Rückblende 2011/09

Vor 50 und vor 100 Jahren


(nmz) -
N.M.Z. niemals ein Blatt für das Sensationelle +++ Zentralstelle für das Orff-Schulwerk
Ein Artikel von nmz-red

Vor 100 Jahren

Abonnementseinladung für den nächsten Jahrgang: Der neue Jahrgang wird im alten Kurse segeln. Unbekümmert um Hindernisse mancher Art werden wir den wahrhaft Bedeutenden, den unverkennbaren Großen unter den Künstlern unserer Zeit folgen. Unsere Kritik soll nicht das Merkmal des engherzigen oder missgünstigen „Schulmeisters“ tragen, wenn  wir wirklich „Lehrer“, Pädagogen sein wollen, so halten wir es für das Rechte, dem nichtirrenden Schaffensdrang des genialen Menschen zu vertrauen, zu versuchen, seinen Werken und seinen Absichten nahe zu kommen, in ihr eigentliches Wesen einzudringen. Die so gewonnenen Ergebnisse übermitteln wir der breiten Öffentlichkeit, sie selbst damit zum Urteil heranziehend. Das erscheint uns ein Hauptziel einer modernen Kritik! Wie die N.M.Z. niemals ein Blatt für das Sensationelle werden soll, so werden ebenso Versuche von Leuten zurückgewiesen werden, die … gute Absichten und Unternehmungen zu hindern und zu untergraben suchen.

Neue Musik-Zeitung XXXII. 1910/1911, H. 24, S. 506

Vor 50 Jahren

Nicht, wie zu erwarten gewesen wäre, in München, sondern in Salzburg wurde von dem dortigen Landeshauptmann Dr. Lechner eine Zentralstelle für das Orff-Schulwerk mit einer richtungsweisenden Vortrags- und Demonstrationswoche feierlich eröffnet. Sitz dieser Zentralstelle ist die Salzburger Akademie für Musik und darstellende Künste „Mozarteum“, die sich unter ihrem Präsidenten Prof. Dr. Eberhard Preußner in den letzten Jahren immer mehr durch ihre Ideenfülle in den Vordergrund geschoben hat. Man denke nur an die angegliederte Internationale Sommerakademie. Preußner konnte daher mit Recht feststellen, dass Salzburg neben einer Musikstadt in immer höherem Maße auch eine Musikerziehungsstadt wird. Das „Orff-Schulwerk“, so Dr. Werner Thomas, sei nicht ein Unterrichtsfach, sondern ein Erziehungsprinzip, und es korrigierte auf seine Weise die Auffächerung unserer Bildungsmittel. Andere Akzente: Rhythmische Erziehung bei taubstummen Kindern, angeregt durch das Orff-Schulwerk (Karl Hofmarksrichter), „Orff-Schulwerk als Modell“ mit den Versuchen in europäischen und außereuropäischen Ländern, bei denen die Gedanken Orffs in die alten Sprachschichten der anderen Völker umgesetzt werden, und als „Erklingende Sprache“, vom Ruf und Anruf bis zum Reim, Spruch und Chorlied (Werner Thomas). 

X. Jahrgang, Nr. 5, September/Oktober 1961, S. 2

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