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Alle Artikel kategorisiert unter »Georg Beck«

Irgendwie ist der Film doch das bessere Theater – Helene Hegemann inszeniert an der Kölner Oper „Musik“

08.12.13 (Georg Beck) -
Eine Kölner Musiktheaterproduktion, der man eines nicht vorhalten kann, dass sie es nämlich hätte an Mut fehlen lassen. Sicher, den Ausflug einer, wie es so schön heißt: umstrittenen Autorin ins Opernfach, hätte es ohne den Geburtshelfer, ohne den Bündnispartner Fonds Experimentelles Musiktheater in dieser Form mit Sicherheit nicht gegeben.

Der Überlebende aus Warschau

07.12.13 (Georg Beck) -
Gesetzt den Fall, ein experimentierfreudiger Filmemacher verfiele irgendwann auf die tollkühne Idee, das Leben des René Leibowitz auf die Leinwand zu bringen – ein griffiger Anfang dafür wäre das Los Angeles des Jahres 1947. Nicht nur, weil es immer ein schönes Reibungsmoment ist, entschiedene Europäer wie René Leibowitz in Amerika auftreten zu lassen. So anzufangen hätte auch den Vorteil, dieses Leben im Umkreis von Kunst und Gewalt im 20. Jahrhundert in Rückblenden zu entwickeln. Wobei es bezeich­nen­­derweise eine Kunsterfahrung ist, die die Erinnerung auslöst. Eine, die für Leibowitz überfallartig kommt und ihn ganz wie von selbst dahin bringt, sein Leben wie das seiner Familie und Freunde noch einmal „wie im Film“ ablaufen zu lassen. Ausgerechnet in Kalifornien.

Wenn es nicht aufhört, zu ticken – Kammermusik trifft Musiktheater – „… der Sinne Uhrwerk“ von Christian Banasik in Düsseldorf uraufgeführt

19.11.13 (Georg Beck) -
Donaueschingen verkündet die Großform. Erfrischend hält man in der Neue Musik-Provinz dagegen. Die Ensemblekultur, so die Botschaft in diesem Fall aus Düsseldorf, ist noch längst nicht am Ende. Auch nicht als Kammermusik. Das Potential ist reich – sofern man seine Dramatik spürt.

Kunst ist Abenteuer, Kunst muss man erfahren

13.11.13 (Georg Beck) -
Bochum/Duisburg im September. Vor allem sie hat sich mittlerweile in unserem Ruhrtriennale-Unterbewusstsein festgesetzt – die Stimme aus dem Off vor Veran­staltungsbeginn: „Begrüßen Sie die Jury der Children’s Choice Awards!“ Auftakt zu einer Art Vorspiel auf dem Theater, einem Ritus mit subtilem Reflexions- oder auch Provoka­tions­­potential. Die Gefühlslage im Publikum: regel­mäßig schwankend zwischen hochge­zo­genen Augenbrauen und dem Lächeln desjeni­gen, der glaubt, einen Witz verstanden zu haben. Ein Jokus, ein Regieeinfall? Und, haben wir das richtig mitgekriegt: Kinder als Juroren? Ja und nein. So heftig nämlich „No Education“, diese vielleicht verstörendste Goebbels-Erfindung, mit beiden Augen zu zwinkern versteht – es liegt darin ja auch ein Ernst, auch wenn derselbe im Anarchokostüm mit übergezogener Clownsnase daher­zu­kommen pflegt. Nebenbei bemerkt ist letzteres ja fast eine conditio sine qua non geworden für denjenigen, der hierzulande heutzutage etwas von Wichtigkeit mitzuteilen begehrt, der in dieser oder jener Sache einen Ruck! herbeizu­rufen wünscht. Ohne ironische Brechung, ohne Umkehrung der Laufrichtung geht gar nichts.

Ehre wem Ehre gebührt – sound surround-Urenkel treffen sound surround-Urväter beim Essener Festival „NOW!“

01.11.13 (Georg Beck) -
Nennt sich ein Neue Musik-Festival „NOW!“ und setzt dahinter noch ein emphatisches Ausrufungszeichen, ist dies zunächst einmal eine klare Sache: Neueste Produktion, Gegenwärtigkeit – und zwar jetzt. Umso erstaunlicher, dass das junge Festival der Essener Philharmonie, hervorgegangen aus der Erbmasse des netzwerk neue musik, eben hier und jetzt zu einer Exkursion vom Hier und Jetzt ins Historische aufrief.

Zeichen und Wunder – Zwei Düsseldorfer Konzerte widmen sich Schönberg und der Schönberg-Pflege – im weitesten Sinne

21.10.13 (Georg Beck) -
Ein Wochenende voller unerhörter Nachrichten, eine fantastischer als die andere. Erst spielen die Toten Hosen Schönberg, dann hören die Hosen-Fans eine Zwölftonkomposition an, sind darüber aus dem Häuschen und lassen die Düsseldorfer Tonhalle Kopf stehen. Womit die wichtigste Nachricht vom Tag davor schon wieder untergepflügt war: ein grandioser Klavierabend mit Udo Falkner, gewidmet der Musik von Georg Kröll und – Arnold Schönberg.

Ein Leben für die Musik

20.10.13 (Georg Beck) -
„Eines der großartigsten Merkmale Gretes ist, dass sie nicht auf das Klavier einhämmert. Ihr Kennzeichen ist ihr Pianissimo.“ (John Cage)

Geschichte, das ist, im Idealfall, die Geschichte selbst und die Erinnerung daran. In der Realität hinkt letztere hoffnungslos hinterher. Da mag diese oder jene Geschichte noch so bewunderswert, berührend, bestürzend sein – es nutzt ihr nichts. Irgend­etwas hakt. Es dauert und dauert. Und wenn dann doch noch etwas passiert, wenn das Nach- und Anfragen, das Recherchieren und Spurensichern, so zögerlich auch immer, endlich einsetzt – kommt es nicht selten aus Ecken, die man nicht vermutet hätte.

„Britten Days“ in der Britten-Diaspora: eine bemerkenswerte Initiative in Köln-Longerich

14.10.13 (Georg Beck) -
(nmz) – „Lass uns ein kleines Festival machen, mit ein paar Konzerten von Freunden.“ Was einst das Aldeburgh Festival in Gang gesetzt hatte, bleibt wirksam. Dies die wichtigste Botschaft der „Britten Days“, eines (mehrheitlich) laienmusizierten Mini-Festivals in einer Kölner Vorstadtgemeinde.

So macht man das! – Komponisten im Fernsehen: WDR und arte studieren „Die Akte Beethoven“

07.09.13 (Georg Beck) -
Nimmt sich das Fernsehen unsere Komponisten vor, ist die Erwartung groß. Siehe das jüngste Rote-Teppich-Preview im Kammermusiksaal des Bonner Beethovenhauses. Ausverkauft! Leicht vergisst der Musikfreund dabei, dass hinterher vor allem Fernsehen herauskommen muss.

Inseln der Kontemplation: In Gent genießt die Klassik neuerdings Minderheitenschutz

22.08.13 (Georg Beck) -
Normalerweise, Einheimische versichern es, ist Gent eine stille Stadt. Nur eben nicht zur Zeit von Gentse Feesten, dem zehntägigen Sommer-Festival der Stadt, einer oktoberfestartigen Volksbelustigung mit einer, wie die Genter ebenso vehement beteuern, 170-jährigen Tradition.
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