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Alle Artikel kategorisiert unter »Georg Beck«

Wenn Orchester streiken – vor dem Spitzengespräch lassen DOV und Bühnenverein die Muskeln spielen

01.12.08 (Georg Beck) -
Der Sturm hat begonnen: Am Freitag und am Wochenende waren Vorstellungen in acht Städten von Orchesterstreiks betroffen: Frankfurt am Main, Dortmund, Düsseldorf, Duisburg, Leipzig, Magdeburg, Münster und Stuttgart. Eine besonders fragwürdige Form der Publikumsbefriedung war in Leipzig in letzter Minute verhindert worden: Das Orchester untersagte die Verwendung eines Probenmitschnitts, mit der das Theater eine „Schwanensee“-Vorstellung retten wollte.

Beethoven auf der Streckbank – Amélie Niermeyers Fidelio-Plattitüden in Duisburg

26.11.08 (Georg Beck) -
„Über Rettung wird immer wieder geredet, alles soll gerettet werden. Darüber denken wir auch in der Inszenierung nach, inwieweit so ein singulärer, exemplarischer Fall wirklich dazu führt, dass sich ein ganzes System verändern kann.“ Tut es nicht, sagt Amélie Niermeyer, womit auch an der Deutschen Oper am Rhein eine Aporie zurückbleibt: Fidelios Problem kann gelöst werden – das Fidelio-Problem nicht.

Im Zahlengewitter – Wie sich Ex-Philharmonie-Intendant Michael Kaufmann zur Wehr setzt

12.11.08 (Georg Beck) -
Essen, im November. – „Ich bin überzeugt, dass ich zu Unrecht entlassen worden bin.“ Mit fester Stimme, immer gern verstanden als Zeichen von Aufrichtigkeit, von Glaubwürdigkeit, meldet sich Michael Kaufmann erstmals nach seiner fristlosen Kündigung im September diesen Jahres zu Wort.

Ehrenrettung am untauglichen Objekt

07.11.08 (Georg Beck) -
1929 erklärt Paul Graener seinen Beitritt zum „Kampfbund für deutsche Kultur“. Warum? Immerhin hatte er Ämter bekleidet, Würden erlangt, war Musikdirektor am Royal Theatre und Kompositionslehrer an der Academy of Music in London, Kompositionslehrer am Wiener Konservatorium, Direktor des Mozarteums und der Musikschule Salzburg, Kompositionsprofessor am Leipziger Konservato­rium und Ehrendoktor der Universität und Mitglied der Preußischen Akademie der Künste. Bereits 1920 verleiht ihm das Preußische Kultus­ministerium den Professoren-Titel, und als Komponist und Dirigent hat er zwischen 1920 und 1929 Aufträge und Aufführungen. Warum sollte einer, der sich noch dazu ohne Schul-, ohne Konservatoriums-, ohne Universitätsabschluss nach oben gearbeitet hatte, sich vom „System“, vom „bolschewistischen Kulturbetrieb“ gedemütigt fühlen?

Obstsalat à la Cage – „Utopie jetzt!“, zum 8. Festival Neue Musik Mülheim an der Ruhr

06.11.08 (Georg Beck) -
Mülheim an der Ruhr, im Oktober. Soviel Leichtigkeit ist selten. Schon gar in der Kirche. Wenn überhaupt, dann muss sich dieses flüchtige Wesen namens Utopie so anfühlen wie hier.

In der Schockstarre

01.11.08 (Georg Beck) -
Tief, sehr tief ist der Brunnen, in den dieses Kind gefallen ist. Genau genommen nicht nur eins. Unten liegen ein erfolgreicher Konzerthaus-Intendant, fristlos entlassen vom Aufsichtsrat der Theater und Philharmonie Essen GmbH. Zugleich liegt mit dessen Demontage auch das Image einer Stadt darnieder, die sich gerade zur Kulturhauptstadt Europas, zu „Ruhr.2010“ rüstet. Dabei geht es zwar um mehr als um die Region, doch ist Essen eben nicht weniger als Initiator und Gesellschafter. Stolz vermeldet ein jetzt vorgestelltes „Buch eins“ zu einer „Metropole, die es noch nicht gibt“, den Jury-Beschluss der Europäischen Union: „Essen für das Ruhrgebiet.“

Vom Faden, der die Welt zusammenhält

03.10.08 (Georg Beck) -

Seine Hartnäckigkeit war sprichwörtlich. Sich einzulassen auf Josef Tal, den Künstler und seinen Kunstanspruch, verlangte viel. Unerlässliche Eigenschaften, die mitzubringen waren, wenn man auf Josef Tal traf, waren Ausdauer, Kritik-, ja, Leidensbereit­schaft. Interesse, Kunsternst vorausgesetzt. Zugleich war Tal ein wunderbarer Erzähler.

Die Platte, dein echter Freund und Helfer

06.09.08 (Georg Beck) -
„Oft täuscht die Platte“, mahnte Joachim Kaiser als er 1965 seine „Gro-ßen Pianisten“ schrieb und beschrieb. Zwar sei „ohne Mithilfe der Schallplatte“ ein „Atlas der Klavierwelt“ nicht zu erstellen – ihn zu erstellen setze aber voraus, „den betreffenden Pianisten auch ,in Natur‘ gehört, seinen Anschlag erlebt“ zu haben. Eigentlich eine salomonische Lösung: Das hörende Erleben als Korrektiv für die „Schallplattenüber­setzung der künstlerischen Leistung“. Die Konserve „geprüft“, so Kaiser, am „Original des lebendigen Konzerteindrucks“. Dass solcher Common Sense mit dem neuesten Atlas der Klavierwelt, den „PianistenProfilen“ von Ingo Harden und Gregor Willmes, zwei alten Hasen der Schallplattenkritik, außer Kraft gesetzt scheint, gehört zu den nicht geringen Überraschungen, die dieses voluminöse Nachschlagewerk bereithält.

Altes Werkstattkonzert neu

05.09.08 (Georg Beck) -
„Machen wir einen kleinen Workshop!“ Vollendeter hätte ein Understatement kaum ausfallen können. Nur siebzig Minuten später hatten Pierre-Laurent Aimard und sechs Studenten seiner Kölner Klavierklasse dem diesjährigen Klavier-Festival Ruhr mit einem Carter-Abend der Extraklasse ein strahlendes Glanzlicht aufgesetzt. Dabei bestand das Kunststück doch nur darin, dass Aimard den überwältigungs­ästheti­schen Grundkonsens (nicht nur) dieses Festivals generös ignorierte.

Fixsterne am Nachthimmel und andere Leuchtkörper

01.07.08 (Georg Beck) -

Begehbare Skulpturen, ein Museum für bildende Kunst, ein künstlich angelegter Flussumlauf. Architektur, Literatur, Musik in einer renaturierten niederrheinischen Park- und Terassenlandschaft. Dazu ein repazifizierter Natostützpunkt – Museum Insel Hombroich hat viele Facetten. Das Lebens­reformerische des Entwurfs ist spürbar an allen Ecken und Enden. Auch ein pfingstliches, im Biennalerhythmus organisiertes Musikfest hat daran Anteil. Eindrücke von, Einschätzungen zu einer Insel-Exkursion.

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