Personalia 2017/04

Ahmad Shakib Pouya, Kristjan Järvi, Andrew Manze, Thomas Oesterdiekhoff


(nmz) -
Visum bis zur Premiere für Ahmad Shakib Pouya +++ MDR-Sinfonieorchester: Kristjan Järvi geht 2018 +++ NDR Radiophilharmonie: Andrew Manze bleibt +++ Oesterdiekhoff verlässt Ensemble Musikfabrik +++
Ein Artikel von nmz-red

Visum bis zur Premiere für Ahmad Shakib Pouya

In der Februarausgabe hatte die nmz über den Musiker und Zuflucht-Kultur-Künstler Ahmad Shakib Pouya berichtet, einen der Hauptdarsteller des Münchner Opernprojekts „Zaide. Eine Flucht“. Pouya, der in Zaide die Rolle des Gomatz spielt, hatte Ende Januar seine „freiwillige“ Rückreise nach Afghanistan antreten müssen, um seiner Abschiebung zuvorzukommen. In den mehr als 50 Tagen seit seiner Rückkehr nach Afghanistan am 20. Januar lebte Pouya untergetaucht in Kabul und ständig sein Quartier wechselnd. Am 16. März meldeten seine deutschen Unterstützer um seinen Mentor Albert Ginthör, Organisator der Münchner Zaide-Aufführungen und Geiger im Orchester des Staatstheaters am Gärtnerplatz, dass Ahmad Shakib Pouya ein Visum für Deutschland erhalten hat und wieder einreisen darf. Den Weg zur Rückkehr eröffnet hat ihm ein Projektvertrag der Münchner Schauburg: das Theater bot Pouya die Hauptrolle des Ali in einer Neuproduktion von Rainer Werner Fassbinders „Angst essen Seele auf“ an.

MDR-Sinfonieorchester: Kristjan Järvi geht 2018

Laut Mitteldeutschem Rundfunk wird der Chefdirigent des MDR-Sinfonieorchesters, Kristjan Järvi, sein Amt am Ende der Spielzeit 2017/18 beenden. Järvi ist auch Chef der von ihm gegründeten Baltic Sea Philharmonic und des Gstaad Festival Orchesters und leitet das Klassik-Hip-Hop-Jazz-Kombinat „Absolute Ensemble“.  Zusammen mit Tom Tykwer entwickelt er zurzeit mit „Absolute Babylon“ eine Konzertaufführung, die auf der gerade entstehenden Fernsehserie „Babylon Berlin“ basiert. Järvi hat das Repertoire des ältesten deutschen Rundfunkorchesters erweitert, indem er mit Komponisten wie Steve Reich, Arvo Pärt, Max Richter, Tan Dun und Sven Helbig zusammenarbeitete. Sein Hang zum Crossover spiegelt sich auch in der Arbeit mit Künstlern wie Jonny Greenwood, Hauschka, Bryce Dessner, Mùm, Lukas Ligeti, Gabriela Montero und Apocalyptica. Järvi war vom Publikum geliebt, seine Neuerungen wurden von Seiten des Orchesters jedoch eher kritisch begleitet. Die Suche nach einem Nachfolger wird daher nicht nur zeitlich, sondern auch inhaltlich spannend.

NDR Radiophilharmonie: Andrew Manze bleibt

Andrew Manze bleibt bis zum Sommer 2021 Chefdirigent der NDR Radio­philharmonie in Hannover. NDR-Intendant Lutz Marmor und der 52-jährige Brite unterzeichneten Ende März eine entsprechende Vereinbarung. Manze stammt aus London, er ist seit Sommer 2014 Chef des Orches­ters. Der Musiker sagte, er fühle sich geehrt, dass man ihn gebeten habe, seine Zeit als Chefdirigent zu verlängern. Für dieses Jahr seien Gastspiele in London und Paris geplant.

Der 52-Jährige arbeitet als Gastdirigent zudem regelmäßig mit internationalen Ensembles zusammen, etwa mit dem London Philharmonic Orches­tra oder dem Orchester der Königlichen Philharmonie Stockholm. NDR-Intendant Marmor sagte der Nachrichten Agentur dpa: „Inspiration, Kommunikation und überragende musikalische Begabung zeichnen Andrew Manze aus.“ Die frühzeitige Verlängerung der Zusammenarbeit schaffe Planungssicherheit und sei ein großer Gewinn für die Radio­philharmonie sowie für die Musikstadt Hannover.

Oesterdiekhoff verlässt Ensemble Musikfabrik

Zum 1. März hat Thomas Oesterdiekhoff die Geschäftsführung des Ensemble Musikfabrik abgegeben, die er genau 25 Jahre innehatte. Bis auf weiteres, so Mareike Winter vom Ensemble Musikfabrik – Landesensemble NRW e.V.,  übernimmt der Vereinsvorstand die Aufgaben der Geschäftsführung. Thomas Oesterdiekhoff war Mitglied der ersten Stunde beim Ensemble Musikfabrik, das erst im vergangenen Jahr sein 25-jähriges Jubiläum feiern durfte. Bereits 1997 war er eine der treibenden Kräfte, als die Musiker die künstlerische Leitung des Ensembles übernahmen. In seiner Zeit als Geschäftsführender Intendant leitete er seit 2004 die Geschicke des Ensembles und zeichnete für zahlreiche international erfolgreiche Großproduktionen verantwortlich, wie zum Beispiel Karlheinz Stockhausens „Michaels Reise um die Erde“ und „SONNTAG aus LICHT“ oder Harry Partchs „Delusion of the Fury“. Unter seiner Leitung wurde auch die pädagogische Abteilung Akademie Musikfabrik gegründet und das Label Musikfabrik nahm seine Arbeit auf.  

 

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