Wege zu Mozart

Musikfestspiele Potsdam Sanssouci 2. bis 18. Juni 2006


(nmz) -

Die Sommerresidenz der preußischen Könige reiht sich in den Reigen innovativer musikalischer Zentren durch-aus selbstbewusst ein, wirkten hier doch Musiker wie Carl Philipp Emanuel Bach und Johann Joachim Quantz, die mit ihren Werken wie mit ihren Instrumentalschulen für Tasteninstrument schulebildend wirkten und damit mit Leopold Mozarts Violinschule korrespondierten. Auch die nächste Musikergeneration mit den Brüdern Duport, J.F. Reichardt und der Musikerfamilie Benda, aber auch Komponisten wie Ditters von Dittersdorf und Luigi Boccherini, die mit Potsdam eng in Verbindung standen, gehörten zur damaligen Avantgarde.

Ein Artikel von Susanne Geißler

Mit ihren einmaligen Konzerträumen können die Musikfestspiele in Potsdam Sanssouci die Originalschauplätze des damaligen Musiklebens präsentieren: die verschiedenen Konzertzimmer Friedrich II., das Schlosstheater im Neuen Palais, die Konzerträume König Friedrich Wilhelm II. im Marmorpalais und der Palmensaal im Neuen Garten. Hier und an vielen weiteren historischen Orten werden die Festspiele den Besuchern musikalische Wege zu Mozart weisen. Breit gefächert ist das Repertoire. Mit dabei ist das Amsterdam Baroque Orchestra unter der Leitung von Ton Koopman (Werke von Bach und seinen Söhnen), Le Concert Spirituel und Hervé Niquet (Musik der Concerts Spirituels in Paris), die Accademia Bizantina mit Ottavio Dantone (italienische Instrumentalmusik) und Al Ayre Espagnole unter Leitung von Eduardo Lopez Banzo (spanische Kantaten und Instrumentalmusik dieser Zeitepoche). Mit dem Da-Ponte-Oktett und dem Ensemble Sarband tauchen wir ein in die Sehnsucht nach Exotischem: ,,Alla Turca“ im Park Sanssouci.

Eingeladen sind auch Musica Antiqua Köln mit Stella Doufexis und Reinhard Goebel (empfindsame Klanggesänge), der Körnersche Sing-Verein mit dem Dresdner Instrumental-Consort unter der Leitung Peter Kopps (kirchenmusikalische Werke von C.P.E. Bach, Mozart und Galuppi) und das Gesualdo Consort Amsterdam mit Harry van der Kamp (Vokalwerke ins-besondere von C.P.E. Bach). Auf der Bühne des Schlosstheaters im Neuen Palais erleben zwei Opernproduktionen ihre Premiere: In einer Erstaufführung Baldassare Galuppis Dramma giocoso per musica ,,Le nozze di Dorina“ mit der Kammerakademie Potsdam unter der musikalischen Leitung von Sergio Azzolini und in der Regie von Hinrich Horstkotte. Zum andern hebt sich der Vorhang für Joseph Haydns Marionetten-Singspiel „Die Feuersbrunst“ mit The Carter Family Puppet Theatre Seattle (USA) und seinem künstlerischen Leiter Stephen Carter und der Capella Augustina (auf historischen Instrumenten) unter der Leitung von Andreas Spering.

Wie jedes Jahr gibt es wieder Openair-Konzerte im Schlosspark: Zum Auftakt am Pfingstwochenende möchte an den Terrassen der Orangerie ,,Eine große Nachtmusik“ mit dem Kammerorchester Berlin, geleitet von Kevin McCutcheon, das Publikum verzaubern. Zum Abschlusskonzert am 18. Juni erklingen festliche „Krönungsmusiken“ von Mozart, Righini, Kraus und Händel am Neuen Palais mit der Kantorei an der Erlöserkirche Potsdam und dem Neuen Kammerorchester Potsdam unter Ud Joffe. Neu im Programm sind Einführungen zu Konzerten und Opernaufführungen, die je-weils mit dem musikalischen Leitern der Ensembles beziehungsweise Mitgliedern der Inszenierungsteams der Theaterproduktionen angeboten werden.

Ein umfangreicher kulturhistorischer Programmteil mit Schloss- und Gartenführungen, Vorträgen und Radtouren runden das musikalische Programm der diesjährigen Potsdamer Musikfestspiele ab. Erstmalig können die Karten für alle Veranstaltungen online gekauft werden.

www.musikfestspiele-potsdam.de

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