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Alle Artikel kategorisiert unter »Georg Beck«

Bündnisse im Fruchtland der Peripherie – Hommage-Konzerte zum 80. Geburtstag des Kölner Komponisten Georg Kröll

16.02.15 (Georg Beck) -
Zeitgenössisch sein im Namen von Thomas Tallis, von Gilles Binchois? Es gab Zeiten, wo die NeueMusikPolizei hinter die Wischerblätter solcher entschieden falsch parkenden Kraftwagen ihre Knöllchen verteilt hat. Auch in so liberalen Hochburgen der Avantgarde wie Köln, der Wahlheimat von Georg Kröll, seitdem er dort ab 1953 ein Klavier- und Kompositionsstudium aufgenommen hat.

Heute schon probiert? – Neue Bahnen im Konzert-Marketing. Ein Kommentar von Georg Beck

05.02.15 (Georg Beck) -
Jeder Laden, der auf sich hält, hat die Probier mal-Aktion im Angebot. Auch außerhalb einer Grünen Woche sind Verkostungen beliebt. Weil unverbindlich und weil König Kunde umschmeichelt werden will. Moderne Agenturen wissen das und sagen: Was mit einem Nicolas Feuillatte Pinot Noir Vintage Grand Cru geht, geht auch mit anderen Erlesenheiten. Neulich hab ich’s plakatiert gesehen vor meinem ansonsten sehr geschätzten Konzerthaus. Dicke Lettern, schreiend Gelb auf rotem Grund: „Probier mal John Cage“.

Fernüberwachung Bach’scher Fugen

11.12.14 (Georg Beck) -
Dresden 1949. Das Staatsgründungsjahr der DDR ist für viele ein Neuanfang. Für Herbert Collum ist es eine weitgehend pathosfrei erlebte Zäsur. Eine, die allerdings auch ihm Erklärungen abverlangt in Gestalt eines ausgegebenen „Personalbogens“. Das Ergebnis: ein im Jahr 1949 noch auf halbem Weg befind­liches Künstlerleben, zusammengefasst auf vier Seiten, ohne „unzulässige Striche“. Ein Zusatz, der durchaus begründet war insofern solch amtsschimm­lige Papiere hüben wie drüben Fragen aufgeworfen haben, die den Befragten unwei­gerlich an unangenehme Dinge erinnern mussten.

Unsere Klassik-Seele zwischen Balsam und Schrecksekunde – Ein Kulturpolitisches Forum von WDR 3 diskutierte die „gesellschaftliche Relevanz“ der klassischen Musik

19.11.14 (Georg Beck) -
6 Prozent gehen regelmäßig ins Konzert. 2 Prozent hören WDR 3. Soweit die Fakten wie sie eine Podiumsdiskussion bei den Tagen Alter Musik in Herne für belastbar erklärte. Nur, was bedeuten sie, die Zahlen und „Fakten“? Was sagen sie über eine Welt knapp über respektive deutlich unter 5 Prozent? Grund, um Alarm zu schlagen? Oder ist alles nur halb so schlimm? Das Podium jedenfalls war sich unsicher. Und hat so manche andere Fragen unter den Tisch fallen lassen.

Hochofen neuen Typs im Vorführbetrieb – Das Essener E-MEX-Ensemble befeuert eine Video-Oper von Fausto Romitelli

17.11.14 (Georg Beck) -
Körper mit kritischer Masse haben die Wahl. Im Sog ihrer Schwerkraft kollabieren, dank übergroßer Fliehkraft explodieren. Oder die Balance halten wie „An index of metals“. Im erstarkten Essener Neue Musik-Festival „NOW!“ war die Video-Oper des 2004 verstorbenen italienischen Komponisten Fausto Romitelli ein Höhepunkt. Ersteindrücke als Laborbericht.

Versöhnt euch denn ihr Brüder – „Abraham – eine Oper von heute“ beim düsseldorf festival! uraufgeführt

15.11.14 (Georg Beck) -
Oper und Kirche, Oper in der Kirche. Das Spiel mit dem Schein an einem Ort, wo er nicht vorgesehen ist? Geht und darf, sagt die Praxis. Auch in Düsseldorf. Dort sind die Bedingungen sogar derart günstig, dass die Liaison eine bemerkenswerte Weiterung erfahren hat: Oper durch Kirche.

Vom „Aufschrei“ und vom Aufschrei gegen denselben – 11. Ausgabe des Mülheimer „Utopie jetzt!“-Festival

29.10.14 (Georg Beck) -
Im Einführungsgespräch soll der Komponist der bevorstehenden Uraufführung sagen, welche „Gesichter“ von ihm uns in seiner Musik „begegnen“ werden. Ein Begehren, das uns an einen anderen Reporterkollegen erinnert, der einen namhaften Schriftsteller mit der Bitte konfrontierte, er möge doch einmal „mit seinen eigenen Worten“ sagen, was in seinem neuen Buch stehe. Wie also? Künstler, die nicht mehr gelesen, gehört, sondern nur noch interviewt werden?

Was soll da verschwurbelt sein?

05.10.14 (Georg Beck) -
Sie hat sich zurückgemeldet. Frankfurts Oper legt wieder den Finger in die Wunden der Zeit: Palästina-Konflikt, globalisierte Öko­no­mien, Geschlech­terkämpfe. Drei Uraufführ­un­gen in zwei Spielzeiten. Aufträge an den israeli­schen Kompo­nisten Lior Navok, an Péter Eötvös sowie an Rolf Riehm, das Frankfurter Urgestein. Für die Produkti­o­nen der beiden Letzteren hat sich der Vorhang bereits gehoben.

„Elias“-Experimente – Knechtsteden Festival Alte Musik macht von sich reden

22.09.14 (Georg Beck) -
Kein Festivalbetrieb ohne diese Frage: Wie (immer wieder) neue Aufmerksamkeit herstellen für die alten Schlachtrösser der Konzertliteratur? Dabei hatte Hermann Max sein Ziel am Ende erreicht, konnte er doch sein Publikum „mit dem Gefühl nach Hause“ entlassen, ihm den „Elias-Mythos glaubhaft, natürlich und spannend“ erzählt zu haben. Nur eben trotz, nicht wegen dieses Regieeinfalls, um den man in Knechtsteden so viel Wind gemacht hatte: Maskierte Solisten.

Entropie der Geschlechter – Rolf Riehms „Sirenen“-Oper in Frankfurt uraufgeführt

15.09.14 (Georg Beck) -
Eine Oper über die abgründige Triebmacht der Liebe. Musiktheater, das noch einmal Eros auf Thanatos buchstabiert, das sein Personal aus dem antiken Mythos bezieht und doch ganz von heute sein will. „Kirke, die Sirenen, Odysseus – das sind Namen. In Wahrheit sind wir es selbst, die in den Konflikten von Liebe und Verrat, Abschied, Begehren, Sehnsucht und Todesdrift schier unterzugehen drohen.“
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