Stimmen der Veränderung

9. Usedomer Musikfestival: 28. September bis 12. Oktober


(nmz) -

Unter dem Motto “Musikalische Entdeckungsreise Moskau” eröffnet das Usedomer Musikfestival mit einem Gedenkkonzert für die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft am 28. September seine neue Saison. Mstislav Rostropovich wird mit über 250 Mitwirkenden, darunter dem NDR-Sinfonieorchester, der Radio-Philharmonie Hannover, den BBC Singers und dem Knabenchor der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Kathedrale von Coventry das „War Requiem” von Benjamin Briten in Peenemünde aufführen.

Ein Artikel von Susanne Geißler

Unter dem Motto “Musikalische Entdeckungsreise Moskau” eröffnet das Usedomer Musikfestival mit einem Gedenkkonzert für die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft am 28. September seine neue Saison. Mstislav Rostropovich wird mit über 250 Mitwirkenden, darunter dem NDR-Sinfonieorchester, der Radio-Philharmonie Hannover, den BBC Singers und dem Knabenchor der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Kathedrale von Coventry das „War Requiem” von Benjamin Briten in Peenemünde aufführen. Mit dem Gedenkkonzert will das Festival Stimmen gegen den Krieg erklingen lassen. Ein russischer Dirigent – Mstislav Rostropovich. Ein englischer Komponist – Benjamin Britten. Ein Ort mit Geschichte – Peenemünde. Welcher Musiker ist geeigneter als Rostropovich, der den Krieg miterlebt und sich stets gegen Krieg und Gewalt engagiert hat? Welches Werk bietet sich besser an, als „War Requiem”, eines der größten musikalischen Antikriegswerke? Welcher Aufführungsort ist überzeugender als Peenemünde, um ein Zeichen des Friedens in die Welt hinauszuschicken? Handelt es sich doch um den Ort, an dem Hitlers „Vergeltungswaffe” entwickelt wurde und an dem Tausende von Zwangsarbeitern umkamen. Bundespräsident Johannes Rau und Präsident a.D. Michail Gorbatschow werden dieser aufwendigsten Konzertproduktion in der Geschichte Mecklenburg-Vorpommerns beiwohnen. Russische Kompositionen und herausragende Moskauer Interpreten, unter ihnen Vladimir Spivakov, Natalia Gutman, das Borodin-Quartett und der Kammerchor des Tschaikowsky-Konservatoriums sind in fast allen 18 Konzertprogrammen des Usdedomer Musikfestivals vertreten. Zu den Höhepunkten, das in diesem Jahr eine Mischung aus Konzerten, Meisterkursen, Workhops und Vorträgen präsentiert, zählen auch die Auftritte junger Stipendiaten der renommierten Spivakov-Stiftung. Mit deren Darbietungen wird die Reihe „Eine Kindheit im Dienste der Musik” fortgesetzt. Im Mittelpunkt des Festivalprogramms stehen Werke der Komponisten, die von Moskau aus Musikgeschichte geschrieben haben: von Tschaikowsky und Rachmaninow bis zu Alfred Schnittke und Edison Denissow. Wie in den Vorjahren wird erneut ein Werk uraufgeführt, das vom Festival in Auftrag gegeben wurde. Jazzkonzerte, eine musikalische Entdeckungsfahrt über die Insel sowie die Reihe mit Preisträgerkonzerten des internationalen Wettbewerbs „Young Concert Artists” aus New York ergänzen das Programm. Interessierten Festivalbesuchern empfiehlt sich daneben ein Besuch des Historisch-Technischen Informationszentrums Peenemünde. Dokumente, Originalteile und Modelle vermitteln eine Vorstellung von der Arbeit der Peenemünder Wissenschaftler und von den verheerenden Folge der neuen Waffe. Der gelungene Start der ersten Fernrakete der Welt besiegelte am 3. Oktober 1942 einen der spektakulärsten, aber auch gefährlichsten technischen Durchbrüche des 20. Jahrhunderts.

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