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Alle Artikel kategorisiert unter »Georg Beck«

Mehr als ein Traum

05.11.21 (Georg Beck) -
Musik von Robert HP Platz, Konzerte, die seine Handschrift tragen, atmen eine eigene Stimmung. Eine Erfahrung, die jetzt ganz unvermittelt wieder da war zur Ouvertüre von „RHPP70“, Kürzel für den kleinen-großen Geburtstagsparcours für Robert HP Platz, den in Köln lebenden, aus Baden-Baden stammenden, in der Welt weit herumgekommenen Komponisten und Kompositionslehrer, Dirigenten, Ensemblegründer, Buchautor.

So könnte es was werden mit dem guten alten Klavierabend

05.11.21 (Georg Beck) -
Für Überraschungen war Alfred Brendel schon immer gut. Auch jetzt wieder als Klavier-Festival Ruhr-Intendant Franz Xaver Ohnesorg seinem treuesten Festival-Pianisten (28 Auftritte, davon bis 2008 elf Recitals plus Meis­terkurse plus Lesungen plus Vorträge) mit seinem fünfteiligen „Brendel 90“-Zyklus ein budgetrelevantes Präsent zum runden Geburtstag geschnürt hatte: Fünf Pianisten, fünf Abende, fünf Programme, fünf Brendel-Bezüge und ein Jubilar, der gebeugt ging, der mit Stock ging, der aber ungebrochen lebendig und teilnehmend anwesend war an allen fünf Abenden. Dass Kunst aus Freundschaften lebt, war denn auch eine Lehre dieses im Düsseldorfer Schumannsaal zum Besichtigen wie zum Belauschen freigegebenen Geburtstagspräsents – aber es war beileibe nicht die Wichtigste.

Gesangspädagogik als Lebensentwurf

29.10.21 (Georg Beck) -
Am Hochschul-Vorläufer Robert-Schumann-Konservatorium Düsseldorf leitete Franziska Martienßen-Lohmann von 1949 bis 1969 eine Meisterklasse für Gesang. Nach Ruhestandsgrenzen hatte niemand gefragt. Schon gar nicht im Fall dieser Franziska Martienßen-Lohmann, galt sie doch als Institution, bestens beleumundet in der Sängerwelt. Nach einem Leben in drei politischen Systemen fing sie im 62. Lebensjahr noch einmal ganz neu an, stürzte sich nach kurzem Ost-Intermezzo, aus Weimar kommend, im westdeutschen Nachfolgestaat in ein letztes Lehr-Abenteuer.

Die Form als Inhalt betrachtet

29.10.21 (Georg Beck) -
Eigentlich nur gute Nachrichten, die ein verregneter Oktoberanfang in Sachen Kunst in Köln geliefert hat. Zu erleben ein Veranstalter, der herzeigte, was er hat, der sich darüber im Klaren war, dass, wo „Festkonzert“ draufsteht, auch ein solches drin sein muss. So traten sie denn auf, in selten konzentrierter Form: WDR Sinfonieorchester, WDR Rundfunkchor mit den Gästen Pierre-Laurent Aimard für den klavieristischen Solopart und Enno Poppe als Dirigenten-Komponist am Pult. Letzteres haargenau die Konstellation, auf die man es auch seinerzeit abgesehen hatte, am 8. Oktober 1951, vor 70 Jahren als Igor Strawinsky das allererste „Musik der Zeit“-Konzert künstlerisch verantwortete.

Ohne Ethos keine Kunst

02.07.21 (Georg Beck) -
Begegnungen mit Frederic Rzewski, so wenige es auch gab, immer hielten sie irgend­eine Überraschung bereit. Da konnte ich mich noch so sehr auf dieses und jenes Thema vorbereitet haben – es kam, am Ende, ganz anders. Hatte er Zeit und Lust, konnten die angestrebten Formate leicht aus dem Ruder laufen, in jeder Beziehung.

Wer die Sehnsucht kennt

12.05.21 (Georg Beck) -
Wie dankbar man war! – Gefühlt lag es ja eine kleine Ewigkeit zurück, da man im Konzert war, in Präsenz, mit den Ohren im Orchester, nicht am Lautsprecher, vor irgendwelchen High-End-Geräten, dank derer uns die Simulation allmählich zur zweiten Natur geworden ist. Neulich kam’s anders. Eine Ausnahmeregelung im NRW-Coronaschutzverordnungs-Verhinderungs-Kulturleben hatte sich aufgetan. Und so wurde es möglich, ein „Stück über uns und mit uns, aber für Euch!“ – als Pressevorführung. Die allein war übrig geblieben.

Muss selbst den Weg mir weisen

Folgt man Luis Buñuel, dem Liebhaber von Wagner, von de Sade, von Heringen in Öl, von Klöstern, Bars, Alkohol, Tabak und dergleichen Rauschdrogen mehr – folgt man diesem genialen Neuschöpfer, Wiederbeginner, habe sein und Dalís surrealistischer Skandalfilm „Un chien andalou“ gleich zwei Mal zu Fehlgeburten geführt. Kann man glauben, muss man nicht glauben. Was aber klar ist: Es gehörte Mut dazu, Traumbilder in Filmbilder übersetzen zu wollen. Buñuel träumte: eine Wolke durchschneidet den Mond, eine Rasierklinge ein Auge. Ameisen krabbeln über meine Hand! ergänzte Dalí. Das war neu – im Jahr 1929.

Wieviel Dream ist im Stream?

23.09.20 (Georg Beck) -
Corona hat es an den Tag gebracht. Seitdem liegen die Widersprüche offen. Und auch dies: wie unbekümmert wir ihnen gegenüberstehen, ja, wie sehr sie uns zur zweiten Natur geworden sind. Einmal mehr: infiziert, ohne zu wissen, dass. Ein Schadensbild, das nicht nur für den Gutachter daran ablesbar ist, wie selbstverständlich wir in der Zeit der Gespenster­konzerte den Reflexen nachgegeben haben: Kann das Publikum nicht zum Konzert kommen, dann bringen wir das Konzert eben zum Publikum.

„Fidelio“ als Rettungsgeschichte 44 – Adam Fischer in Düsseldorf

10.09.20 (Georg Beck) -
Himmlisches und Irdisches war in dieser Fidelio-Produktion ganz nah beisammen. Alles mit klar perforierten Reißlinien, weswegen die Wertstofftrennung nicht allzu schwerfällt. Um mit der guten, der sehr guten Nachricht anzufangen: Es wurde hinreißend musiziert, fabelhaft gesungen. Immer wenn Adam Fischer am Pult steht, sitzen die Düsseldorfer Symphoniker auf der Stuhlkante. Wie jetzt, da es darum ging, einen „Herzenswunsch“ ihres „Principal Conductors“ zu erfüllen wie der von Tonhallen-Intendant Michael Becker eigens für Adam Fischer geschaffene Titel lautet.

So könnte sie klingen, unsere Musik der Zeit

21.04.20 (Georg Beck) -
Vom Werk wollte er nicht lassen – nur anders als offen konnte er es sich nicht vorstellen. Am Autor hat er festgehalten – nur weit wollte er ihn verstanden wissen. Kunst und Musik waren ihm Lebenselexier – nur dass es ihm unvorstellbar war, sie romantisierend zu überhöhen, sie einzuschließen in bürgerliche Innigkeit. Was auch nicht gepasst hätte zum unehelichen Sohn eines Unterhaltungsmusikers, als der Bruno Maderna am 21. April 1920 in Sant’Anna di Chioggia bei Venedig zur Welt kommt.
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