Personalia 2018/02

Clara Iannotta und Nachrufe


(nmz) -
Hindemith-Preis für Clara Iannotta +++ Nachrufe: Hugh Masekela, G.O. van de Klashorst und Christian Burchard.
Ein Artikel von nmz-red

Hindemith-Preis für Clara Iannotta

Die italienische Komponistin Clara Iannotta erhält den mit 20.000 Euro dotierten Hindemith-Preis. Das Votum der Jury unter Vorsitz des Intendanten des Schleswig-Holstein Musikfestivals Christian Kuhnt fiel einstimmig auf die 1983 in Rom geborene Künstlerin. „Clara Iannotta besticht durch eine ganz eigene, radikale und kompromisslose Musiksprache“, so Kuhnt. Die Preisverleihung findet am 23. Juli 2018 auf dem Gelände der NordArt in Rendsburg-Büdelsdorf statt. Das Trio Catch führt unter anderem Clara Iannottas Werk „The people here go mad. They blame the wind“ auf, das eigens für dieses Ensemble komponiert wurde. Clara Iannotta studierte bei Alessandro Solbiati am Mailänder Konservatorium und bei Frédéric Durieux am Conservatoire National Supérieur in Paris, wo sie auch Kurse am IRCAM besuchte. Derzeit arbeitet sie an ihrem PhD und Master in Komposition bei Chaya Czernowin an der Harvard University. 2013 war sie Gast des Berliner Künstler-Programms des DAAD, 2014 erhielt sie den Kompositionspreis der Stadt Stuttgart, 2015 den Musica Femina München Kompositionspreis.

Hugh Masekela

Sein Lied „Bring back Nelson Mandela“ wurde zur Hymne für die Forderung der Befreiung des Anti-Apartheidkämpfers Mandela. Jetzt ist Südafrikas legendärer Jazzmusiker Hugh Masekela, der wegen des rassistischen Apartheid-Regimes drei Jahrzehnte lang im Exil lebte, im Alter von 78 Jahren gestorben. Aufgrund seines großen Talents erhielt er 1956 eine Trompete Louis Armstrongs. Mit Kippie Moeketsi, Jonas Gwangwa, Dollar Brand, Johnny Gertze und Makaya Ntshoko bildete er 1959 die Jazz Epistles, die erfolgreich einen eigenen südafrikanischen Zugang zum Hard Bop fanden. Nach dem Massaker von Sharpeville 1960 verließ er das Land. Zunächst lebte Masekela in London, wo er mit Unterstützung von Yehudi Menuhin und Johnny Dankworth an der Guildhall School of Music studierte. Auf Drängen der Sängerin Miriam Makeba, die in den USA ebenfalls im Exil lebte, zog er mit Hilfe von Harry Belafonte nach New York. 1968 landete er seinen größten Hit mit dem Instrumentalstück „Grazing in the Grass“ (auf dem Album „The Promise of a Future“).

Christian Burchard

„1968“ heißt der Schwerpunkt dieser Ausgabe der neuen musikzeitung und reflektiert die 68er-Bewegung als musikalische Epoche. Ein Exponent dieser Aufbruchszeit war der Multiinstrumentalist und Komponist Christian Burchard. Christian Burchard  war in den 1960er-Jahren zunächst als Jazzmusiker aktiv, gründete das Contemporary Trio mit Dieter Serfas und Edgar Hoffmann und tourte mit Mal Waldron. Sein Name ist untrennbar verbunden mit zeitgenössischer Weltmusik deutscher Provenienz. Zusammen mit Edgar Hoffmann gründete er die Fusiongruppe Embryo und erhielt 2008 mit dieser Band den deutschen Weltmusikpreis Ruth beim Rudolstadt-Festival.

Christian Burchard war Mitglied der Krautrockgruppe Amon Düül II (LP: „Phallus Dei“, 1969) und spielte mit dem Oud-Virtuosen Rabih Abou-Khalil (LP: „Between Dusk and Dawn“, 1987). Seit einem Schlaganfall Burchards im Sommer 2016 führt seine Tochter Maja die Kultband Embryo in verjüngter Form weiter. Burchard starb am 17. Januar 2018 im Alter von 71 Jahren.

G.O. van de Klashorst

Der Begründer der Dispokinesis, Gerrit Onne van de Klashorst, ist am 16. Dezember 2017 im Alter von 90 Jahren verstorben. Mit 19 Jahren verlor G.O. van de Klashorst als junger niederländischer Nachwuchspianist bei einem Unfall zwei Finger. Seit damals widmete er sich dem Thema der Disposition als Zustand der Ausdrucksfreiheit von Musikern. Ausgebildet in Physiotherapie leitete er jahrzehntelang ein physiotherapeutisches Institut in Wageningen, NL, in dem er früh begann, mit Musikern zu arbeiten. Ende der 60er Jahre etablierte G.O. van de Klashorst den postakademischen Ausbildungslehrgang Dispokinesis für Musiker, Physiotherapeuten und Musikmediziner. Auf der Grundlage seiner Erkenntnisse über die Ursachen von Spielproblemen bei Musikern entwickelte er einen speziellen Übungsweg für Musiker, die sogenannten Urgestalten.

 

 

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