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Alle Artikel kategorisiert unter »Thomas Otto«

Der neue Klassikpreis wurde vergeben

08.11.18 (Thomas Otto) -
Das war sie also nun – die mit Spannung erwartete Verleihung des neuen Musikpreises „Opus Klassik“ im Zweiten Deutschen Fernsehen. Sie hatte die Bürde extrem hoher Erwartungen an einen Neuanfang zu tragen, die sie, um es gleich vorweg zu nehmen, nicht erfüllte. Leider, muss man sagen, und sich jedoch zugleich fragen: wie denn auch?! In den Chor all jener einzustimmen, die nach dieser Veranstaltung den neuen Opus Klassik als Augenwischerei abtun, wäre ein leichtes, gleichwohl wäre es zu billig. Ein Innehalten und Nachfragen scheint angemessener.

Songs als Merkzettel an die Welt

19.10.18 (Thomas Otto) -
Gundermann? War das nicht dieser Baggerfahrer, der nebenher Lieder geschrieben und in einer Band gespielt hat und sogar Bob Dylan getroffen hat? Haben sie den zu Ost-Zeiten nicht aus der Armee und später aus seiner Partei rausgeschmissen? Und hat der nicht nach der „Wende“ bei seinen Konzerten öffentlich gemacht, dass er jahrelang bei der Stasi war? Ja, das war Gundermann. Malocher und Poet, rücksichtslos gegen sich selbst, ungeduldig gegen alles und jeden, nassforsch und direkt, naiv und oberschlau – als er starb, war er gerade einmal 43 Jahre alt. Und jetzt gibt es einen großartigen Film über diesen Mann: GUNDERMANN. Andreas Dresen hat ihn gedreht, nach einem Drehbuch von Laila Stieler. Insgesamt zehn Jahre lang waren die beiden mit diesem Projekt beschäftigt.

Fahrtenschreiber eines musikalischen Lebens

11.11.16 (Lutz Kerschowski) -
Vor zwanzig Jahren starb Rio Reiser im Alter von nur 46 Jahren ­– ein Musiker, Texter und Sänger, dessen künstlerische Hinterlassenschaft zwar einflussreich, aber bisher überschaubar erschien. Denn meist wird er auf wenige Schlagworte reduziert wie „Keine Macht für Niemand“ oder „König von Deutschland“. Nun erscheinen mit der „Blackbox Rio Reiser“ auf 16 CDs über 350 nahezu komplett unveröffentlichte Songs, die zweifellos dazu beitragen werden, seine Geschichte neu und endlich gründlicher zu schreiben.

Dem Manifest einer Bewegung auf der Spur

01.10.03 (Thomas Otto) -

Milan Turkovic/Monika Mertl: Die seltsamsten Wiener der Welt. Nikolaus Harnoncourt und sein Concentus Musicus – 50 Jahre musikalische Entdeckungsreisen Residenz Verlag, Salzburg 2003, 150 S., € 29,90, ISBN 3-7017-1267-0

Quartett spielt man nicht nebenbei

01.09.03 (Thomas Otto) -

Wenn im Jahr 2004 die Philharmonie in Essen ihre Pforten öffnet, wird das neue Haus seine Gäste mit einem vielfältigen Programm empfangen. Von Anfang an war dem Intendanten Michael Kaufmann an einer langfristigen Zusammenarbeit mit den Künstlern gelegen, die ihm nicht nur Planungssicherheit, sondern auch die Chance bieten würde, Programme zu entwickeln, die unter musikdramaturgischem Aspekt Entwicklungen zeigen, einander ergänzen, sich aneinander aufrichten. Ein ausgesprochen vorteilhaftes Modell für solche Gemeinsamkeiten wird am besten mit dem Begriff „Artist in Residence“ beschrieben.

Eine Visitenkarte der besonderen Art

01.07.03 (Thomas Otto) -

Zu einer großen „Fête de la Musique“ geriet das musikalische Richtfest, das die Essener Philharmonie am 20. und 21. Juni veranstaltete. Der Platz zwischen der Baustelle Saalbau und dem Aalto-Theater verwandelte sich für zwei Tage in eine Festwiese mit großer Freilichtbühne. Zentraler Veranstaltungsort war das benachbarte Aalto-Theater, eine weitere Bühne war am Bahnhof errichtet worden.

Spiderman muss diesmal warten

01.05.03 (Thomas Otto) -

„Kino oder Klassik?“ Normalerweise ist diese Frage, wenn sie sich jungen Leuten stellt, relativ schnell beantwortet. Ein Abend bei „Spiderman“ mit Popcorn und Cola scheint verlockender, als Olivier Messiaens „Vergessenen Opfergaben“ zu lauschen. Im Sommer aber ist alles ein bisschen anders, besonders zur Festivalzeit, namentlich wenn es ums „young.euro.classic“ geht. Ins Kino, denkt da mancher, kann man immer noch und vom Preis her macht es kaum einen Unterschied, ob man sich ins Multiplex am Alex setzt oder ins Konzerthaus am Gendarmenmarkt geht: Alle Konzertkarten kosten gerade mal 8,50 Euro.

Ungeheure Wucht und Gestaltungskraft

01.02.03 (Thomas Otto) -

Längst steht der Dirigent vor dem kleinen Kammerorchester, einem Streichquartett, ergänzt durch Bassklarinette, Flöte und Percussion. Der Saal verdunkelt sich, Stille kehrt ein. Neben dem Flügel auf einem kleinen Pult ruht ein flacher Laptop, dessen Logo, der angebissene Apfel, grünlich schimmert. Das Publikum wartet, der Dirigent wartet – der Cellist ist noch beschäftigt: er versucht einen Tonabnehmer in der Nähe des Steges zu befestigen. Als er endlich fertig ist, gibt er kopfnickend ein Zeichen. Nicht dem Dirigenten oder seinen Mitspielern, sondern einem Mann, der sich auf den oberen Zuschauerplätzen des Kammermusiksaales der Berliner Philharmonie eingerichtet hat. Er ist der Herr über all die Regler für die Mikrofone und Tonabnehmer und er ist es, der jetzt den ersten Ton auf die Reise schickt…

Ein Sängerkrieg, der eigentlich keiner ist

01.07.02 (Thomas Otto) -

Mehr als zehn Jahre lang förderte der Berliner Senat zwei Chöre, die einen ähnlichen Namen tragen: die Sing-Akademie zu Berlin und die Berliner Singakademie. Alle Versuche, die beiden Chöre zueinander zu bringen, blieben bisher erfolglos. Die nmz machte sich auf die Suche nach den Hintergründen.

Aufstand im Museum

01.04.02 (Thomas Otto) -

Don Giovanni lebt in der Bronx und Sarastros Reich liegt andernorts als von Schikaneder beschrieben – die „Zauberflöte“ spielt unterm Highway: Cop und Komtur, Koloraturen und Karossen, Blaulicht und Ballett – Mozart im 20. Jahrhundert.

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