Pionierin und Trendsetterin

Cecilia Pillado und ihr Label „Tango Malambo”


(nmz) -
Bereits in den 90er-Jahren überraschte sie die konservativen „klassischen“ Zuhörer der Berliner Philharmonie mit innovativem Repertoire und spielte Programme mit eigenen Bearbeitungen traditioneller argentinischer Tangos, Piazzollas Werken sowie eigene Kompositionen, bevor Gidon Kremer oder Yo-Yo Ma den Geschmack von Tango testeten. Cecilia Pillado ist offizielle Steinway-Künstlerin, ihr Stil: eine Mischung aus klassischer Virtuosität und großem Klavierklang mit improvisatorischer Freiheit, Jazz- Elementen und südamerikanischen Rhythmen.
Ein Artikel von Adelheid Krause-Pichler

Sie ist eine der ersten Pianistinnen, die die Musik Argentiniens als zentrales Thema in ihrem Repertoire eingebaut haben. Beispiel dafür sind die CD- Einspielungen für renommierte Labels wie „Berlin Classics“ oder Sony Classical. Um diesem Repertoire eine Plattform zu bieten, hat sie ein eigenes Label gegründet, TANGO MALAMBO, unter dem sie die CD „Cexilia’s Tangos“ veröffentlichte. Das Label soll auch ein Sprungbrett für andere Künstler und Ensembles sein.

Die in Mendoza geborene Pianistin und Schauspielerin ist Argentinierin italienischer Herkunft. Sie beendete ihre musikalische Ausbildung an der Cuyo Universität in Argentinien bei Juan Salomon mit Auszeichnung und studierte als Stipendiatin der Friedrich-Naumann-Stiftung an der Hochschule der Künste Berlin bei Laszlo Simon und Georg Sava sowie am „Mozarteum“ Salzburg bei Alfons Kontarsky. Zahlreiche Meisterkurse hat sie zudem bei Hans Leygraf, György Sebök, Leon Fleisher, Maria Curcio und Paul Badura- Skoda belegt und ließ sich in Jazz und Improvisation bei Walter Norris und in Kompositionstechniken bei W. Szalonek ausbilden.

Entscheidend für ihr musikalisches Denken war die intensive Beschäftigung mit der Phänomenologie der Musik bei Sergiu Celibidache. Weiterhin hat ihre langjährige Freundschaft und Zusammenarbeit mit Martha Argerich sowie der musikalische Austausch mit Daniel Baremboim und Claudio Abbado ihre künstlerische Entwicklung geprägt.

Cecilia Pillado ist Preisträgerin verschiedenster Wettbewerbe, u.a. des Teresa Carreño OAS Award in Caracas (Venezuela) und hat bereits in den USA, Südamerika, Europa und Asien konzertiert. Sie ist mehrfach in internationalen Konzertsälen aufgetreten wie in der Berliner Philharmonie, dem Konzerthaus Berlin, dem Teatro Colon, Buenos Aires, Teatro San Martin, der Mailänder Scala Verdi, dem Teatro Comunale di Bologna, der OAS Hall at the Kennedy Center in Washington D.C., Auditorium University of Miami, Schönberg Hall UCLA, California.

Sie gastierte als Solistin mit renommierten Orchestern, u.a. dem Philharmonischen Orchester Buenos Aires, dem Münchner Symphonieorchester, Anhaltische Philharmonie, Orchestra di Padova, Orchestra del Lazio, Filarmonia Veneta, mit den Symphonischen Orchestern von Santiago de Chile, von UNCuyo, UN de Tucuman und UN de San Juan.

Sie war außerdem kammermusikalisch tätig bei verschiedenen Kammermusikgruppen wie beim italienischen „Ensemble Novecento“ oder beim Philharmonischen Bläserquintett Berlin.

Zu den Highlights zählen etwa das Konzert für den König von Thailand, den Dalai Lama, den damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder und ihre Tangodarbietungen beim Sommerfest des Bundespräsidenten im Berliner Schloss Bellevue.

Für zahlreiche Rundfunk- und Fernsehaufnahmen wurde sie verpflichtet: unter anderem beim Rundfunk Berlin- Brandenburg, Deutschlandradio, Deutsche Welle, The Voice of America und Radiotelevisione Italiana (RAI).

Cecilia Pillado ist zudem eine äußerst vielfältige Künstlerin und Grenzgängerin: sie erhielt außer ihrer musikalischen Ausbildung auch Schauspielunterricht in ihrer Heimatstadt und besuchte Kurse für Film und Fernsehen bei der Internationalen Filmschule in Köln und dem „The Studio, Inc.“ in Los Angeles, Kalifornien. Als Darstellerin wirkte sie bereits in einer Vielzahl von Film- und Fernsehproduktionen in den Sendern ZDF, ARD, RTL und SAT1 mit.

Mit ihrer eigenen CD „Cexilia’s Tangos“ präsentiert sie als versierte Pianistin Tangos aus mehr als zwei Jahrhunderten in brillanter Darstellung, voller Leidenschaft und auch emotionaler Sehnsüchte. Im Booklet der, in ihrem Label „Tango Malambo“ erschienenen, CD erklärt sie ihre enge Beziehung zu dieser Musik:

„Diese Tangos sind meiner Mutter gewidmet. Sie sind geprägt von den schönsten Erinnerungen meiner Kindheit in Argentinien. Meine Mutter, die aus Buenos Aires stammte, hatte immer den Text eines Tangos parat, um alltägliche Situationen zu kommentieren. Ein Wort war genug, um sie dazu zu bewegen, einen Vers aus einem Tango zu singen, der eine tiefgründige Volksweisheit und besondere Lebensphilosophie widerspiegelte. Sie war meine Verbindung zum Tango.“

Das ist es wohl, was die besondere Ausstrahlung der Pianistin ausmacht, von der die Presse schreibt: „Urkraft des Gaucho-Tanzes … Der Hörer kann sich diesen farbigen, kraftvollen und rhythmisch beschwingten Klängen kaum entziehen.“ (Die Welt)

„Cecilia Pillado hat Feuer in ihren Händen …“ (Berliner Morgenpost, Berlin)

„Ihre Mischung kommt beim Publikum gut an. Sie ist mehr als ein oberflächlich- modisches Crossover.“ (Der Tagespiegel, Berlin)

In ihrem Label „Tango Malambo“ will sie nun auch Einspielungen von Musikerkollegen produzieren.

Die neueste CD von 2015 liegt bereits vor: „Das klassische brasilianische Lied“ mit Liedern von Marcus Portugal (1762–1830) über Heitor Villa-Lobos (1887–1959) bis zu Arrigo Barnabé (geb. 1951) interpretiert von der Sopranistin Katia Guedes, begleitet von Evelyn Ulex am Klavier.

(TaMa 261219310/LC 10594) www.tangomalambo.com

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