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Alle Artikel kategorisiert unter »Georg Beck«

Unter Archivisten

08.07.09 (Georg Beck) -
Der Empfang ist rau, aber herzlich. „Feuerwehr? THW? Archivisten?“ Im Sicher­heits­gürtel um den Trümmerberg herrschen klare Regeln. Man möchte wissen, zu wem ich will. Also gut. „Zu den Archivisten! Freiwilliger Helfer!“ Keine messbare Reaktion. Ob ich einen Ausweis habe? Nein, noch nicht. Ist mein erster Tag! Ach so. Routinemäßig greift Herr Wachmann mit dem grünen Leibchen zum Diensthandy. Es knackt in der Leitung. Schließlich eine Antwort. Ich werde abgeholt, heißt es. Solange warten.

Europa, deine Ohren: die achte Biennale der Neuen Musik in Düsseldorf

29.06.09 (Georg Beck) -
Ein Europabild zeitgenössischer Musik in vier Konzertabenden. Kuratiert, im Biennale-Rhythmus, von Komponisten und Interpreten der Szene, interpretiert vom notabu-ensemble neue musik unter Mark-Andreas Schlingensiepen. In der Rolle des Cicerone bisher: Siegfried Palm, Manfred Trojahn, Günther Becker, Friedrich Cerha, Heinz Holliger, Beat Furrer, Lukas Ligeti. In der achten Ausgabe nun mit Krzysztof Meyer ein polnischer Blick auf Europa.

Die Orchesterstelle kann mehr sein als eine Abspielstation

29.05.09 (Georg Beck) -
Dass vier nordrheinwestfälische Musikhochschulen sich einigen und 2004 ein Orchesterzentrum eröffnen können, galt auch für Kenner der Szene wie Martin Pfeffer, den verstorbenen Vorsitzenden der Rektorenkonferenz bundes­deutscher Musikhochschulen, als „außerordentlicher“ Vorgang. Jetzt darf man sich ein zweites Mal wundern. Das Ausbildungsinstitut hat in Dortmunds Innenstadt ein nagelneues Domizil bekommen. Nach erfolgter Weihe des Hauses zählte der beeindruckte Chronist vier Festmusiken, fünf Wortbeiträge und – eine offene Frage.

Männerfantasien: „La porta della legge“ – Sciarrino-Uraufführung in Wuppertal

03.05.09 (Georg Beck) -
Sciarrino wird sich immer ähnlicher. Und Wuppertal hilft nach Kräften. Jetzt ist im Barmer Opernhaus bereits das vierte Werk des Italieners in Szene gegangen. Nach „Luci mie traditrici“ (2002), „L’infinito nero“ (2004) und „Macbeth“ (2006) erstmals eine Uraufführung: „La porta della legge“ nach Kafkas Erzählung „Vor dem Gesetz“. Das ausweglos Vergebliche der Dichtung schockgefroren in schönster Sciarrino-Ästhetik.

Frontfrau auf Griffweite, ohne Saalmikro

03.05.09 (Georg Beck) -
„Was machen wir jetzt?“– Schülerfragen können so gnadenlos ehrlich sein. Wie die des Backfischs mit den schwarzen Locken. Da geht der Finger in die Luft und legt sich schwuppdiwupp in die Workshop-Wunde. Für einen kurzen Moment gerät der Dialog zwischen Salome Kammer und den Schülern der Gesamtschule Brühl ins Stocken. Dabei hat der vorangegangene Auftritt der Sängerin ihr selbst wie dem Ensemble beachtliche Sympathiewerte eingebracht. Berios „Folksongs“ jedenfalls gehen glatt durch im Brühler Musikauditorium. Auf der Bühne top – der Workshop ein Flop? Was wir jetzt machen? Antwort: ein Schulprojekt.

Ohne Klischees: „Des Landes verwiesen“ von Juan Allende-Blin in Bonn

22.04.09 (Georg Beck) -
Früher hätte man Dialektik dazu gesagt. Heute sind uns die Worte ausgegangen. Denn was schon sagen, wenn einer sein Ziel erreicht hat, nachdem er einen Umweg gegangen ist? „Bonn Chance!“, sagt jedenfalls das Theater Bonn dazu. Gemeint ist die schöne Reihe des Hauses zum Experimentellen Musiktheater, die jetzt, nach der Trennung vom Forum der Bundeskunsthalle, die erste Premiere im eigenen, im Grunde weitaus angemesseneren Außendepot Theatergelände Beuel erlebt hat.

Wie sag ich’s meinem Kinde? Ein Schulprojekt beim Brühler Festival „Konturen“

07.04.09 (Georg Beck) -
„Was machen wir jetzt?“ Schülerfragen können so gnadenlos ehrlich sein. Wie die des Backfischs mit den schwarzen Locken. Da geht der Finger in die Luft und legt sich schwuppdiwupp in die Workshop-Wunde. Für einen kurzen Moment gerät der Dialog zwischen Salome Kammer und den Schülern der Gesamtschule Brühl ins Stocken. Dabei hat der vorangegangene Auftritt der Sängerin ihr selbst wie dem Ensemble beachtliche Sympathiewerte eingebracht.

Die Kröte ist ein Button: Das Mahler Chamber Orchestra wird „Residenzorchester NRW“

06.04.09 (Georg Beck) -
Neulich auf der Pressekonferenz. Großer Bahnhof in den schönen Räumen der Kunststiftung Nordrhein-Westfalen zu Düsseldorf: Mahler Chamber Orchestra (MCO) wird „Residenzorchester Nordrhein-Westfalen – Dreijährige Residenz in Essen, Köln, Dortmund“. An ellenlangem Podium nehmen Platz vier Intendanten (Konzerthaus Dortmund, Philharmonie Essen, Kölner Philharmonie, MCO) plus ein NRW-Kulturstaatssekretär plus ein Musikhochschul-Rektor Düsseldorf in seiner Eigenschaft als Delegierter der vier Landes-Musikhochschulen und in Personalunion Sprecher des demnächst in neuem Gebäude wiederzueröffnenden Orchesterzentrums Dortmund, Andockstation fürs MCO. Toll!

Abgesunkenes heraufgeholt

30.03.09 (Georg Beck) -
Heiter-melancholisch, stets elegant. Fasziniert hat die Leichtigkeit der Chansons von Charles Trenet von Anfang an. Wie die Piaf, wie Montand ist Trenet heute kulturelles Allgemeingut in Frankreich. Längst vergessen die unschönen Vorfälle, als man den Künstler nach Kriegsende der Kollaboration beschuldigte. Zu keiner Zeit verdächtig waren seine Lieder. Trenets „Douce France“ etwa war und ist berühmt wie hierzulande nur die Lili Marleen. Man muss dies wissen, um zu ermessen, was es bedeutet, wenn sich ein österreichisch-französisches Kulturprojekt zum Musiker-Exil in Frankreich zwischen 1933 und 1945, wenn sich ein solches Geschichtsaufarbeitungsunternehmen einer Ikone des französischen Chansons bedient und dahinter ein Fragezeichen setzt. Douce France? Will sagen: Gab es dieses geliebte, dieses liebenswürdige Frankreich tatsächlich für alle, die vor dem Nazi-Terror aus Österreich und den Nachfolgestaaten der Donaumonarchie ins „Mutterland der Menschenrechte“, nach Frankreich geflüchtet sind?

Der Tanz fällt aus: Christof Nel inszeniert „Moses und Aron“ an der Deutschen Oper am Rhein

23.03.09 (Georg Beck) -
Eine Wendeltreppe, die in den Schnürboden hinaufführt. Eine schöne Idee, die Roland Aeschlimann mit diesem Einheits-Tableau gefunden hat. Nur, fragt man sich, warum Moses eigentlich keinen Gebrauch davon macht? Immerhin ist er es doch, der auf dem Sinai von Gott die Tafeln der Weisungen empfängt, die „Zehn Gebote“, sagt Luther. Kein Thema in der Deutschen Oper am Rhein.
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