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Alle Artikel kategorisiert unter »Georg Beck«

Neubeginnen. Wiederanknüpfen. Querstehen.

01.11.06 (Georg Beck) -

Wir sind mit ihnen aufgewachsen und sind an ihnen gewachsen. Am Schluss, nach 25 Jahren, waren es rund 100 Ausgaben. Einhundert Mal Nachdenken über Komponisten. Jedes der sandfarbenen Bändchen (gern haben wir sie angefasst – gut lagen sie in der Hand) schien auf seine Weise den „Zwielicht“-Schlussvers verinnerlicht zu haben: Hüte dich, sei wach und munter. „Musik-Konzepte“, herausgegeben von Heinz-Klaus Metzger und Rainer Riehn, eine andere Form, der Moderne zu huldigen. – Es war einmal. Mit Heft 120/21/22 „Bruckners Neunte im Fegefeuer der Rezeption“ ist diese Geschichte an ihr Ende gekommen. text + kritik, der alte Münchner Verlag seit dem Gründungsjahr 1977, hat eine Kündigung verschickt. Warum genau, bleibt bis heute einigermaßen im Dunkeln.

Maskuliner Wahn, Feminine Ohnmacht

01.10.06 (Georg Beck) -

Im Anfang ein Hammerschlag. Ein Hieb, der die Geister weckt, nicht nur die im Publikum. Beeindruckend, was sich da auf wie hinter dem Podium der Düsseldorfer Tonhalle versammelt hat: Ein Dämonenkind namens „Merlin“ (Heikki Kilpeläinen), dessen Vater, der Leibhaftige selbst (Sami Luttinen), und als Dritter im Dämonen-Bund ein destruktiver Unterweltsgeist, ein regelrechter Agitator der Volksseele (Manfred Fink).

Eine dunkle Zeit bekommt ein Gesicht

01.07.06 (Georg Beck) -

Robert Schumann in Endenich (1854–1856) – Krankenakten, Briefzeugnisse und zeitgenössische Berichte, hrsg. v. Bernhard Appel für die Akademie der Künste Berlin und die Robert-Schumann-Forschungsstelle Düsseldorf (Schumann Forschungen, Bd. 11), Schott-Verlag, Mainz 2006, 607 S., € 34,95, ISBN 3-7957-0527-4

Wie der west-östliche Diwan klingt

01.04.06 (Georg Beck) -

Indonesisch aus dem linken, Niederländisch aus dem rechten Kanal. Das Zuspielband stoppt, in die Pause der Auslöseschlag des Dirigenten: Einsatz von Ensemble Gending. Gamelan-Klänge füllen den Sendesaal des Deutschlandfunk. Begegnung mit dem anderen Eigensein, wovon bereits Debussy so fasziniert war, dass er sich aufs eigene Anderssein besann, um es in „Voiles“, „Pagodes“, „Cloches à travers les feuilles“ Kunst werden zu lassen. Schöpfungen freilich für sein Instrument, für das Klavier. Wahrscheinlich hätte er nicht schlecht gestaunt, wäre er Zeuge des Abschlusskonzertes vom Forum Neuer Musik 2006 geworden, erklang hier doch ausnahmslos Gamelan-Musik der Gegenwart.

In den kulturellen Nischen von Adel und Orden

01.02.06 (Georg Beck) -

Linda Maria Koldau: Frauen – Musik – Kultur. Ein Handbuch zum deutschen Sprachgebiet der Frühen Neuzeit, Böhlau Verlag, Köln/Weimar 2005, XII, 1189 S., Abb., € 89,90 (bis 28.2.2006), € 110,00 (danach), ISBN 3-412-24505-4

Musikgeschichte, die sich der Gegenwart stellt

01.12.05 (Georg Beck) -

Wien, XIX., Lannerstrasse 9 – irgendwann um das Jahr 1910 fotografiert Hubert Joachim Adler seinen Vater. Umgeben von seinen Büchern sehen wir Guido Adler in einer für ihn überaus charakteristischen Körperhaltung. Ein Gelehrter, dem das Moment der Versenkung auf die Stirn geschrieben ist. Guido Adler in seiner Bibliothek, gebeugt über Skripte, Korrespondenz, Noten. Der Wissenschaftsernst ins Bild gesetzt. So kannten, so schätzen ihn Schüler, Kollegen, nicht zuletzt die Familie, Ehefrau Betty Berger, eine Wienerin, die er 1887 „nach bürgerlichen Gesetzen und israelitischen Gebräuchen” heiratet, dazu die beiden Kinder Hubert und Melanie.

Wiege für ein polnisches Ensemble Modern?

01.10.05 (Georg Beck) -

Auf Initiative des Deutschen Musikrates formierten sich im Deutsch-polnischen Jahr Mitglieder des polnischen Ensembles „kwartludium“ mit jungen europäischen Instrumentalisten zur Polnisch-deutschen Ensemblewerkstatt für Neue Musik. Zum dritten Mal gingen junge Musiker aus verschiedenen europäischen Ländern für eine Woche in Klausur, um das Ergebnis ihrer Zusammenarbeit beim Festival Warschauer Herbst zu präsentieren. – Ein Erfahrungsbericht.

Experiment, Elan, E-Gitarren, Elektronik

01.04.05 (Georg Beck) -

Experimentierfreude beim „Forum neuer Musik“ auch in der Ausgabe 2005. Darin zehrt es noch unterm postmodern-neoliberalen Zeitgeist von der Tradition künstlerischen Aufbruchwillens, hält dessen Elan fest, bleibt zugleich reserviert gegenüber Verengungen. Der Standard „kompositorischer Techniken“ sei, so Frank Kämpfer zum Auftakt des von ihm zum vierten Mal kuratierten Märzfestivals im Deutschlandfunk-Sendesaal, „bekannt, erlernbar, anwendbar, auch: ignorierbar“. Ignorierbar ist jedenfalls nicht, dass der Deutschlandfunk Köln in Gestalt des einzigartigen „Forum neuer Musik“ seinem Kulturauftrag nachkommt – auch ohne große Namen, die Publikum und Feuilleton über Verwerfungen hinwegtrösten könnten. Statt neuer-alter Unübersichtlichkeit mit „stringenten“ Programmen entgegenzutreten, beharrte auch die Forum-Ausgabe 2005 auf der ihr eigenen Gratwanderung – mit bewegenden und verstörenden Eindrücken. Zwei Porträtkonzerte, ein Klavier-Recital, eine multimediale Performance beschrieben die differenten Bahnkoordinaten und Fluchtgeschwindigkeiten von Kunstentwürfen nach dem Urknall des Verbindlichkeitsverlustes.

Jähes Erwachen aus dem Rausch der Oper

01.04.05 (Georg Beck) -

Am Schluss verkriecht sich Tobias unter die Bettdecke. Licht aus. Ende einer Drogenkarriere. „Kokain“, die zweite Musiktheater-Arbeit des Leipziger Komponisten und Pianisten Steffen Schleiermacher, protokolliert die letzten Stunden eines Suchtkranken. Die Musik erzählt, wie es dem von der Droge Durchgerüttelten ergeht. Bläser verschießen Signale, die sich zum zwölftönigen Stimmengewebe verdichten: Nadelstiche von allen Seiten. Der Getroffene reagiert mit stockendem Gesang. Das bohrende Verlangen nach der Droge als chromatisch aufwärts hetzende Quintolen; die Schwerelosigkeit im Rauschglück als vierstimmiger Chor mit gegeneinander verschobenen, leeren Quinten.

Georg Katzers „Maschinenmensch“: das erste Kooperationsprojekt von Deutschem Musikrat und Bundeskunsthalle

01.02.05 (Georg Beck) -

„Im allgemeinen zwei- bis viermal“. Jedenfalls „so oft, daß es verstanden werden kann“, meinte Alban Berg auf die Frage, wie häufig ein neues Werk aufzuführen sei. So bescheiden war der Komponist im Krisenjahr 1918 als er sich daran machte, den Prospekt des „Vereins für musikalische Privataufführungen“ zu Papier zu bringen. Von solcher Utopie indes ist die Kunstgemeinde heute, sofern sie (noch) Interesse nimmt am aktuellen Kunstgeschehen, weiter entfernt denn je. „Zwei- bis viermal“? Schön wär’s.

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