Nachrichten (2009/07)


(nmz) -
Weltföderation der Musikwettbewerbe mit neuem Personal — Traumziel Metropolitan Opera — Festival Alpenklassik — Würth-Preis 2009: Arbeit des Arab-Jewish Youth Orchestra Israel ausgezeichnet — GEMA-Mitgliederversammlung 2009 — Young Euro Classic sucht Spender — Bratsche im Vordergrund — Russlands Musikkultur — VDS-Fachleitertagung — Akkordeonorchester
Ein Artikel von nmz-red

129 Chancen für die Karriere
Weltföderation der Musikwettbewerbe mit neuem Personal

Die Weltföderation internationaler Musikwettbewerbe (WFIMC) wählte bei der Generalversammlung als neuen Präsidenten Klen Kwok vom Indianapolis-Violinwettbewerb, als Vizepräsidenten William J. Forrest, verantwortlich für den gastgebenden Chamber Music Competition Melbourne, und Stephen McHolm (Hohnens Piano-Competition Calgary), ferner Quinten Peelen, Utrecht, und Didler Schnorhk, Genf. Die bisherige Präsidentin, Marianne Granvig, Odense, übernimmt von Renate Ronnefeld, München, die Position der Generalsekretärin. Ins erweiterte Kommittee gewählt wurde auch Wiebke Eckardt, Verantwortliche für die internationalen Wettbewerbe an der Musikhochschule Franz Liszt in Weimar (Klavier, Violine, Kammermusik, Orgel). Der WFIMC gehören 129 internationale Wettbewerbe an.

Traumziel Metropolitan Opera

Der Internationale Opernkurs der JMD als Karrieresprungbrett
In einer Produktion der Jungen Oper Schloss Weikersheim mitzuwirken, bedeutet für viele junge Sänger den Übergang von der Hochschule zu einer professionellen Karriere und ist deshalb gleichermaßen mit großen Erwartungen verbunden. Die besondere Qualität des Kurses ist, dass er den Teilnehmern einen geschützten Raum bietet und sie individuell fördert: „Es ist toll, dass auch eine Gesangslehrerin hier ist, dass wir hier nicht alleine sind – denn am Theater gibt es das natürlich nicht“, erzählt Camille Butcher, die derzeit noch ein Aufbaustudium Oper an der Hochschule für Musik in Lübeck absolviert. Wie der junge Bassist Sebastian Pilgrim wird ihre Kursteilnahme von der Walter und Charlotte Hamel Stiftung durch ein Förderstipendium unterstützt. Pil-
grim ist in seiner Freizeit passionierter Kirchenchorleiter und Komponist. In den „Lustigen Weibern von Windsor“ von Otto Nicolai gibt er den Schwerenöter Falstaff. Leila Pfister, die in Weikersheim als „Frau Reich“ auf der Bühne stehen wird, sieht in allen ausgewählten Solisten „wirklich gute Typen. Ich finde, jede Rolle ist wirklich gut besetzt.“ Die Schweizer Mezzosopranistin hatte als Finalistin des internationalen Gesangswettbewerbs „Debut“ bereits Ende letzten Jahres ihre sängerische Visitenkarte im Taubertal überreicht und einen Sonderpreis der Jeunesses Musicales Deutschland in Form eines Stipendiums für den Opernkurs gewonnen.

Für manche ist Weikersheim der erste Schritt in eine internationale Karriere. Matthias Klink etwa: Er stand 1994 als „Fenton“ auf der Weikersheimer Opernbühne. Heute singt der Tenor an den großen Bühnen der Welt. Als „Tamino“ gibt er im September 2009 sein Debüt an der Metropolitan Opera in New York. An den Opernkurs und einen „heißen Sommer“ in Weikersheim kann er sich noch lebhaft erinnern. „Damals habe ich verstanden, wie wichtig die Bereitschaft zu Kritik ist. In diesem Punkt habe ich im Kurs sehr viel gelernt: Einfach durchlässig zu sein für Kritik.“

Premiere der „Lustigen Weiber“ ist am 22. Juli 2009 im Schlosshof Weikersheim. Weitere Vorstellungen am 24., 25., 26., 28., 29. Juli, 1., 2. August 2009. www.oper-weikersheim.de

Festival Alpenklassik
Spezialarrangement für Schüler und Studenten

Vom 21. August bis zum 1. September 2009 findet wieder das Kammermusik Fest Alpenklassik Bad Reichenhall statt, zum zweiten Mal unter der künstlerischen Leitung von Klaus Lauer. Schwerpunkte sind in diesem Jahr: „Bach umkreisend“ (Johann Sebastian Bach im Original und in diversen Adaptionen von Ferrucio Busoni bis Wolfgang Rihm), „French Connection“ (französische Musik von Claude Debussy bis Pierre Boulez) und Uraufführungen (von Johannes Motschmann und dem Composer in residence Bruno Mantovani). Die Liste der Künstler ist hochkarätig: das Emerson String Quartet und das Quatuor Danel; die Pianisten Jean-Efflam Bavouzet, Zoltán Kocsis, Francois-Frédéric Guy, Markus Bellheim und das GrauSchumacher Piano Duo; die Sopranistin Claron McFadden, die Geigerin Isabelle Faust, das Trio Medieval und andere. Um mehr „Jugend“ nach Bad Reichenhall zu locken, wird es erstmals auch ein Spezialarrangement für Schüler und Studenten geben.  www.alpenklassik.com

Würth-Preis 2009
Arbeit des Arab-Jewish Youth Orchestra Israel ausgezeichnet

Das Arab-Jewish Youth Orchestra Israel erhielt den mit 20.000 Euro dotierten Würth-Preis der Jeunesses Musicales Deutschland. Das Orchester sei „ein Symbol und ein Botschafter für die Utopie eines friedvollen Zusammenlebens von Juden und Arabern im Staat Israel. Junge Musiker setzen mit ihrer Musik ein Zeichen des Neuaufbruchs innerhalb eines nahezu aussichtslos erscheinenden Konflikts“, urteilte die Jury nach Angaben der Würth-Gruppe. Das 24-köpfige Arab-Jewish Youth Orchestra Israel wurde 2000 gegründet. Alle Mitglieder sind israelische Staatsbürger. Das Jugendorchester ist paritätisch zusammengesetzt und spielt Stücke des arabischen Raums ebenso wie der jüdischen Tradition. Gespielt wird auf ethnischen und klassischen Instrumenten.
Der Würth-Preis der Jeunesses Musicales Deutschland geht an Künstler, Ensembles oder Projekte, die vorbildhaft Ziele und Werte der musikalischen Jugend verwirklichen. Seit 1991 erhielten ihn unter anderen der Dirigent Gustavo Dudamel, die Junge Deutsche Philharmonie und das Education-Programm der Berliner Philharmoniker. Ein Videoporträt des Orchesters unter www.nmzmedia.de

GEMA-Mitgliederversammlung 2009

Vom 22. bis 24. Juni trafen sich über 600 Mitglieder der GEMA zur jährlichen Mitgliederversammlung, die in diesem Jahr in München stattfand. Vorstandsvorsitzender Harald Heker, der sich bereits einige Wochen vor der Wahl des neuen Aufsichtsrates für die nächsten fünf Jahre im Amt hatte bestätigen lassen, forderte eine „breite gesellschaftliche Diskussion zu den zentralen Fragen des Stellenwertes von Kunst und Kultur in unserer Gesellschaft“. Positiv vermelden konnte er Erfolge im Kampf gegen die Internetpiraterie; erst wenige Tage vor der Mitgliederversammlung hatte das Landgericht Hamburg der GEMA-Klage gegen Rapidshare stattgegeben. In der Rede zur Bilanz des Geschäftsjahres 2008 musste Heker Rückgänge in allen Bereichen eingestehen. So fiel der Gesamtertrag der GEMA im Vergleich zum Vorjahr um 15,3 Prozent geringer aus. Im Bereich Tonträger sank er mit 9,9 Prozent am stärksten, im Inkasso Rundfunk und Fernsehen stieg er nur aufgrund einer Nachzahlung von Kabel Deutschland um 7,4 Prozent. Nur das Inkasso der Bezirksdirektionen blieb mit einem Rückgang von 0,3 Prozent einigermaßen stabil. In den Pausengesprächen bewegte die anwesenden E-Komponisten auch der massive Einnahmenrückgang in der Sparte E im Jahre 2008. Man sprach von etwa 12,5 Prozent, was über 1 Million Euro weniger als im Vorjahr entspricht.

Gastredner war Hans-Joachim Otto, Sprecher des Bundestagsausschusses Kultur und Medien und Bundestagsabgeordneter der FDP. Er konstatierte eine „komplette Verschiebung der Verwertungsketten“ und damit ein drastisches Sinken der Einkommen der Kreativen. Von daher forderte er die Weiterentwicklung des Urheberrechts. Ganz entschieden sprach er sich in diesem Zusammenhang gegen das Modell einer Kulturflatrate aus. „Ein solches Vergütungsmodell würde rechtswidrige Nutzungen im Internet faktisch legalisieren und das Urheberrecht als Eigentumsrecht in der digitalen Welt vollständig entwerten.“ Laut Otto müsste sich die Politik deshalb für Lösungen einsetzen, die unter Wahrung des Datenschutzes eine effektive und konsequente Rechtsdurchsetzung gewährleisten. Er forderte einen europäischen Rechtsrahmen für die Tätigkeit der Verwertungsgesellschaften, wies aber auch darauf hin, dass die rechtliche Konstruktion, die die GEMA gewählt habe – Stichwort CELAS – umstritten sei. ak Mehr zum Thema: „Nachschlag“, S. 12

Young Euro Classic sucht Spender
Rückgang der Sponsorenleistungen beim Jugendorchester-Festival

Das Orchesterfestival Young Euro Classic will mit der „Kampagne 2000 mal 30“ den Folgen der Finanzkrise entgegenwirken. Um die Einbußen auszugleichen, die durch den Rückgang der Sponsorenleistungen entstanden sind, setzt das Festival, das vom 7. bis 23. August 2009 die besten Jugendorchester der Welt nach Berlin holt, auf verstärktes bürgerschaftliches Engagement. Unter dem Motto „Young Euro Classic braucht Sie persönlich!“ sucht das Festival 2.000 Musikfreunde, die jeweils 30 Euro spenden und zugleich einen weiteren Spender für die Unterstützung gewinnen. „Ausgerechnet in diesem Jahr, zum 10. Geburtstag des Festivals, trifft auch uns die weltweite Finanzkrise“, so Festivalchefin Gabriele Minz. Durch Einsparungen allein lasse sich der Rückgang der Zuwendungen nicht mehr auffangen; man wolle und dürfe die in zehn Jahren erreichte Qualität nicht gefährden. Young Euro Classic bietet zu seinem zehnjährigen Jubiläum insgesamt 13 große Orchesterkonzerte, außerdem zwei Abende mit den Young Euro Classic Festivalensembles Russland – Deutschland und China – Deutschland. Einen neuen Akzent setzen zwei Veranstaltungen mit jungen Preisträgern internationaler Klavierwettbewerbe und des Bundeswettbewerbs „Jugend musiziert“. Weitere Infos zu der „Kampagne 2000 mal 30 auf: www.young-euro-classic.de

Bratsche im Vordergrund

Im Rahmen der Weingartner Musiktage Junger Künstler findet von 6. bis zum 9. Oktober in Weingarten (Baden) ein Wettbewerb der Sparda-Bank statt. In diesem Jahr steht die Bratsche im Vordergrund. Teilnahmeberechtigt sind Studierende aus Baden-Württemberg, dem Elsass und der Nordschweiz. Es werden Preise zu 2.000, 1.000 und 750 Euro vergeben. Anmeldung bis zum 1. August. www.musiktage.weingarten-baden.de

Russlands Musikkultur

Das vierte Ausgabe 2009 der Zeitschrift „Osteuropa“ ist dem Thema „Macht Musik – Kultur und Gesellschaft in Russland“ gewidmet. Hinter dem mit einem Titelfoto von nmz-Fotografin Charlotte Oswald gestalteten Titelblatt beschäftigen sich renommierte Autorinnen und Autoren mit verschiedenen historischen und aktuellen Aspekten der russischen Musikkultur, darunter David Fanning, Melanie Unseld und Jascha Nemtsov. Ein Interview ist dem Komponisten Vladimir Tarnopolski gewidmet. www.osteuropa.dgo-online.org

VDS-Fachleitertagung

Vom 2. bis 5. November 2009 findet im Bildungszentrum Kardinal-Döpfner-Haus (Freising, Bayern) die diesjährige Fachleitertagung des VDS statt. Sie richtet sich an Ausbilder der 2. Ausbildungsphase aller Schulformen und an die Fachberater für das Unterrichtsfach Musik. Thematisiert werden diesmal zwei Schwerpunkte: Besprechen, beraten, bewerten in der 2. Ausbildungsphase und Musik sehen: Filmmusik im Unterricht. Anmeldeschluss ist der 18.9.2009. www.vds-musik.de

Akkordeonorchester

Der Deutsche Harmonika-Verband (DHV) schreibt einen Internationalen Kompositionswettbewerb für neue Akkordeonorchestermusik aus. Gesucht wird ein Werk konzertanten Charakters von mindestens acht Minuten Länge. Teilnahmeberechtigt sind Komponisten ohne Altersbegrenzung, gleich welcher Nationalität. Die Preissumme beträgt 2.000 Euro. Einsendeschluss ist der 1. Dezember 2009. www.dhv-ev.de E-Mail: Stefan.Hippe@t-online.de

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