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Alle Artikel kategorisiert unter »Georg Beck«

Was uns Paris erzählt – John Neumeier choreografiert Gustav Mahlers Dritte Sinfonie

20.03.09 (Georg Beck) -
Paris, Opéra Bastille, 13. März. – Zum Finale ist die Bühne voll. Die Compagnie, nicht weniger als 154 Tänzer, vollständig angetreten, zu Paaren formiert, Frauen auf den Schultern der Männer. Was frei ist an Extremitäten hängt bis in die gespreizten Finger wie ein Wald von Sendemasten in der Luft. Ein Strahlenkranz von suggestiver Kraft. Noch in den verklingenden Schlussakkord brandet der Beifall. Kein Zweifel: Endlich hat auch Paris Mahlers Dritte Sinfonie als Choreografie von John Neumeier ins Herz geschlossen.

Ein Netzwerk, ein Ensemble, ein Kanon, ein Wunder: Neues aus Köln

05.03.09 (Georg Beck) -
Köln im Dezember. Künstliche Gewässer, schöne neue Hochhauswelt aus Stahl, Glas, Beton. Medien und Moderne buchstabieren sich ja schon lange auf nichts anderes mehr. In Köln hört das Environment auf den redenden Namen Mediapark, seit kurzem auch Domizil der Netzwerk-Initiative ON – Neue Musik Köln e.V. sowie des NRW-Landes- ensembles musikFabrik. Ein Ortsbesuch, der mehr als eine Überraschung bereithält.

Bürger gehen auf die Straße

27.02.09 (Georg Beck) -
Mönchengladbach, im Februar. – „Sollen wir?“ Zustimmendes Nicken. „Wir wollen!“ Im nächsten Moment gibt der freundliche Ordnungshüter die Straße frei. Es kommt Bewegung in das Knäuel vor dem Mönchengladbacher Stadttheater. Ziel: Rathaus Rheydt. Dort befinden die Volksvertreter an diesem Nachmittag über die Zukunft eines 4-Sparten-Hauses. Das Insolvenz-Gespenst geht um. Ein vom Theater­kuratorium bereits beschlossener Nachtragshaushalt hat 1.200 Theaterfreunde in Rage und dann auf die Straße gebracht. Was die einen noch befürchten, ist für andere bereits bittere Erfahrung: Kulturpolitik muss mittlerweile gegen die gewählten Volksvertretern gemacht werden, nicht mit ihnen: Notizen aus der Provinz, die alles daran setzt, nicht ins Provinzielle abzurutschen.

Einhundertvierzig Glücks-Minuten: Udo Falkner spielt Stockhausens „Natürliche Dauern“

17.02.09 (Georg Beck) -
Wie lang dauern natürliche Dauern? Erste Antwort: Einhundertvierzig Minuten. Zumindest brauchte Udo Falkner so lang, um Stockhausens „Natürliche Dauern“ auszubreiten. Ein Klavierzyklus in 24 Stationen, 3. Stunde, Ora Terza des unvollendet gebliebenen Zyklus „Klang“.

Aus dem Neue Musik-Koma erwacht – ein Isang Yun-Festival an der Schumann Hochschule Düsseldorf

03.02.09 (Georg Beck) -
Wird jetzt doch noch alles gut? Eine komplette Hochschule, in der Vergangenheit immer ein wenig verschnarcht, wenn es ans Zeitgenössische ging, reckt und streckt sich, verkündet zur allgemeinen Verwunderung, aus ihrem neue Musik-Koma erwacht zu sein. Tatsächlich geriet die Demonstration des Rekonvaleszenten eindrucksvoll. Fünf Tage neuer koreanischer Musik von Isang Yun, Younghi Pagh-Paan, In-Sun Cho, Aseon Han auf höchstem Niveau – gestemmt von Studierenden. Keine Frage: Das war die Schwalbe. Nun wartet man auf den Sommer.

„Einschaltquoten, Erfolgsziffern sind die Hedgefonds-Gewinne in der Kultur“

02.02.09 (Georg Beck) -
Dass Neue Musik und Kirche noch etwas Anderes ist und hervorbringen muss als Neue Kirchenmusik – diese Überzeugung hat an der Petrikirche in Mülheim an der Ruhr einen festen Platz. Angefangen hat alles mit der Unzufriedenheit von Kirchen­musiker Gijs Burger am kulturellen Status quo. So entstand „Utopie jetzt!“, ein Festival im Kirchenraum.

Ungestellte Fragen, neue Antworten

31.01.09 (Georg Beck) -
Was hat Herbert von Karajan „als Dirigent“ geleistet? Eine Frage wie diese im Zentrum eines Karajan-Buches muss verwundern. War denn nach dem jüngsten Publikations-Tsunami zum 100. Geburtstag des Maestros noch irgendetwas offengeblieben? Durchaus!, meinen die Herausgeber Jürg Stenzl und Lars Laubhold.

Leichtes Kribbeln im Tabubereich – die „musikFabrik“ mit Schönberg und Poppe

13.01.09 (Georg Beck) -
Starke Väter spalten die Geister. Wo die Verehrung wächst, ballt sich insgeheim die Faust. Klar sind es die Jungen, die mit ihren hochfliegenden Plänen im Kopf die Überväter lieber los haben wollen und die Halteseile kappen. So schon als die Avantgarde der Tonkunst vor einem halben Jahrhundert neue Standards setzte. Einer ihrer großen Häuptlinge erklärte Schönberg kurzerhand für „tot“. Nun sind es die Enkel, die den Fall neu aufrollen. Botschaft: Im Zweifel für den Angeklagten!

Stürmisch

11.12.08 (Georg Beck) -
Ende November hat der Sturm begonnen: In Dortmund, Magdeburg und Leipzig wurden Opernhäuser bestreikt. Vorstellungen fielen aus oder es gab Musik vom Band wie in Leipzig – eine besonders fragwürdige Form der Publikumsbefriedung.

Neues aus Absurdistan: ein Lehrstück für Kulturmanager

06.12.08 (Georg Beck) -
Im Schweinsgalopp einmal vor und wieder zurück. In Gestalt ihrer Theater und Philharmonie GmbH tut Essen zur Zeit wirklich alles dafür, sich zum Titel einer Kultur-, zusätzlich den einer Skandal-Hauptstadt zu verdienen. An einem Tag die fristlose Kündigung eines gefeuerten Intendanten zurücknehmen und einen neuen bestellen – Respekt! Da mag für die nächsten Jahre die „überproportionale“ Zinslast im städtischen Schuldendienst noch so sehr feststehen, da mögen Schwimmbäder geschlossen werden, für zwei Intendanten reicht es schon noch. Die nämlich hat Essen jetzt, zumindest bis Mitte 2012. Es staunt der Fachmann und der Laie wundert sich.
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