Streicher in Klassen und Gruppen

Methoden – Modelle – Unterrichtspraxis: Neukonzeption in Trossingen


(nmz) -
Das Unterrichten von heterogenen Streicherklassen und -gruppen hat eine lange Tradition. Seit Jahrzehnten werden in diesem Bereich wertvolle Erfahrungen gesammelt. Dieses Know-how in Einklang zu bringen mit aktuellen Aufgabenstellungen und Zielsetzungen instrumentalpädagogischer Arbeit in- und außerhalb von Schule und Musikschule ist Ziel des neu konzipierten Lehrgangs.
Ein Artikel von N.N.

Alternative Unterrichtsformen

Die Zahl der Kinder, die in Gruppen und Klassen erstmalig mit Streichinstrumenten in Kontakt kommen, steigt stetig. In Zeiten einer zunehmenden Verzahnung von schulischer und außerschulischer Bildung bedarf es keiner hellseherischen Fähigkeiten, um zu prognostizieren, dass alternative Unterrichtsformen – neben dem bewährten Einzel- oder Kleingruppenunterricht – zukünftig weiter an Bedeutung gewinnen werden. Bereits heute findet das Miteinander- und Voneinander-Lernen im Streicherbereich in den vielfältigsten Zusammenhängen statt. Das Spektrum reicht von der elementaren Musikpraxis mit Streichinstrumenten über den Streicherklassenunterricht in Grundschulen und weiterführenden Schulen bis hin zum instrumentalen Gruppenunterricht mit heterogen zusammengesetzten Streichergruppen. 

Diese Erweiterung der Tätigkeitsfelder und Aufgabenstellungen, die mitunter weit über die bisherigen Erfahrungen aus Studium und Beruf hinausweisen, nimmt der Lehrgang „Streicher in Klassen & Gruppen“ in den Blick. Er vermittelt professionelle, praxisorientierte Begleitung und Unterstützung bei der Erprobung neuer didaktisch-methodischer Wege für einen kreativen, fachlich fundierten, ideen- und abwechslungsreichen Unterricht mit heterogenen Streichergruppen der verschiedenen Altersbereiche in schulischen und außerschulischen Kontexten.

Lehrgangsthemen und Inhalte

Im Zentrum steht die Vermittlung einer zielgruppenorientierten Methodik für die Arbeit in heterogenen Streichergruppen. Der streicherspezifische Fächerkanon – das Erlernen von Nebenfachinstrumenten, Unterrichtsplanung und Durchführung im Team sowie Organisation, Ensembleleitung et cetera wird erweitert durch das Kennenlernen unterstützender Werkzeuge angrenzender Disziplinen: Neben dem Umgang mit Solmisation und Rhythmussprache kommt dem Singen mit Kindern im Streicherunterricht – auch als Anknüpfungspunkt für die Einführung instrumentaler Lerninhalte – große Bedeutung zu. Im Sinne einer ganzheitlichen musikalischen Arbeit – mit und ohne Instrument – werden Aspekte der Bewegungserziehung, des Umgangs mit dem eigenen (Klang-)Körper, Improvisation und Live-Arrangement als didaktische Mittel und kreative Elemente integriert. Erfolgreicher Gruppenunterricht erfordert differenziertes schülerorientiertes Handeln, Denken und Planen. Die schwierigkeitsgerechte Anpassung von Literatur steht ebenso auf der Agenda wie das Instrumentieren und Arrangieren. 

 Zielgruppe

Der Lehrgang richtet sich an Streicherlehrer/-innen und Instrumentalist/-innen sowie an SchulmusikerInnen. Lehrkräfte, die gegebenenfalls bisher keine oder nur geringe Erfahrung mit Streichinstrumenten haben, zukünftig jedoch mit einem Streicher- oder Schulmusikkollegen gemeinsam arbeiten möchten, werden gemeinsam mit ihren Teampartnern eingeladen.

Anbindung an die Praxis

Das Prinzip „Lernen durch Lehren“ anhand von Hospitationen, Unterrichtsversuchen, begleitenden Aufgabenstellungen zieht sich als roter Faden durch alle Lehrgangsphasen. Einen intensiven Einblick in die Unterrichtspraxis vermittelt die Arbeit der Dozenten Birgit und Peter Boch: Seit 20 Jahren arbeiten sie als Streicherklassenteam (Instrumentalpädagogin/Schulmusiker) am Gymnasium St. Michael in Ahlen (NRW). Die dritte Akademiephase wird daher direkt dort vor Ort durchgeführt. 

 Dozententeam

Darüber hinaus gehören zum Dozententeam: Karoline Braun (Institut für Musik der Hochschule Osnabrück); Prof. Felix Koch (Hochschule für Musik in Mainz); Jörn Kalle Winter (Universität Köln); Prof. Ulrike Tiedemann (Hochschule für Musik Saar); Prof. Dr. Claudia Meyer (Hochschule für Musik und Tanz Köln); Prof. Dr. Ortwin Nimczik (Hochschule für Musik Detmold); René Schuh (Direktor der Bundesakademie); Christina Hollmann (Lehrgangsleitung; Dozentin der Bundesakademie)

 Lehrgangsdaten

Termine: 26.11.–30.11.2012 (1. Akademiephase), 8.5.–12.5.2013 (2. Akademiephase), 11.9.–15.9. (3. Akademiephase, Ahlen), 21.10.–25.10. 2013 (4. Akademiephase), 28.2.–4.3. 2014 (5. Akademiephase/Prüfung)

 Partner

Der qualifizierende berufsbegleitende Lehrgang der Bundesakademie findet in Kooperation mit der Hochschule für Musik Detmold, dem Arbeitskreis für Schulmusik, dem Verband deutscher Schulmusiker, dem Verband deutscher Musikschulen und der ESTA Deutschland statt.

Christina Hollmann (Dozentin der Bundsakademie Trossingen)

Weitere Informationen

Bundesakademie für musikalische Jugendbildung, Hugo-Herrmann-Str. 22, 78647 Trossingen, Telefon 07425/94 93 –0, Fax 07425/94 93 –21. www.bundesakademie-trossingen.de

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