Märchenhafter Mix aus Poesie und Humor

Neue Ensemble-Werke zum 200-jährigen Grimm-Jubiläum


(nmz) -
Im voll besetzten Kleinen Sendesaal des NDR Hannover präsentierte das duo pianoworte die vielseitigen Möglichkeiten der Besetzung Sprecher und Klavier. Den Mittelpunkt bildete dabei das aktuelle 200-jährige Grimm-Jubiläum, aus dessen Anlass neue Werke für das Ensemble entstanden.
Ein Artikel von Helga Falbrede

Im voll besetzten Kleinen Sendesaal des NDR Hannover präsentierte das duo pianoworte die vielseitigen Möglichkeiten der Besetzung Sprecher und Klavier. Den Mittelpunkt bildete dabei das aktuelle 200-jährige Grimm-Jubiläum, aus dessen Anlass neue Werke für das Ensemble entstanden.

Nach der Begrüßung durch Musikland-Redakteur Rudolf Krieger begann das Konzert für die kleinen und großen Konzertbesucher mit märchenhaften und poesievollen Klängen aus „Frau Holle“ von Andreas N. Tarkmann. Multimedial dann „Das tapfere Schneiderlein“ von Gerhard Gemke: Eine Kamera übertrug die zahlreichen Spieltechniken im Flügelinnenraum auf zwei große Flatscreens, so dass die Details bis in die letzte Reihe mit großer Spannung verfolgt werden konnten. Aber auch sonst wurde den beiden Interpreten vom Schnarchduett der Riesen bis hin zum Schlagabtausch im Klavierbassbereich einiges abverlangt. Das duo pianoworte bewies eindrucksvoll, wie sehr eine gelungene Moderation durch die Ausführenden ein Konzertevent aufwerten kann. Die dargebotene Mischung reichte vom Interview mit den beiden Chorleiterinnen bis hin zur exzellenten Einführung in die klangexperimentelle Welt des präparierten Flügels. Das war Entertainment im besten Sinne, das den beiden Künstlern beim Publikum Tür und Ohr öffnete. Höhepunkt des Konzertes war dann zweifellos die Uraufführung dreier kleiner Märchen von Violeta Dinescu. Der Kinderchor der hannoverschen Comeniusschule zeigte, wie er zusammen mit dem duo pianoworte die von der Komponistin vorgesehenen Freiräume hochkreativ auszufüllen verstand. In „Der Bauer und der Teufel“ steuerten die Kinder Sprechraps und vokale Klangflächen bei und spielten Schlagins-trumente wie z.B. Waldteufel oder Große Trommel. „Die Sterntaler“ beeindruckten durch ihre atmosphärische Dichte und das Miteinbeziehen des Publikums, das den Saal mit Röhrenglocken und Klangschalen zum Klingen brachte. Und bei „Strohhalm, Kohle und Bohne“ schließlich verblüfften originelle Klangmittel wie ein auf einem Kas-ten vibrierender Holzstab (Strohhalm), eine Gugelhupfform (Bohne) und ein China-Gong, der beim Sturz der Kohle in den Bach in ein Wasserbecken versenkt wurde. Ein toller Ansatz, um – gemeinsam mit Kindern – Neue Musik zu vermitteln, für den die Akteure und die anwesende Komponistin mit starkem Beifall gefeiert wurden. Die CD zum Programm „Grimms Märchen – erzählt in Wort und Musik für kleine und große Ohren“ ist bereits bei Kaleidos (KAL 6323-2) erschienen und sei allen Menschen ab acht wärmstens empfohlen!
  

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