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Alle Artikel kategorisiert unter »Georg Beck«

Boykott ist nicht die Sprache der Kunst

04.09.18 (Georg Beck) -
So viel Ahnungslosigkeit war selten. Von „BDS“, Kürzel für die israelfeindliche Bewegung „Boycott, Divestment, Sanctions“, habe sie bis zur Einladung an das Hip-Hop-Trio Young Fathers noch nie gehört. Ein Aufschlag der Ruhrtriennale-Intendantin Stefanie Carp, der gleich zu Beginn der Podiumsdiskussion „Freedom of Speech/Freiheit der Künste“ im Netz landete. Ein Statement, das offenbarte, weshalb die Ruhrtriennale, das mit NRW-Landesgeldern ermöglichte „Festival der Künste“ erstmals seit seinem Bestehen ernsthaft ins Gerede gekommen ist. Zugleich aber auch ein Statement, das in seiner Ehrlichkeit, seiner Naivität bestürzte. Mehrheitlich jedenfalls.
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Die Kentridge-Produktion „The Head And The Load“ zur Eröffnung der Ruhrtriennale

12.08.18 (Georg Beck) -
Ein Theaterabend, der uns kalt erwischt, der uns an ein Schuldenkonto erinnert, von dem wir bis dato noch nicht einmal wussten, dass wir sie hatten, diese Hypothek. Eine, die wir offenbar noch immer abstottern müssen: die Afrika-Politik der europäischen Kolonialmächte im Ersten Weltkrieg. Ein Hintergrund, eine Blutspur, die William Kentridge, renommierter südafrikanischer Zeichner, Filme­macher, Installationskünstler, in ein Stück verwandelt hat, weder um den Ereignissen den Prozess zu machen, noch den Reportage-Zeigefinger zu heben. Wie aber dann? – Sie bühnenwirksam machen mit Hilfe von Collage und Dekonstruktion, so Kentridge.

Lebe dein Leben und deine Musik

13.06.18 (Georg Beck) -
Wer sich ihren Terminkalender, ihre Repertoireliste anschaut, glaubt ihr „neue musik leben“, diesen schönen, diesen redenden Titel für ihren brandneuen Podcast sofort. Irene Kurka lebt in der Neuen Musik, lebt für sie.

Ränder, Fehler, Flüstertöne

07.06.18 (Georg Beck) -
Die erste Frage, die diesem Festival-Jahrgang galt, war außermusikalischer Natur: Was eigentlich wird genau gefeiert? – Die Presse- und Öffentlichkeitsabteilung des (haupt)veranstaltenden Westdeutschen Rundfunks war sich sicher: „50 Jahre Wittener Tage für neue Kammermusik“. Was eine ziemlich selbstbewusste Überschrift war zu einer Vorankündigung, die dann lus-tigerweise so weiterging: „Fehler im System, folgenschwere Tippfehler und Versehen, die Veränderung bringen – bei den Wittener Tagen für neue Kammermusik geht es im Jubiläumsjahr um ‚produktive Fehler‘.“

Singen heißt mich das Herz

31.05.18 (Georg Beck) -
Die Zeit vergeht. Wie sie das tut, das hat die jüngste Ausgabe von „Acht Brücken. Musik für Köln“ vorgeführt. Und zwar mit wünschenswerter Klarheit. Dabei hat es die Festival-Dramaturgie verstanden, einerseits Kern und Botschaft des Stücks für alle sichtbar hinzustellen und zugleich ins Überzeitliche zu heben. Man kann das weise, wahlweise geschickt nennen: Geschichte aufarbeiten, ohne Schuldfragen wälzen zu müssen, einfach einen neuen Stand der Dinge verkünden.

Gegenentwurf mit viel Beethoven

29.05.18 (Georg Beck) -
Es gibt Sätze in diesem Buch, für die man ihren Autor noch im Himmel umarmen möchte. Überhaupt bleibt es ein Rätsel, wie ein 30-Jähriger ein solches Thema angehen, finden, es sich zutrauen konnte. Und zwar buchstäblich (hier kann, in diesem Fall muss man es sagen) – allein gegen eine „Welt von Feinden“.

Zimmermann-Oper „Die Soldaten“ an den Uraufführungsort Köln zurückgekehrt

03.05.18 (Georg Beck) -
Man fieberte mit. Wofür man noch nicht einmal Kölner sein musste. Schadete freilich auch nicht, wenn es so war. Man freute sich einfach, dass diese gebeutelte Stadt, in der so vieles versinkt – das Stadtarchiv im bröseligen U-Bahn-Untergrund, die Oper in einer etatlöcherreißenden Permanent-Baustelle, jüngst der 1. Fußball-Club in der Zweitklassigkeit –, man freute sich, dass diese Stadt, offenbar doch noch groß denken, groß handeln kann. Freute sich mit und für den „Leitungsstab“ der Oper Köln, spürte den erhöhten Pulsschlag ihres Dramaturgen Georg Kehren, wenn dieser, nicht ohne Stolz, vorrechnete: „Nach 53 Jahren wieder zurück am Ausgangspunkt!“

Was zwischen Zeit und „derzeit“ so passiert

30.04.18 (Georg Beck) -
Man kommt gern. Allein schon wegen dem Ort. Wo sonst darf man als Freund einer zeitgenössischen Musik sich einmal rechtens im Zentrum fühlen? Hier – Köln, Funk­haus Wallrafplatz – ist man es tatsächlich. Mehr Zentrum geht nicht.

Abenteuerliche Flugmanöver, halsbrecherische Luftkurven

30.04.18 (Georg Beck) -
„Erfolg! Geld! Wir beobachten in neuesten Werken, dass die Musik nicht mehr interessiert. Die Musik wird von den Musikern verlassen.“ [Hans-Joachim Hespos]
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