Keine Wünsche übrig – „Schumannia“

Packende CD-Veröffentlichung des Duos Guido Schiefen und Markus Kreul


(nmz) -
Neben dem Original-Repertoire Robert Schumanns für Cello und Klavier, den „5 Stücken im Volkston“ op. 102, haben sich die ursprünglich für Blasinstrumente komponierten Fantasiestücke op. 73, das Adagio und Allegro op. 70 sowie die Romanzen op. 94 längst im Konzertleben etabliert.
Ein Artikel von Wolfram Graf

Dieses Quasi-Gesamtwerk legten der Cellist Guido Schiefen und der Pianist Markus Kreul in einer Neueinspielung vor, die sie mit einigen Liedtranskriptionen ergänzten. Dieselben wären besser als Block in sich vorgestellt worden, anstatt die Hauptwerke stellenweise aufzulockern, was aus der Sicht des Rezensenten vielleicht als einziger Punkt dieser Scheibe zu kritisieren ist. Gleichwohl ist natürlich die dadurch gegebene akustische Neuerfahrung solch berühmter Lieder wie „Mondnacht“ oder „Widmung“ durch die wunderbar kantable Herangehensweise Schiefens in der Solostimme von besonderem Reiz. Mit ihrem hervorragenden Zusammenspiel und einer musikalisch hochkarätigen Interpretation zeigt das Duo dabei, wie packend Schumanns Musik auch heute noch sein kann. Dabei zeichnen sich die Aufnahmen, neben der durchwegs selbstverständlich klingenden technischen Souveränität, besonders durch eine plausible Hörbarmachung der strukturellen kompositorischen Linien und harmonischen Fortführungen Schumann’scher Diktion aus. Binnenstimmen im Klavierpart, stimmiges Vor- und Zurückgehen im dynamischen Dialog beider Instrumente werden den hochwertigen Kompositionen in hohem Maße gerecht. Wie bei Dabringhaus und Grimm gewohnt, hat man es mit einer klanglich hervorragenden Einspielung zu tun, die für eine Stunde zurückgelehnten Hörgenusses keine Wünsche übrig lässt. Eine gleichsam aufregende wie wohltuende CD, nicht nur für Schumann-Fans sehr empfehlenswert.

Schumannia; Guido Schiefen – Violoncello, Markus Kreul – Klavier. Musikproduktion Dabringhaus und Grimm MDG 903 1971-6

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