Unsere Artikel sind vielfältig kategorisiert – nutzen sie z.B. die Auflistung der populärsten Tags in der rechten Seitenleiste, oder besuchen sie die Tag-Seite. Außerdem können sie über Rubriken, Genres und Orte navigieren.

Alle Artikel kategorisiert unter »Georg Beck«

Wie die Wut klingt – James Rhodes auf der lit.COLOGNE

13.03.16 (Georg Beck) -
Da sitzt dieser Wuschelkopf und schaut uns aus großen Brillengläsern an. Etwas scheu, etwas überrascht, etwas ratlos. Und genauso schauen wir zurück auf dieses, sagt man in Köln: schmale Hemd. Das soll dieser Typ sein mit dieser unglaublichen Geschichte? Der mit seinem Buch jetzt allerorten von sich Reden macht? Mit diesem Beruf, der den meisten der Anwesenden im vollbesetzten Schauspielhaus wohl ebenso abenteuerlich vorkommen musste wie Astronaut oder Kampfschwimmer.

Wenn die Zeit zum Raum werden soll

01.03.16 (Georg Beck) -
Was uns so alles gewünscht wird. Keine Zeitung kann man kaufen, keine Besorgung machen, an jeder Supermarkt-Kasse ist es unvermeidlich: „Schönen Tag noch!“ Jeder weiß, was er davon zu halten hat. Angeschaut wird man dabei ja ohnehin selten – es sei denn, man legt seine Payback-Karte vor. Belohnt mit frommen Wünschen, mit Rabattvorteilen wird der Konsum, das erklärte, das deklarierte Kundesein. So weit, so bekannt.

Warum Flug MH370 vom Radar verschwand! Lesen Sie hier!

01.03.16 (Georg Beck) -
Eine Kölner Musiktheater-Produktion kennt die Hintergründe. Natürlich ist „format BLACKBOX:“ ein rätselhafter Name für ein Stück neues Musiktheater. Als solches ist es annonciert im Freien Werkstatt Theater Köln. Zugleich als ein Stück Autorentheater. Komponist Sergej Maingardt und Librettistin Rosi Ulrich zeichnen in diesem „düsteren Cyber-Märchen“ verantwortlich für Regie und Dramaturgie. Nur, dass wir nach einer Stunde das Gruseln immer noch nicht gelernt haben. Wie konnte das passieren?

Jenseits von Main und Stream

30.12.15 (Georg Beck) -
Geschichte ist ungerecht, heißt es. Wie wahr. Man muss sich ja nur einmal anschauen, wie sie so geschrieben wird. Was da alles in Wegfall kommt! Zum Beispiel Thema Achtundsechzig, rebellische Generation. Als ob es den RCDS nicht gegeben hätte! Oder Thema jüngere Kunstmusik. Als ob es tatsächlich keine Welt gegeben hätte jenseits, unter- und außerhalb einer mit selbstredend großem N geschriebenen Neuen Musik. Eine Welt im Schlagschatten, über die man im Prinzip wenig weiß, weswegen man zum Beispiel auch Thomas Blomenkamp kaum kennt.

So ist die Welt! Nur muss sie auch so sein? – Philippe Boesmans „Au Monde“ am Theater Aachen erstaufgeführt

07.12.15 (Georg Beck) -
Das Ambitionierte dieses Premierenabends war spürbar. Perfektion allenthalben. Szene, Bühne, Kostüm. Und es lief ja auch wie geschmiert. Auf- und Abtritte durch Schiebetüren, Umbauten auf offener Szene in immer neuen Sitz- und Hackordnungen zu einer Musik, die niemals störte, aufmuckte, vielmehr immer artig aus dem Graben verrätselte Bläser-Fragezeichen, gemurmelte Halbsätze gespielten Erschreckens versendete. Etwa so: „O, Welt!“

Das Leben als Transkription betrachtet

20.11.15 (Georg Beck) -
Mit dem Neuen ist das so eine Sache. Im einen Fall muss man es durchsetzen gegen den Trott. Im andern Fall ist es gar nicht neu, sondern nur länger aus dem Fokus geraten. Beides hat Clytus Gottwald erlebt, von beidem weiß er zu erzählen. Einschließlich davon, dass jeder Fall ein anderer Kampf ist.

An die Tür des Steins klopfen, den Garten bestellen – Musiktheater von Ella Milch-Sheriff und Josef Tal in der Bundeskunsthalle

16.11.15 (Georg Beck) -
Das Gefühl im Bauch mulmig. „Musiktheater aus Israel zum Deutsch-Israelischen Jahr“ an einem 14. November 2015 steht nun einmal unweigerlich unter dem Eindruck der Pariser Suizid-Attacken vom 13. November. Sollten die wandelnden Zeitbomben irgendwann einmal (west)deutsche „Ziele“ ins Auge fassen – das Forum der Bundeskunsthalle wäre eines, zumindest an einem solchen Abend mit Musiktheater von Ella Milch-Sheriff und Josef Tal.

Warum man diese Aktien zeichnen sollte

12.11.15 (Georg Beck) -
Etwas ist anders. Soviel spürt man gleich. Ein Podium, eine Pianistin, ein Programm mit zeitge­nös­sischer Klaviermusik, moderiert ans Publikum gebracht – für sich genommen kaum außergewöhnlich, vielmehr, egal ob mit großem oder kleinem „n“ geschrieben, recht gängiges Format im Neue-Musik-Betrieb. Womit das Stichwort aber auch schon gefallen ist.

Von der Schwierigkeit zu gefallen, ohne gefällig zu sein

27.09.15 (Georg Beck) -
Natürlich gab es sie auch, die wirklich bezaubernden Momente in dieser ersten, von Johan Simons besorgten RT-Ausgabe. Süße Pflicht, gerade sie sich näher anzuschauen, zu fragen, was da wie warum so glücklich zueinander ging und vor allem wo. Womit wir, nicht zum ersten Mal an dieser Stelle, an ein vergleichsweise offenes Geheim­nis der Ruhrtriennale rühren.

In Breite, Tiefe und Abgrundtiefe ausgelotet

15.09.15 (Georg Beck) -
Dass Geschichte fein säuberlich portioniert daher kommt, ist eine schöne, im Grunde genommen aber doch realitätsferne Vorstellung. Gewiss, es gibt Schwerpunkte, aber eben auch Überlagerungen. Da ist beispielsweise die Erforschung der Emigration der Musiker aus Nazi-Deutschland noch kaum abgeschlossen – da kommt schon die Frage der Remigration dieser Musiker nach 1945 auf uns zu. Verbunden mit den Fragen: Warum kamen diejenigen, die man außer Landes getrieben hatte, ins Land der Täter zurück? Und: Wie hat sie dieses Land aufgenommen? Hat es sie überhaupt aufgenommen oder doch nur (von Ausnahmen, von Galionsfiguren abgesehen) geduldet? – Fragen, denen jetzt eine Studie nachgeht, die mit gut und gern 1.000 Seiten schon im Umfang die Gewichtigkeit dieses Themas an den Tag legt.
Inhalt abgleichen