Zur Renaissance der Renaissance

Zu den Steglitzer Tagen für Alte Musik


(nmz) -
Die traditionsreiche Veranstaltungsreihe „Steglitzer Tage für Alte Musik“ fand im Mai-Juni diesen Jahres zum 21. Mal in Berlin Steglitz statt im Rahmen der 61. Steglitzer Woche. Die Schirmherrschaft hatte wieder der Bezirksbürgermeister Norbert Kopp übernommen. Unterstützt wurde dieses Projekt vom DTKV Berlin, dem Freundeskreis der Musikschule Steglitz-Zehlendorf sowie dem Bezirk (BVV) Steglitz-Zehlendorf.
Ein Artikel von Anka Sommer

In diesem Jahr standen die Konzerte, Vortrag und  Interpretationskurse unter dem Thema Marienvesper 1610 „Vespro della Beata Vergine“ von Claudio Monteverdi (1567–1643) und  Renaissance statt. So wurden die Meisterkurse alle diesem Thema zugeordnet. Der Kurs Gesang wurde von Prof. Mark Tucker in Zusammenarbeit mit Gestischer Rhetorik unter  Nils Niemann betreut. Als zuverlässiger Korrepetitor war wieder Andreas Wenske vor Ort.
Einen Kurs „Die Blockflöte in der Kammermusik um 1450-1550“ wurde von Gaby Bultmann angeboten. Der zentrale Kurs unter Prof. Egon Mihajlovic in Zusammenarbeit mit dem Regisseur Detlef Sölter bereitete die Aufführung der Marienvesper als Höhepunkt der diesjährigen Steglitzer Tage vor.
Chor und Solisten mit Studenten der Universität Ljubljana, die das Werk bereits dort aufgeführt hatten, erarbeiteten sich gemeinsam mit internationalen Solisten und Choristen aus Berlin eine szenisch-musikaliche Darbietung. Der traditionelle Vortrag von Dr. Bernhard Morbach hatte zum Thema „Die Renaissance der Renaissance – über die Aktualität der Musik der Renaissance des 15. und 16. Jahrhunderts“. Er fand ein großes überaus interessiertes Publikum vor, dessen Fragen er gründlich beantwortete.
Das Eröffnungskonzert „Le nuove musiche“ der Dozenten wurde zu einem exorbitanten Klangereignis. Mark Tucker, Tenor, eroberte mit seiner  klangvollen Stimme und unterstützender Gestaltung im Nu das Publikum. Zusammen mit der slowenischen Sängerin Ana Grasselli inszenierte er die Arie des Orfeo „Rosa del ciel“ und die Arie der Euridice „Io non dirò“. Gaby Bultmann brillierte auf ihrer Blockflöte in der berühmten Sonata seconda von G. B. Fontana und der Geiger Doriano Longo hatte sich die Sonata prima von D. Castello vorgenommen. Den Continuopart spielte wie immer zuverlässig und sehr professionell Egon Mihajlovic, unterstützt von dem slowenischen Musiker Izidor Grafenauer auf der Theorbe. Das Publikum applaudierte frenetisch und wollte die Künstler kaum von der Bühne lassen. Die Woche endete mit zwei Aufführungen in der Matthäuskirche in Berlin-Steglitz.

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