Kölner MaerzMusik


(nmz) -

Das Festival für aktuelle Musik „MaerzMusik“ spielt dieses Jahr nicht wie sonst in Berlin, oder jedenfalls nicht ausschließlich dort. Auch die einstige Welthauptstadt der neuen Musik nach dem Zweiten Weltkrieg Köln hat anderes als nur Kleinkrieg, Klüngel, Kirchen, Karneval zu bieten. Das beweisen diesen Monat die Konzertprogramme mehrerer Kölner Institutionen, Spielstätten und Ensembles, die unabhängig voneinander über die Stadt verteilt ein veritables neue Musik-Festival veranstalten, das nur deshalb wenig überregionale und kaum internationale Ausstrahlung erreicht, da es nicht als eine Großveranstaltung beworben und berichtet wird.
Den Anfang macht das seit drei Jahren in Köln ansässige Landesensemble musikFabrik NRW mit einem weiteren Konzert im Rahmen seiner Reihe im großen Sendesaal des WDR, bei dem am 3. März erstmals Philippe Boesmans „Sextuor à clavier“ und die Neufassung von Richard Barretts „Illumier les temps“ zu hören sind.

Ein Artikel von Rainer Nonnenmann

In der Kölner Philharmonie erklingen am 8. März als Auftragswerk der KölnMusik ein neues Stücks für Oboe und Streichtrio von Heinz Holliger und am 10. März als Auftragswerke des WDR im Rahmen der Traditionsreihe „Musik der Zeit“ erstmals Johannes Maria Stauds „Esquisse retouchée II“ für Posaune solo und im Raum verteilte Orchestergruppen sowie Isabel Mundrys „Ferne Nähe“ für Streichquartett und räumliches Orchester. Ebenfalls in der Kölner Philharmonie erstmals zu erleben sind zum Auftakt einer Europatournee anlässlich des 70. Geburtstags von Steve Reich am 18. März dessen „Variations“ für Vibraphone, Klaviere und Streicher, gespielt von der London Sinfonietta und getanzt von der Akram Khan Company.

Der Deutschlandfunk Köln schließlich präsentiert vom 17. bis 19. März im Rahmen seiner Reihe „Forum neuer Musik“ unter dem Motto „Begegnungen FernMittelOst“ neue Werke und Performances von Komponisten und Ensembles aus Mitteleuropa und Ostasien. Den Anfang macht ein Porträtkonzert zum 60. Geburtstag des aus Kalkutta stammenden Kölners Klarenz Barlow mit Uraufführungen von „Çogluotobüsisletmesi“ für vier Klaviere und „Präludium und Fuge Nr. 13“ aus dem „Ludus Ragalis“. Es folgen neue Ensemble- und Gamelan-Kompositionen hierzulande unbekannter Künstler aus China, Indonesien und den Niederlanden sowie Uraufführungen von Misato Mochizuki, Erwin Koch-Raphael, Annette Schlünz und Roderik de Man.

Weitere Uraufführungen
4.3.: Martin Smolka, Das schlaue Gretchen, Staatstheater Nürnberg
Volker Staub, Eudialyt für Streichtrio, Stahlsaiten, Motorsirenen und Witterungsinstrumente, Nationaltheater Mannheim
7.3.: Nicolas Barci, Doppelkonzert für Violine, Oboe und Streicher, Alte Oper Frankfurt
10.3.: Thomas Lachner, Heute für Sopran und Orchester, Tonhalle Düsseldorf
11.3.: Matthias Kaul, Silence is my voice / White Noise ‚n´ colours, ZKM Karlsruhe
16.3.: Brett Dean, Matthias Pintscher, Kaija Saariaho, Mark-Anthony Turnage, Neue Werke für Chor und/oder Orchester, Berliner Philharmonie
16. bis 26.3.: „MaerzMusik – Festival für aktuelle Musik“ Berlin zu den Themen „Interkulturalität“ und „Japan und der Westen“

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