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Alle Artikel kategorisiert unter »Georg Beck«

Ein Ensemble auf seinem Weg

29.08.22 (Georg Beck) -
Wrocław, im Mai – Man muss schon etwas üben, soll ein Ensemblename wie dieser halbwegs unfallfrei, dazu mit der richtigen Betonung über die Lippen kommen: Spółdzielnia Muzyczna. Was das bedeutet? Wie man auf so etwas verfällt?

Einen Ort kreieren, der ohne Worte auskommt

31.05.22 (Georg Beck) -
Witten, Anfang Mai – Das Unbehagen in der Kultur rückt uns als Gefühl jetzt wieder ganz nah auf den Pelz. Auch in Witten war das so, wenngleich dort doch alles dafür getan wurde, dass wir es nicht spüren, jedenfalls nicht allzu sehr. Eigentlich, so hörte man rechts und links, sei Witten doch „wie immer“.

Die Funken müssen wir schon selber schlagen

28.04.22 (Georg Beck) -
Köln, im April – Seitdem „Zeitenwende“ ist, seitdem uns beigebracht wird, dass Aggression doch nur mit Aggression zu bekämpfen sei, seitdem der Bellizismus den Pazifismus ablöst und so ziemlich alles auf den Kopf gestellt ist, was zur zweiten Natur geworden war, in solcherart neuen Umgebung lag es auf der Hand, dass ein „Festival für aktuelles Musiktheater“ daraufhin angesehen würde, wie es sich zum besagten „Aktuellen“ ins Verhältnis setzen respektive aus der Affäre ziehen würde. Eine Erwartungshaltung, die natürlich schon deshalb ungerecht sein musste, weil Musiktheaterproduktionen nun einmal lange Vorlaufzeiten haben, deswegen auch auf nichts reagieren können, was vor ein paar Wochen die Weltlage umgekrempelt hat. So klar dies ist, so klar ist andererseits auch, dass kein Publikum abstrahieren kann von eben diesem „Aktuellen“. Eine Ambivalenz, in der sich auch SPARK wiederfand, das brandneu aus der Taufe gehobene Musiktheater-Festival unter dem Dach von ON Cologne. Man durfte gespannt sein, wie es sich behaupten, ob Funken in nennenswerter Anzahl überspringen würden.

Erbauliches mit Baustellen

27.12.21 (Georg Beck) -
Kölner Philharmonie, im Oktober. ­Allein der Beifang dieses Konzertabends war beachtlich. Zwei ausgewachsene Orchester, ein neunköpfiges Gesangs-Ensemble, ein halbes dutzend Meisterwerke aus Oper und Konzert – im Ausschnitt, versteht sich. Den Potpourri-Effekt musste man in Kauf nehmen. Dagegen freilich stand ein Format, das mit geschlagenen drei Stunden wagnersche Längen erreichte, nur, dass es bedeutend kurzweiliger zuging.

Nicht das Ende besingen. Über das Ende hinaussingen

01.12.21 (Georg Beck) -
Komposition gilt unter Kirchenmusikern im Prinzip als abgeschlossen. Was man braucht, liegt vor. Mehrheitlich in guter bis sehr guter Qualität, weswegen es für Kantoren, für Organisten überhaupt keine Schwierigkeit darstellt, ihr Berufsleben zu organisieren, ohne selber je eine einzige Note schreiben zu müssen. Es besteht keine Notwendigkeit dazu. Was musikalisch zu tun ist im Kirchenjahr, ist mach- und lieferbar aus dem Bestand. Wozu also Neues in die Welt setzen? Soll ich mich blamieren? Soll ich dilettieren? – Soweit, sehr holzschnittartig, die Konturen einer Haltung, mit der die Kirchenmusik, man möchte sagen: mehr oder weniger achselzuckend zu Protokoll gegeben hat, dass sie Nähe zu gegenwärtigem Komponieren als überflüssig betrachtet – seit langem schon. Weswegen die Ausnahmen denn auch ins Auge fallen. Wolfgang Abendroth zum Beispiel.

Mehr als ein Traum

05.11.21 (Georg Beck) -
Musik von Robert HP Platz, Konzerte, die seine Handschrift tragen, atmen eine eigene Stimmung. Eine Erfahrung, die jetzt ganz unvermittelt wieder da war zur Ouvertüre von „RHPP70“, Kürzel für den kleinen-großen Geburtstagsparcours für Robert HP Platz, den in Köln lebenden, aus Baden-Baden stammenden, in der Welt weit herumgekommenen Komponisten und Kompositionslehrer, Dirigenten, Ensemblegründer, Buchautor.

So könnte es was werden mit dem guten alten Klavierabend

05.11.21 (Georg Beck) -
Für Überraschungen war Alfred Brendel schon immer gut. Auch jetzt wieder als Klavier-Festival Ruhr-Intendant Franz Xaver Ohnesorg seinem treuesten Festival-Pianisten (28 Auftritte, davon bis 2008 elf Recitals plus Meis­terkurse plus Lesungen plus Vorträge) mit seinem fünfteiligen „Brendel 90“-Zyklus ein budgetrelevantes Präsent zum runden Geburtstag geschnürt hatte: Fünf Pianisten, fünf Abende, fünf Programme, fünf Brendel-Bezüge und ein Jubilar, der gebeugt ging, der mit Stock ging, der aber ungebrochen lebendig und teilnehmend anwesend war an allen fünf Abenden. Dass Kunst aus Freundschaften lebt, war denn auch eine Lehre dieses im Düsseldorfer Schumannsaal zum Besichtigen wie zum Belauschen freigegebenen Geburtstagspräsents – aber es war beileibe nicht die Wichtigste.

Gesangspädagogik als Lebensentwurf

29.10.21 (Georg Beck) -
Am Hochschul-Vorläufer Robert-Schumann-Konservatorium Düsseldorf leitete Franziska Martienßen-Lohmann von 1949 bis 1969 eine Meisterklasse für Gesang. Nach Ruhestandsgrenzen hatte niemand gefragt. Schon gar nicht im Fall dieser Franziska Martienßen-Lohmann, galt sie doch als Institution, bestens beleumundet in der Sängerwelt. Nach einem Leben in drei politischen Systemen fing sie im 62. Lebensjahr noch einmal ganz neu an, stürzte sich nach kurzem Ost-Intermezzo, aus Weimar kommend, im westdeutschen Nachfolgestaat in ein letztes Lehr-Abenteuer.

Die Form als Inhalt betrachtet

29.10.21 (Georg Beck) -
Eigentlich nur gute Nachrichten, die ein verregneter Oktoberanfang in Sachen Kunst in Köln geliefert hat. Zu erleben ein Veranstalter, der herzeigte, was er hat, der sich darüber im Klaren war, dass, wo „Festkonzert“ draufsteht, auch ein solches drin sein muss. So traten sie denn auf, in selten konzentrierter Form: WDR Sinfonieorchester, WDR Rundfunkchor mit den Gästen Pierre-Laurent Aimard für den klavieristischen Solopart und Enno Poppe als Dirigenten-Komponist am Pult. Letzteres haargenau die Konstellation, auf die man es auch seinerzeit abgesehen hatte, am 8. Oktober 1951, vor 70 Jahren als Igor Strawinsky das allererste „Musik der Zeit“-Konzert künstlerisch verantwortete.

Ohne Ethos keine Kunst

02.07.21 (Georg Beck) -
Begegnungen mit Frederic Rzewski, so wenige es auch gab, immer hielten sie irgend­eine Überraschung bereit. Da konnte ich mich noch so sehr auf dieses und jenes Thema vorbereitet haben – es kam, am Ende, ganz anders. Hatte er Zeit und Lust, konnten die angestrebten Formate leicht aus dem Ruder laufen, in jeder Beziehung.
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