Rückkehr in den Urwald als König

Lehramts-Studierende lassen Babar spielend tanzen


(nmz) -

Kinder für Musik begeistern, das geht nicht nur Eltern und Lehrer an, sondern auch solche, die es einmal werden wollen: die Studierenden des Lehramts Musik. Das Fach Musikpädagogik an der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät der Universität Erlangen-Nürnberg bietet den Studierenden des Lehramts Musik die Möglichkeit innerhalb des Studiums an verschiedenen Kinderkonzert-Projekten mit zu arbeiten. Die Initiative KlassicCo – gegründet von Wolfgang Pfeiffer und Rainer Turba, angebunden an das Institut für Musikpädagogik an der Universität – bietet Kindern Begegnungen mit klassischer Musik. KlassicCo kooperiert mit verschiedenen Künstlern und Ensembles der Region, in diesem Falle mit den Musikstudenten: neben der Moderation und Gestaltung von kindgerechten Konzerten mit dem Sinfonieorchester der Universität entstehen Projekte, die auf verschiedenste Art und Weise Berührungen mit der Musik und ihren entsprechenden Künstlern erlauben.

Ein Artikel von Wolfgang Pfeiffer

Die Geschichte von Babar dem Elefanten von Jean de Brunhoff gehört auch heute noch zu den Klassikern der Kinderbücher: Der kleine Elefant Babar verliert im Urwald seine Mutter, lebt dann in einer großen Stadt und kehrt schließlich in den Urwald als König zurück. Francis Poulenc schrieb 1917 dazu kleine Klavierstücke, die die Geschichte erzählen, ein kleines Juwel der Klavierliteratur für Kinder. Die Klavierklasse von Frau Jantsch, das sind acht Studentinnen und Studenten des Lehramtes Musik, ließ sich schnell begeistern, daraus ein Kinderkonzert zu entwickeln. Die einzelnen Klavierstücke unterschiedlichen Schwierigkeitsgrades wurden entsprechend ihrem Niveau auf die Studierenden verteilt. Die Studenten erstellten einen Flyer, der an verschiedene Nürnberger Grundschulen verschickt wurde.

Vier Wochen vor dem Konzert wurden die Lehrer zu einem Infoabend in die Universität eingeladen. In einer lockeren Runde wurden rasch Kontakte zwischen Lehrern und Studenten hergestellt. Die Präsentation des Projekts durch die Studenten führte die Lehrer in das Werk ein, ermöglichte Nachfragen und gab Anlass, Methoden zur Vorbereitung der Schüler zu diskutieren. Informationen zu Poulenc und zur Entstehungssituation rundeten die Präsentation ab. Damit die Lehrer die Schüler bereits im Unterricht auf das Konzert vorbereiten konnten, erhielten sie eine CD mit den wichtigsten Stücken, die von den Studenten in Eigenregie eingespielt wurde. Die Erstellung und Produktion einer CD durch die Studenten von der Gestaltung des Inlays bis zur Aufnahme und Einspielung, bot eine ideale Möglichkeit zur Verzahnung von Ausbildung und Praxis.

Mit den Einnahmen aus dem Konzert sollte ein sozialer Zweck verbunden werden: Mit einem Teil des eingespielten Geldes wird eine Schule in Mali unterstützt. Eine ehemalige Studentin und jetzige Lehrerin hat den Aufbau der Schule mitorganisiert und sorgt für Unterstützung für dieses Projekt. Die anwesende Lehrerin stellte die Schule in Mali vor; über thematische Anknüpfungspunkte im Unterricht wurde diskutiert.

Die enge Verbindung von Text und Musik, die stilistisch individuell gestalteten Bilder, das alles ergibt den Gesamteindruck der Geschichte: damit auch die Bilder von Babar im Konzert präsent werden konnten, wurden sie von den Studenten digitalisiert und an den entsprechenden Stellen projiziert.

Die Nachfrage war riesig: In zwei Konzerten konnten insgesamt 900 Schülerinnen und Schüler der Geschichte von Babar lauschen und sich von Poulencs Musik inspirieren lassen. Zusätzlich kamen Einladungen, das Konzert an verschiedenen Grundschulen und Musikschulen weitere Male aufzuführen. Für die Studenten bedeutete dieses Projekt neben der Organisation insbesondere zwei Aspekte: den Gewinn an Erfahrungen im Vorspiel vor Publikum und einen Schritt hin zu ihren späteren „Kunden“: den Schülerinnen und Schülern.

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