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Alle Artikel kategorisiert unter »Georg Beck«

Warum das Beste gerade gut genug ist – Leon Fleisher dirigiert die Kammerphilharmonie Amadé

12.09.14 (Georg Beck) -
Der erste öffentliche Auftritt mit Acht. Ergibt für den heute 86jährigen Leon Fleisher 78 Bühnenjahre. Der große alte Mann ist mittlerweile selbst ein Meer – an Erfahrung, an Humor und Liebenswürdigkeit sowieso. Wie an Bereitschaft, weiterzugeben. Wie jetzt, als er unterstützt von seiner früheren Schülerin, der wunderbaren Pianistin Margarita Höhenrieder, Beethovens B-Dur-Konzert und die Mozart-Sinfonien 1 und 29 musizierte. Auf besonderen Wunsch der Beiden gemeinsam mit der Kammerphilharmonie Amadé.

Castellucci-Fantasien – Feldman/Becketts Avantgarde-Oper Neither bei der Ruhrtriennale

08.09.14 (Georg Beck) -
Es ist der Hit dieser Ruhrtriennale: Tiere auf der Bühne. Den Anfang gemacht hatte Festivalchef Heiner Goebbels. Im großen Misterioso um Andriessens De Materie durfte eine Schafherde auflaufen. Irgendwie wollte sich Romeo Castellucci da wohl nicht lumpen lassen. Für Morton Feldmans Experimental­oper Neither, ein auskomponierter Trance-Zustand auf ein hermetisches Textfragment von Samuel Beckett aus dem Jahr 1977, hatte er mit Hund und Katz und Pferd den Streichelzoo komplettiert.

Geschichte und Bild sind eins

29.08.14 (Georg Beck) -
Gut möglich, dass es sich unterm Strich als das bleibende Bild herausstellen wird: die Drohne in romantisierender Zeppelin-Gestalt, kreisend, Haken schlagend über dem Urbild des Pastoralen, einer ziemlich real vor sich hinblökenden, köttelnden, in den Tiefen der Duisburger Kraftzentrale herumirrenden Schafherde. Mit der Neuinszenierung von Louis Andriessens Musiktheater „De Materie“ hat Heiner Goebbels auch in der Schlussausgabe seiner Ruhrtriennale noch einmal eine Probe seiner Handschrift abgegeben.

Bist du das Glück oder der Klick? – Experimentelles Musiktheater von Christina Messner in Kölner Fußgängertunnel uraufgeführt

09.07.14 (Georg Beck) -
Die Liebe. Die Oper. All die großen Worte. Zuweilen so groß, dass sie, um für eine Netgeneration erkennbar zu bleiben, anders heißen müssen. „Interdisziplinäre Musikproduktion im urbanen Raum“ die eine, „Love Songs for Heim@t“ die andere. Multipliziert ergibt dies experimentelles Musiktheater von Christina Messner und Marie Martin, die besagte „Love“ freilich ausgerechnet dort stattfinden lassen, wo sie unmöglich ist: auf Skype und im Fußgängertunnel.

Die Orgelbank als Forschungsplatz zwischen allen Stühlen

04.07.14 (Georg Beck) -
Wer zur Avantgarde gehörte, hat für ihn komponiert. Für Gerd Zacher zu schreiben, bedeutete, für einen wachen Geist zu schreiben, für einen Musiker, der seinen Auftrag, sein Wirken stets anwaltschaftlich verstanden hat: als Komponist, als Publizist, vor allem aber doch als Organist, was den Glanz seines Namens begründet hat.

Den Verhältnissen auf den Zahn gefühlt – Neues Musiktheater von und mit Peter Eötvös an der Frankfurter Oper

01.07.14 (Georg Beck) -
Eine Reiseoper für das Ensemble Modern. Schon lang bestand der Wunsch. Jetzt, im dritten Anlauf, hat es geklappt. Zum Erfolgsstück von Erfolgsautor Roland Schimmelpfennig hat Wunschkomponist Peter Eötvös eine Musik­theater-Adaption des „Goldenen Drachen“ geliefert. Klein, kompakt, schnell, schrill, mit einem apotheotischen Ende. Sechzehn Musiker, fünf Sänger für achtzehn Rollen. Eine Aufgabe. Vor allem für künftige Regiekünstler, die zu sortieren vermögen und Distanz wahren.

Forschungsplatz Orgelbank: Gerd Zacher (1929-2014)

13.06.14 (Georg Beck) -
Wer zur Avantgarde gehörte, hat für ihn komponiert. Für Gerd Zacher zu schreiben, bedeutete, für einen wachen Geist zu schreiben, für einen Musiker, der seinen Auftrag, sein Wirken stets anwaltschaftlich verstanden hat: als Komponist, als Publizist, vor allem aber doch als Organist, was den Glanz seines Namens begründet hat.

Mehr von diesem Sternenlicht – Pierre-Laurent Aimard als Dramaturg einer Ligeti-Nacht beim „Klavier-Festival Ruhr“

11.06.14 (Georg Beck) -
György Ligeti, soviel ist sicher, ist ein Glücksfall. Für Klavierspieler, Klavier­musikfreunde und schon gar für ein „Klavier-Festival Ruhr“, das auch in seiner neuesten Ausgabe einmal mehr am großen Schwungrad dreht. Nur, dass sich das wirklich zählende Repertoire einfach nicht vermehren lassen will, worüber die Festival-Ausflüge in den Jazz, in die Alte Musik letztlich eher unfreiwillig Mitteilung gemacht haben. Dabei hatte man eine (ziemlich geniale) Lösung bereits im Portefeuille.

Die Welt retten in Meinisberg

04.06.14 (Georg Beck) -
Bern, Anfang Mai – Unvergessen, das sagt sich so leicht. In diesem Fall ist es sicher so. Da ist dieser Name, den jeder kennt, der, vor allem in Bern über allem schwebt, hinter allem steht. Und der an diesem kalten, verregneten Mai-Abend die Bänke des großen Münsters, so hat man den Eindruck – fast mit Leichtigkeit füllt.

Brückenschläge im weiten Korrespondenzraum

04.06.14 (Georg Beck) -
Mit den Namen ist es wie mit dem Klima: ist nicht alles, aber ohne ist alles nichts. Was auch einer Ensemble-Szene zeitge­nössischer Musik durchaus bewusst ist, wie ein kursorischer Durchgang zeigt. Was sich dabei auftut, ist ein noch kaum richtig gewürdigtes Fest der Namen und Gesänge mit einer digitalen Tendenzwende um den Milleniumswechsel.
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