Musikunterricht braucht Planungssicherheit

Antwort des Kultusministers auf den Offenen Brief des VBS


(nmz) -
Im September richtete der VBS-Vorstand einen Offenen Brief an Kultusminister Michael Piazolo. Thema war – angesichts der damals noch unklaren pandemischen Lage – die Forderung nach Planungssicherheit für Musikunterricht und musikalische Ensembles an Bayerns Schulen (siehe nmz 11/2022). Mitte November traf eine Antwort des Ministers in der Geschäftsstelle ein, die hier im Wortlaut wiedergegeben werden soll.
Ein Artikel von Michael Piazolo

Sehr geehrte Frau Dr. Puffer,

haben Sie herzlichen Dank für Ihr Schreiben, in dem Sie vorausschauende Überlegungen zur Situation des Faches Musik in einer möglichen künftigen pandemischen Situation anstellen und erläutern. Ich teile mit Ihnen die Begeisterung für das Musizieren unserer Kinder und Jugendlichen und für die vielen wichtigen und besonders schönen Effekte, die dies für sie unzweifelhaft in ihrem Leben hat. Musizieren ermöglicht essentielle Erfahrungen, die eine ganz grundlegende Basis für die Entwicklung unserer Schülerinnen und Schüler darstellen.

Unser erklärtes Ziel für das kürzlich begonnene Schuljahr ist wie schon im letzten Jahr die durchgängige Abhaltung von Präsenzunterricht; der schulische Musikunterricht, dessen Bedeutung nicht nur für die musikalische, sondern gerade auch die soziale Entwicklung von Kindern und Jugendlichen außer Frage steht, ist von dieser Zielsetzung selbstverständlich mitumfasst.

Angesichts der noch immer gegenwärtigen Pandemielage stehen wir weiterhin im engen Austausch mit dem Gesundheitsministerium, das federführend für Fragen des Infektionsschutzes zuständig ist. Den verbindlichen Rahmen zu den bestehenden beziehungsweise möglichen Hygienemaßnahmen an Schulen gibt dabei das Infektionsschutzgesetz (lfSG) des Bundes vor, das erst kürzlich mit Gesetz vom 16.09.2022 unter anderem auch in den für Schulen relevanten Bestimmungen der §§ 28a und 28b lfSG angepasst wurde.

In der aktuellen Infektionslage besteht auch nach Auffassung des Gesundheitsministeriums kein Anlass, an den Schulen verpflichtende Hygienemaßnahmen wie etwa anlasslose Testungen, eine Maskenpflicht oder gar Beschränkungen zur Abhaltung von (Musik-)Unterricht einzuführen. Es bleibt insofern bis auf Weiteres bei den aktuell geltenden Hygieneempfehlungen (Hygieneempfehlungen für die bayerischen Schulen (Schuljahr 2022/2023) (bayern.de)). Selbstverständlich kann jedoch nie ganz ausgeschlossen werden, dass sich die Situation im Zuge der Corona­-Pandemie wieder so weit verschärft, dass verpflichtende Hygienemaßnahmen an Schulen aus Gründen des Infektionsschutzes nötig werden. Vor diesem Hintergrund beobachtet die Staatsregierung die Infektionslage stets sorgfältig.

Die in Ihrem Schreiben anschaulich aufgezeigte Bedeutung des schulischen Musikunterrichts wird ohne Frage auch in Zukunft in die zu treffenden Abwägungsentscheidungen einfließen.

Sehr geehrte Frau Dr. Puffer, ich möchte Ihnen danken für das Engagement, mit dem Sie und der Verband Bay­erischer Schulmusiker sich für das Fach Musik und das Musizieren an den Schulen einbringen.

Mit freundlichen Grüßen
Prof. Dr. Michael Piazolo

Das könnte Sie auch interessieren: