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Alle Artikel kategorisiert unter »Georg Beck«

Wenn die Dichterinnen trommeltanzen

30.04.15 (Georg Beck) -
Das Forum diskutiert. Keine Diskursform, die im Foyer des Kölner Deutschlandfunks an diesem sonnigen Aprilwochenende nicht probiert worden wäre. Moderierte Round­tables, musikbegleitete Workshops, Vorträge, Lectures, dazu eine Matinee im Kammermusiksaal des Kooperationspartners Musikhochschule, ihrerseits gespickt mit Referaten, konzertanten Darbietungen, Gesprächsrunden. Dass dasselbe Forum auch musizierte, intensiv, auf hohem Niveau, versteht sich für ein Festival zeitge­nös­si­scher Kunstmusik von selbst. Ein vollgepacktes Wochenende im DLF-Sendesaal, in der Hochschule für Musik und Tanz und traditionellerweise auch in der Kunst­station St. Peter bestätigte vor allem diesen Eindruck: Unter allen Festivals für Neue Musik ist das DLF-Frühjahrs-Forum das diskursfreudigste, wobei sich die mittlerweile sechzehnte Ausgabe einem Thema stellte, das einen derartigen Wortmarathon tatsächlich doch weitgehend redundanz­­los bewältigen konnte.

Eigenständige Sprachgebilde

28.04.15 (Georg Beck) -
Zur Kunst gehört die Kunst, über sie zu sprechen. Gut, wenn dem Komponisten auch diese Möglichkeit zu Gebote steht. Und so kommen sie denn zustande, all die Werkkommentare und Werkstattgespräche, program lines und Künstler-Interviews.

Kaum Zukunftsbotschaften aus dem Kölner Kummerkasten

01.03.15 (Georg Beck) -
Auf den Gesichtern am Ende eine Mischung aus Enttäuschung und Ernüch­terung. Fragte man in die Runde, was denn nun geblieben sei von dieser mit so großen Erwartungen verbundenen Veranstaltung, wurde man verwiesen auf den kleinsten gemeinsamen Kongress-Nenner, den es gibt und geben kann. Dass das Symposium stattgefunden habe, dies sei sein Erfolg!

Von der Kunst der Suche

01.03.15 (Georg Beck) -
Wortreich kam sie daher, diese zweite Ausgabe der Bonner „Beethoven-Woche“. Nur, dass man doch mehr oder minder bis zum Schluss warten musste, um wirklich hellhörig zu werden. Hinterher bekannte Tabea Zimmermann, es sei ihr dieses eine Wort (eigentlich nur ein Wörtchen) „ganz spontan“ über die Lippen gekommen. Doch gerade dies zündete. Die Sympathien ihres Publikums jedenfalls waren ihr sicher, als die Festivalchefin mit dem ihr eigenen Charme darum warb, ihre und die Bemühungen des Hauses mitzutragen bei der „Suche nach dem Neuen“.

Zwischen Jalousienblättern fliegt ein Vogel davon

01.03.15 (Georg Beck) -
Der Regenwald steht Kopf, partiell zumindest. Zimmerpalmen, die von der Decke hängen. Andere Exemplare des Typs Dypsis lutescens hingegen gewohnt manierlich wie im Gartenmarkt. Nur, das Gewohnte, dies spürt man gleich, ist hier seltsam außer Kraft gesetzt. Obwohl, auch wiederum nicht. Marcus Kaiser, Düsseldorfer Musiker, Klang- und Installationskünstler, hat den großen Ausstellungsraum des Trierer TUFA-Kulturzentrums nicht nur eingerichtet, er bewohnt ihn auch. Zumindest während der Zeit von OPEN-EXPO, wie sich seine Klangkunstausstellung nennt, ihrerseits schönste ironische Anspielung auf die Institution der Industriemesse.

Bündnisse im Fruchtland der Peripherie – Hommage-Konzerte zum 80. Geburtstag des Kölner Komponisten Georg Kröll

16.02.15 (Georg Beck) -
Zeitgenössisch sein im Namen von Thomas Tallis, von Gilles Binchois? Es gab Zeiten, wo die NeueMusikPolizei hinter die Wischerblätter solcher entschieden falsch parkenden Kraftwagen ihre Knöllchen verteilt hat. Auch in so liberalen Hochburgen der Avantgarde wie Köln, der Wahlheimat von Georg Kröll, seitdem er dort ab 1953 ein Klavier- und Kompositionsstudium aufgenommen hat.

Heute schon probiert? – Neue Bahnen im Konzert-Marketing. Ein Kommentar von Georg Beck

05.02.15 (Georg Beck) -
Jeder Laden, der auf sich hält, hat die Probier mal-Aktion im Angebot. Auch außerhalb einer Grünen Woche sind Verkostungen beliebt. Weil unverbindlich und weil König Kunde umschmeichelt werden will. Moderne Agenturen wissen das und sagen: Was mit einem Nicolas Feuillatte Pinot Noir Vintage Grand Cru geht, geht auch mit anderen Erlesenheiten. Neulich hab ich’s plakatiert gesehen vor meinem ansonsten sehr geschätzten Konzerthaus. Dicke Lettern, schreiend Gelb auf rotem Grund: „Probier mal John Cage“.

Fernüberwachung Bach’scher Fugen

11.12.14 (Georg Beck) -
Dresden 1949. Das Staatsgründungsjahr der DDR ist für viele ein Neuanfang. Für Herbert Collum ist es eine weitgehend pathosfrei erlebte Zäsur. Eine, die allerdings auch ihm Erklärungen abverlangt in Gestalt eines ausgegebenen „Personalbogens“. Das Ergebnis: ein im Jahr 1949 noch auf halbem Weg befind­liches Künstlerleben, zusammengefasst auf vier Seiten, ohne „unzulässige Striche“. Ein Zusatz, der durchaus begründet war insofern solch amtsschimm­lige Papiere hüben wie drüben Fragen aufgeworfen haben, die den Befragten unwei­gerlich an unangenehme Dinge erinnern mussten.

Unsere Klassik-Seele zwischen Balsam und Schrecksekunde – Ein Kulturpolitisches Forum von WDR 3 diskutierte die „gesellschaftliche Relevanz“ der klassischen Musik

19.11.14 (Georg Beck) -
6 Prozent gehen regelmäßig ins Konzert. 2 Prozent hören WDR 3. Soweit die Fakten wie sie eine Podiumsdiskussion bei den Tagen Alter Musik in Herne für belastbar erklärte. Nur, was bedeuten sie, die Zahlen und „Fakten“? Was sagen sie über eine Welt knapp über respektive deutlich unter 5 Prozent? Grund, um Alarm zu schlagen? Oder ist alles nur halb so schlimm? Das Podium jedenfalls war sich unsicher. Und hat so manche andere Fragen unter den Tisch fallen lassen.

Hochofen neuen Typs im Vorführbetrieb – Das Essener E-MEX-Ensemble befeuert eine Video-Oper von Fausto Romitelli

17.11.14 (Georg Beck) -
Körper mit kritischer Masse haben die Wahl. Im Sog ihrer Schwerkraft kollabieren, dank übergroßer Fliehkraft explodieren. Oder die Balance halten wie „An index of metals“. Im erstarkten Essener Neue Musik-Festival „NOW!“ war die Video-Oper des 2004 verstorbenen italienischen Komponisten Fausto Romitelli ein Höhepunkt. Ersteindrücke als Laborbericht.
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