Sountracks 2016/03

Film Noir: Six Classic Soundtrack – Albums (Real Gone/H‘ART)


(nmz) -
Während immer weniger Soundtracks in Deutschland noch auf CD veröffentlicht werden, ist der Markt überschwemmt mit Wiederveröffentlichungen von Klassikern. Vor allen Dingen aus finanziellen Gründen, weil die Soundtracks vor 1965 inzwischen lizenzfrei sind. Und so gibt es nun etwa sechs klassische Soundtracks zu so genannten „Films Noirs“ in einer CD-Box für ’nen Appel und ’n Ei.
Ein Artikel von Viktor Rotthaler

Wobei der Begriff natürlich, wie so oft bei solchen Produkten, nicht korrekt ist. Eigentlich wird nur ein Film aus dieser Auswahl wirklich zu den Spät-„Films Noirs“ gezählt: Orson Welles’ „Touch Of Evil“. Henry Mancini lieferte dafür einen jazzigen Score mit Latin-Anklängen, der als Blueprint für all seine Filme mit Blake Edwards gehört werden kann und der kongenial Welles’ düstere Vision orchestriert.

Die ganze Westcoast-Jazz-Mafia (Shelly Manne, Shorty Rogers etc.) ist bei den restlichen fünf Scores dabei. Bei Leith Stevens’ „Private Hell 36“ genauso wie bei den beiden Otto-Preminger-Klassikern „The Man With The Golden Arm“ mit Frank Sinatra als drogensüchtigem Jazzdrummer und „Anatomy Of A Murder“. Für den ersten Film komponierte Elmer Bernstein einen großartigen Jazzscore und für den zweiten konnte Preminger sogar Duke Ellington gewinnen. Das Modern Jazz Quartet lieferte den melancholischen Sound für Robert Wises „Odds Against Tomorrow“ und Chico Hamilton orchestrierte „Sweet Smell Of Success“. Im legendären Lighthouse, der L.A.-Variante des Birdland, hatte in den frühen Fünfzigern Marlon Brando den Jazzer Shorty Rogers für Hollywood entdeckt. Rogers hat 1955 dann sogar mit Sinatra in „The Man With The Golden Arm“ gespielt. Weil er aber immer wieder seinen Text verpatzte, war das sein letzter Auftritt auf der Leinwand. Aber seine Arrangeurkunst hat den ganzen Score von Bernstein geprägt. Und der Main Title wurde sogar zum Hit.

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