Nachrichten 2009/02


(nmz) -
Nachrichten aus der Musikwelt
Ein Artikel von nmz-red

Mehr Geld für Initiative Musik
Im Jahr 2009 stehen der Initiative

Musik gGmbH Fördergelder von zwei Millionen Euro zur Verfügung, bisher verfügte die Initiative Musik gGmbH jährlich über Fördergelder von einer Million Euro. In der nmz 12/08–1/09 meldeten wir zwar die Erhöhung des Förderbudgets der Initiative Musik, nannten aber versehentlich nur die Hälfte der Aufstockung. Der Deutsche Bundestag beschloss, das Förderbudget der Initiative Musik gGmbH für 2009 um 500.000 Euro aufzustocken. Zusätzlich werden weitere 500.000 Euro durch Mittel des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) für das kommende Jahr bereitgestellt. Damit stehen nun insgesamt zwei Millionen Euro für 2009 zur Verfügung. Carsten Schneider, haushaltspolitischer Sprecher der SPD und ebenfalls Aufsichtsratsmitglied der Initiative Musik, fügte hinzu: „Die höheren Mittel sollen unter anderem Künstler und Projekte aus dem Bereich Jazz unterstützen.“ Der Vorsitzende des Aufsichtsrates, Dieter Gorny, ergänzt: „Damit ist die Grundlage geschaffen, um unsere beiden Programme der Künstler- und Infrastrukturförderung solide weiterzuführen und den Bewegungsradius der Initiative Musik auszuweiten.“

Abenteuer in der Wüste

Wüstenabenteuer mit Geraldino nennt sich eine ganz besondere Trekkingtour des Reiseveranstalters ReNatour. Über Ostern begleitet der Kinderliedermacher diese Reise. Er hat seine Gitarre und viele Spiel-ideen, Geschichten und Lieder im Gepäck – diese wird er unterwegs und am Abend je nach Lust und Laune der Kinder und Eltern „auspacken“. Die Reise beginnt am 7. April auf Djerba und endet am 14. wieder dort. Die Zielgruppe sind Kinder unter 12 Jahren und ihre Eltern. Zelte, feste Unterlagen und Decken werden gestellt. Die Schlafsäcke sollen mitgebracht werden. Mehr zu Geraldino unter www.geraldino.de.

Deutscher Musikinstrumentenpreis 2010

Zur Förderung deutscher Musikinstrumente hat das Bundesministerium für Wirtschaft 1990 den Deutschen Musikinstrumentenpreis (DMIP) gestiftet. Mit dem DMIP, der jährlich anlässlich der Frankfurter Musikmesse verliehen wird, werden besonders gute Produkte aus der industriellen und handwerklichen Fertigung ausgezeichnet. Den Herstellern soll ein Anreiz zur weiteren Steigerung der Leistungsfähigkeit und damit ihrer Wettbewerbsfähigkeit gegeben werden. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie schreibt den Wettbewerb in diesem Jahr zum 20. Mal aus. Teilnehmen können alle Hersteller von Musikinstrumenten in der Bundesrepublik Deutschland, deren Instrumente im Handel oder im Direktverkauf angeboten werden (keine Unikate). Für den Wettbewerb 2010 werden als Instrumententypen das Fagott und die b-Trompete (Zylinderventil) ausgeschrieben. Die Gewinner des Wettbewerbs werden der Öffentlichkeit vorgestellt. Diese erhalten eine Medaille sowie eine Urkunde. Außerdem werden die ausgezeichneten Instrumente auf der Frankfurter Musikmesse 2010 präsentiert und für die Dauer der Messe ausgestellt.

Die Unterlagen für die Anmeldung zum Wettbewerb können angefordert werden beim Institut für Musikinstrumentenbau, Klingenthaler Straße 42, 08267 Zwota, Tel. 037467/234 81, Fax 037467/234 83, post@ifm-zwota.de, Anmeldeschluss ist der 22. April 2009.

My Music zukünftig auch in Dresden

Die Musik-Expo „My Music“ findet künftig im jährlichen Wechsel in Friedrichshafen und in Dresden statt. Darauf haben sich jetzt die Messegesellschaften Friedrichshafen und Dresden sowie der private Messeveranstalter TMS Dresden geeinigt. Geballte Musikkompetenz ist bei der dritten Auflage der „My Music“ vom 23. bis 25. Oktober 2009 auf dem Messegelände in Dresden zu hören, im Jahr 2010 findet die Musikmesse dann wieder in Friedrichshafen statt.

„Mit der abwechselnden Durchführung der ,My Music‘ an zwei unterschiedlichen Messestandorten rechnen wir mit sehr positiven Synergien“, sind sich Friedrichshafens Messechef Klaus Wellmann, Ulrich Finger, Geschäftsführer der Messe Dresden, und Anne Frank, TMS-Geschäftsführerin einig, eine gute Lösung gefunden zu haben. Beide Standorte gehörten zu den stärksten und aktivsten musikalischen Regionen Deutschlands. Der Standort Dresden bringt seine musikalische Kompetenz aus dem Bereich der Klassischen Musik ein und sorgt für ein noch größeres und breiteres Besucherpotenzial.

Die Musik-Expo stieß bei ihrer zweiten Auflage im Jahr 2008 in Friedrichshafen auf ein fachkundiges und interessiertes Publikum aus allen Generationen: 234 Aussteller, 17.400 Besucher, zahlreiche Workshops und mehr als 2.000 aktiv beteiligte Musiker wurden gezählt. Mit ihrer konzeptionellen Ausrichtung „Sehen, Hören, Fühlen“ erreicht die Messe auch die für eine breite Akzeptanz wichtige emotionale Umsetzung.

Neues Jazzfestival in München

Vom 22. bis 29. März gibt es mit den jazz lines 2009 in München ein neues Jazz-Festival mit internationalem Anspruch. Annelie Knoblauch und Josef Dachsel (Kulturkontor e.V.) schließen nun diese große Lücke im Münchner Musikleben. Im Mittelpunkt des Festivals jazz lines 2009 stehen vielfältige Formen der zeitgenössischen Musik. Der Schwerpunkt liegt auf innovativen, grenzüberschreitenden Projekten zwischen Jazz, Neuer und Improvisierter Musik. Hochkarätige nationale und internationale Künstler und Künstlerinnen zeigen mit über 20 Konzerten an 8 Tagen in München, was die Jazzwelt derzeit an Überraschungen zu bieten hat. Gäste der jazz lines 2009 sind unter anderem Michel Portal, Vincent Courtois, Joachim Kühn, Daniel Humair, Ivo Papasov, Talking Horns, Otto Lechner & Arnaud Methivier, Django Bates, Erika Stucky, Louis Sclavis, Christian Zehnder, Huun Huur Tu, Corin Curschellas, Andreas Ammer & Console, Garth Knox, Bobo Stenson Trio, Norma Winstone und Barbara Sukowa & X-Patsys. Gespielt, gesungen und gelesen wird im Amerikahaus, im Schwere Reiter, im Marstall Theater, in der Allerheiligen Hofkirche, im Residenz Theater und in der Glyptothek. Einen Abend mit Kult-Potential versprechen Barbara Sukowa und Robert Longo mit ihrem Auftritt im Residenz Theater: Sie verführen das Publikum zu einer Reise in die Nacht in Lied und Wort unter dem Motto Devouring Time – Alles verschlingende Zeit. Die zerklüfteten Bergwelten der Alpen haben so manches ungewöhnliche Vokalgenie geboren - zu den Künstlern, die dieses Erbe selbstbewusst kultivieren, gehört das schweizerische Duo Stimmhorn. Ebenfalls im Schwere Reiter ist auch der Film „Heimatklänge. Vom Juchzen und andern Gesängen“ von und mit Erika Stucky, Noldi Alder, Christian Zehnder, Sina, Stimmhorn und Huun Huur Tu als „Film zum Festival“ zu sehen. www.jazzlines.de

Preise aus Bremen

Ende September 2008 wurde unter dem Juryvorsitz von Siegrid Ernst in Bremen zum sechsten Mal ein Komponistenpreis vergeben, der einen Kompositionsauftrag für ein Laienensemble beinhaltet. Ziel ist dabei, jüngere Kollegen zu motivieren auch an diese Musikinteressierten zu denken. Sie wären oft für eine Auseinandersetzung mit zeitgenössischer Musik zu gewinnen, wenn sie nicht durch zu hohe spieltechnische Schwierigkeiten davon abgeschreckt würden. Diesjähriger Preisträger ist Johannes Motschmann. Außer dem vom Senator für Kultur finanzierten Preis mit freier Wahl der Ensemblebesetzung wurde erstmals ein Förderpreis für ein Chorstück vergeben. Diesen vom Chorverband gestifteten Preis erhielt Ewelin Nowicka. Im Sommer 2009 sollen die in Kontakt mit den gewählten Ensembles entstehenden Werke uraufgeführt werden und Radio Bremen wird die Konzerte durch einen Mitschnitt unterstützen. Die Organisation und Vermittlung lag in den Händen des Landesmusikrats Bremen.

Akustisches Schmuckkästchen
Weg frei für die zukünftige Nutzung des Bremer Sendesaales

Während in anderen Kulturzentren neue Auditorien für Musik geschaffen werden oder wurden, etwa in Hamburg, Essen, Duisburg, Dortmund oder München, mussten Bremens Musikfreunde jahrelang um ihren geliebten Konzertsaal bangen. Kurz vor Weihnachten kam dann die Überraschung: „Mit Freude haben wir erfahren“, gaben die Freunde des Sendesaals Bremen e.V. bekannt, „dass die Vorbehaltskäufer des Sendesaalgeländes sowohl von ihrer Kauf- als im Gefolge davon gottlob auch von ihren Abrissabsichten zurückgetreten sind. Somit hat sich nach sieben Jahren Kampf kreative Vernunft gegen die Dumpfheit der Abrissbirne durchgesetzt. Der Sendesaal als ein akustisch hervorragender Konzert- und Produktionsort wird damit bald wieder der öffentlichen Musikwelt zur Verfügung stehen können.“ Die Käufer Klaus Hübotter und Bernhard Kathmann werden gemeinsam mit dem Verein Freunde des Sendesaales die Nutzung des Saales selbst und der weiteren ausgezeichneten Studios auf dem Gelände angehen. Dafür liegen bereits Anfragen aus dem In- und Ausland von renommierten Plattenfirmen, internationalen Ensembles und Veranstaltern vor. Der Verein geht davon aus, dass – wie schon in den letzten Monaten – auch Radio Bremen zu den Nutzern gehören wird.
Hübotter und Kathmann zahlen nach eigenen Angaben exakt den Preis an Radio Bremen, der auch von den alten Investoren Willi Heise und Oliver Klima bezahlt worden wäre: 3,43 Millionen Euro. Die vorhandenen Gebäude sollen erhalten bleiben, und für die neue Nutzung – Wohnen und Gewerbe – umgebaut werden. Für den Betrieb des Sendesaals werde eine „Sendesaal GmbH“ mit Peter Schulze als Geschäftsführer gegründet werden.

Tags in diesem Artikel

Ähnliche Artikel