innen und Begleitpersonen nötig und sorgten für umfassende Raumbelüftungskonzepte.
Ein Artikel von Jugend musiziert

Faktisch trug all dies jedoch zu einem zeitlich entzerrten, und damit entspannt verlaufenden Wettbewerb bei, an dem sich in diesem Jahr eine erfreulich hohe Anzahl von Nachwuchsmusikerinnen und -musikern beteiligte: acht Duos in der Besetzung Klavier und ein Streichinstrument, eines in der Besetzung Klavier vierhändig. Fünf der Duos kamen aus Baden-Württemberg, je eines aus Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Hamburg, und eines mit je einem Musiker aus Sachsen und Berlin. Einmal mehr bewies der „Klassikpreis“ damit seine bundesweite Anziehungskraft. Denn dieser hochdotierte Sonderpreis stellt an die Bewerber*innen hohe Anforderungen. Er wird für die beste Interpretation eines Meisterwerkes der erweiterten deutsch-österreichischen klassischen Tradition verliehen. Aus diesem Grund kommen nur Originalwerke in Frage, die vollständig vorgetragen werden müssen. Die besondere Herausforderung besteht hier in der künstlerischen Durchdringung, der interpretatorischen Leistung und im Durchhalten des Spannungsbogens über die Gesamtdauer des Vortrags. Zur Teilnahme bewerben können sich nur Bundespreisträgerinnen und –preisträger, die im vorausgegangenen Bundeswettbewerb eine hohe Bewertung durch die Jury erhalten hatten. Der „Klassikpreis“ genießt bundesweit hohes Ansehen, nicht nur aufgrund seiner attraktiven Dotierung von 6.000 Euro, die die Stadt Münster und WDR 3 seit 30 Jahren gemeinsam und zu gleichen Teilen ausloben. Mit dem „Klassikpreis“ verbunden ist außerdem ein Konzert zum Abschluss des Wettbewerbswochenendes, das von WDR 3 mitgeschnitten und ausgestrahlt wird.

Der Wettbewerbstag begann am Morgen des 25. September im Mozartfoyer der Westfälischen Schule für Musik mit dem ersten Beitrag, und schon da war zu spüren, wie sehr sich alle freuten, einander in Präsenz zuhören, miteinander sprechen und sich austauschen zu können. Die Jury des „WDR 3 Klassikpreises der Stadt Münster“ unter ihrem Vorsitzenden Prof. Ulrich Rademacher, mit Dr. Michael Breugst, Prof. Elisabeth Fürniss, Friedrun Vollmer und Prof. Reinhart von Gutzeit nutzte nicht nur diese Möglichkeit für Beratungen rund um die Preisvergabe. Auch am Abend, nach der Bekanntgabe der Preisträgerinnen und Preisträger, gab es die Gelegenheit intensiver und zwangloser Gespräche zwischen den Mitgliedern der Jury und den jungen Musiker*innen. Die Ergebnisbekanntgabe fand im Freien statt, vor den Türen der Westfälischen Schule für Musik verkündete der Juryvorsitzende die Ergebnisse:

Den diesjährigen WDR 3 Klassikpreis der Stadt Münster teilen sich drei Duos, die sich alle mit einer Beethoven-Sonate vorgestellt hatten: Anouk-Minou Toth (Violoncello) und Manoush Ruken Toth (Klavier), beide aus Baden-Würt­temberg, mit der Sonate Nr. 1. F-Dur, op 5,1, Marie Veronica Helling (Violine) und Clara Mandler (Klavier), ebenfalls aus Baden-Württemberg mit der Sonate Nr. 3 Es-Dur, op 12,3, sowie das Duo Leonard Toschev (Violine) aus Leipzig und Simon Haje (Klavier) aus Berlin mit der Sonate Nr. 7 c-Moll, op. 30,2.

Im Rahmen des Matineekonzerts am 26. September um 11 Uhr in der Westfälischen Schule für Musik waren sie alle nochmals mit ihrem Beethoven-Programm zu hören. Urkunden erhielten die sechs Musikerinnen und Musiker aus den Händen der Direktorin der Westfälischen Schule für Musik, Friedrun Vollmer, die die Stadt Münster repräsentierte und durch Dr. Michael Breugst für den WDR. Das Konzert wurde am 18. Oktober um 20.04 Uhr in WDR 3 ausgestrahlt, und ist danach noch 30 Tage abrufbar.

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