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Alle Artikel kategorisiert unter »Georg Beck«

Szene: Dänemark

01.06.15 (Georg Beck) -
Anfangen muss man mit Anne und Anna Berit. Wenn sie reden, was insgesamt wenig ist, dann mit leisen Stimmen. Reden müssen sie auch nicht groß. Gefragt sind die beiden vor allem bei den Begrüßungen vor den Konzerten, was dann alles sehr improvisiert wirkt, grundsympathisch, dänisch. Dass der Umgangston dieses Festivals für „contemporary music and sound art“ unter den sonst üblichen Verlaut­barungsschwellen bleibt, hat mit dem Stil von Anne und Anna Berit zu tun, aber auch mit den Veranstaltungsorten.

Die Frage konkret gestellt – gar nicht so einfach

01.06.15 (Georg Beck) -
Schon bevor das Ende naht, ist Schluss. Der Dirigent verlässt das Podium, das Orchester stellt das Musizieren ein, die Lichtregie legt den Schalter auf halbe Kraft. Im Moment flackert es schummrig, als ob sich die Birnen verabschieden wollten. Wie auch schon zuvor immer dann, wenn Heiner Goebbels alte Musik hat ausführen lassen. Jetzt lässt er musikFabrikler, Concerto Köln und Dirigent Pierre-André Valade zu fernöstlichen Klangschalen greifen, damit sie selbige bereiben. Immer schön im Kreis herum. Das ergibt zwar keinen Ton, aber eine hypnotisierende Grundierung, auf der Marco Blaauw, meis­terlich wie wir es von ihm gewohnt sind, ein Trompeten­solo draufsetzen kann: Was bleibt, ist der Jazz. Davor war alte Musik. Davor war neue Musik. Alles Geschichte.

Spuren von Partituren, aus dem Geröll gehackt

01.06.15 (Georg Beck) -
Nach Witten kommen, hat immer etwas von Ankommen. So lang man Witten denken konnte (und gab es wirklich eine Zeit, da dies nicht der Fall war?), ist es diese sehr spezielle Witten-Willkommens­kultur, die transportiert, was heute fast zum Luxusgut geworden ist. Wer immer sich als Freund einer neuen Musik durch gewisse neuere Entwicklungen dieser neuen Musik aufgestört oder gar verstört fühlt – in Witten findet er vertrautes, weitgehend verschiebungs­freies Gelände vor. Wofür schon das Entree in den städtischen Saalbau sorgt. Musik – das (so die stumme Botschaft zu Festival­zeiten) sind doch die Partituren! Hier, so rufen sie uns zu, begegnest du des Pudels Kern!

Das kleine Chorwunder von der Ruhr

15.05.15 (Georg Beck) -
Werk klingt nach Arbeit, was zumal im Ruhrgebiet (Strukturwandel hin oder her) immer noch gern mit Maloche verdolmetscht wird, ganz und gar ungeachtet der Tatsache, dass das schweißtreibende Untertagewerken nun längstens der Vergangenheit angehört. Doch auch wenn der Himmel mittlerweile blau geworden ist über der Großagglomeration von Ruhr und Emscher, die alten Namen Revier und Pott (gern auch mit den Präfixen Kohlen- und Ruhr-) verhalten sich wie die Etiketten längst geleerter Flaschen, sie verschwinden nicht so schnell.

Zwischen Schmonzette und Identitätskonstruktion

13.05.15 (Georg Beck) -
Man freut sich über eine solche Ankündigung. Endlich eine Publikation, die aufgreift, was sowieso mit Händen zu greifen ist und den Liebhabern einer zeitgenössischen Kunstmusik in jedem zweiten, dritten Konzert über den Weg läuft. Komponisten, deren Biographien kreuz und quer durch die Windrose gehen und deren Werke Namen tragen, die sich haargenau dieser Erfahrung verdanken. „Komponieren im Kontext der Globalisierung“. Tendenz steigend.

Wenn die Dichterinnen trommeltanzen

30.04.15 (Georg Beck) -
Das Forum diskutiert. Keine Diskursform, die im Foyer des Kölner Deutschlandfunks an diesem sonnigen Aprilwochenende nicht probiert worden wäre. Moderierte Round­tables, musikbegleitete Workshops, Vorträge, Lectures, dazu eine Matinee im Kammermusiksaal des Kooperationspartners Musikhochschule, ihrerseits gespickt mit Referaten, konzertanten Darbietungen, Gesprächsrunden. Dass dasselbe Forum auch musizierte, intensiv, auf hohem Niveau, versteht sich für ein Festival zeitge­nös­si­scher Kunstmusik von selbst. Ein vollgepacktes Wochenende im DLF-Sendesaal, in der Hochschule für Musik und Tanz und traditionellerweise auch in der Kunst­station St. Peter bestätigte vor allem diesen Eindruck: Unter allen Festivals für Neue Musik ist das DLF-Frühjahrs-Forum das diskursfreudigste, wobei sich die mittlerweile sechzehnte Ausgabe einem Thema stellte, das einen derartigen Wortmarathon tatsächlich doch weitgehend redundanz­­los bewältigen konnte.

Eigenständige Sprachgebilde

28.04.15 (Georg Beck) -
Zur Kunst gehört die Kunst, über sie zu sprechen. Gut, wenn dem Komponisten auch diese Möglichkeit zu Gebote steht. Und so kommen sie denn zustande, all die Werkkommentare und Werkstattgespräche, program lines und Künstler-Interviews.

Kaum Zukunftsbotschaften aus dem Kölner Kummerkasten

01.03.15 (Georg Beck) -
Auf den Gesichtern am Ende eine Mischung aus Enttäuschung und Ernüch­terung. Fragte man in die Runde, was denn nun geblieben sei von dieser mit so großen Erwartungen verbundenen Veranstaltung, wurde man verwiesen auf den kleinsten gemeinsamen Kongress-Nenner, den es gibt und geben kann. Dass das Symposium stattgefunden habe, dies sei sein Erfolg!

Von der Kunst der Suche

01.03.15 (Georg Beck) -
Wortreich kam sie daher, diese zweite Ausgabe der Bonner „Beethoven-Woche“. Nur, dass man doch mehr oder minder bis zum Schluss warten musste, um wirklich hellhörig zu werden. Hinterher bekannte Tabea Zimmermann, es sei ihr dieses eine Wort (eigentlich nur ein Wörtchen) „ganz spontan“ über die Lippen gekommen. Doch gerade dies zündete. Die Sympathien ihres Publikums jedenfalls waren ihr sicher, als die Festivalchefin mit dem ihr eigenen Charme darum warb, ihre und die Bemühungen des Hauses mitzutragen bei der „Suche nach dem Neuen“.

Zwischen Jalousienblättern fliegt ein Vogel davon

01.03.15 (Georg Beck) -
Der Regenwald steht Kopf, partiell zumindest. Zimmerpalmen, die von der Decke hängen. Andere Exemplare des Typs Dypsis lutescens hingegen gewohnt manierlich wie im Gartenmarkt. Nur, das Gewohnte, dies spürt man gleich, ist hier seltsam außer Kraft gesetzt. Obwohl, auch wiederum nicht. Marcus Kaiser, Düsseldorfer Musiker, Klang- und Installationskünstler, hat den großen Ausstellungsraum des Trierer TUFA-Kulturzentrums nicht nur eingerichtet, er bewohnt ihn auch. Zumindest während der Zeit von OPEN-EXPO, wie sich seine Klangkunstausstellung nennt, ihrerseits schönste ironische Anspielung auf die Institution der Industriemesse.
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