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Alle Artikel kategorisiert unter »Andreas Kolb«

Kompositionsauftrag aus höchsten Regierungskreisen

21.09.18 (Andreas Kolb) -
Mitte Mai vor einem Jahr lud der chinesische Staatschef Xi Jinping Vertreter von mehr als hundert Ländern nach Peking. Aus Berlin kam die damalige deutsche Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries. Die Kommunistische Partei feierte damit den Entwicklungsplan „Neue Seidenstraße“, eine von Xi Jinping ausgerufene Initiative, welche die Staaten entlang Chinas alter Handelsrouten zu Lande und zur See enger an das Reich der Mitte binden soll. Kulturell fand dieser Entwicklungsplan „Neue Seidenstraße“ unter anderem in einem Auftrag an den deutschen Komponisten Enjott Schneider Ausdruck. Ziemlich genau ein Jahr nach dem Seidenstraßen-Gipfel fand in Guangzhou und anschließend in Peking die Uraufführung seiner Oper „Marco Polo“ statt. Schneider vertonte ein chinesisches Libretto des Stoffs und stellte dem abendländisch-klassischen Orchester ein chinesisches Ensemble zur Seite. Andreas Kolb stellte ihm einige Fragen zum neuen Reich der Musik.

Neues aus dem hohen Norden

31.08.18 (Andreas Kolb) -
Das schwedische Rotkehlchen Anni Elif Egecioglu (unser Bild) gastierte in Meran mit ihrem Jazz-Dance-symphonischen Trio „Elifantree“ im Rahmen eines Kurkonzerts, mit ihrem experimentellen Quartett „Edith“ in Oberbozen und (noch ein paar hundert Meter höher über dem Meeresspiegel auf der Berghütte Lavarella in St. Vigil in Enneberg) im Trio mit Schlagzeugerin Amanda Blomqvist und Trompeter Verneri Phjola – beide aus Finnland. Elif Egecioglu war eine der skandinavischen Stimmen, die dem Festival Motto „Exploring the North 2018“ ein Gesicht gab.

Das Musikland und seine Musikstadt

30.08.18 (Andreas Kolb) -
Seit April ist der Kulturmanager Markus Lüdke künstlerischer Leiter der niedersächsischen Landesmusikakademie. Der 54-Jährige übernimmt das Amt von Tom Ruhstorfer, der Anfang des Jahres in den Ruhestand verabschiedet wurde. Die Landesmusikakademie versteht sich als Arbeits-, Fortbildungs- und Begegnungsstätte für Laienmusiker aus ganz Niedersachsen. Sie entstand 2009 als gemeinnützige GmbH als 100-prozentige Tochter des Landesmusikrates Niedersachsen. Für die nmz unterhielt sich Andreas Kolb mit Markus Lüdke über dessen Pläne für die Akademie.

Musikergeführt, hauptberuflich und exzellent

06.07.18 (Andreas Kolb) -
FREO e.V. ist die neue Interessenvertretung der Freien Ensembles und Orches­ter in Deutschland. Der Verein verfolgt das Ziel, den von frei arbeitenden Musikerinnen und Musikern getragenen professionellen Ensembles und Orches­tern eine Stimme zu geben. Zu den Initiatoren zählen das Ensemble Modern, das Freiburger Barockorchester, das Mahler Chamber Orchestra, das Ensemble Resonanz, das Ensemble Musikfabrik, die Kammerakademie Potsdam, das Solistenensemble Kaleidoskop, das ensemble mosaik und das ensemble recherche. Andreas Kolb sprach mit FREO-Vorstandsmitglied Tobias Rempe, hauptberuflich Geschäftsführer des Ensemble Resonanz, anlässlich des Kickoffs des Projekts am 26. Juni im silent green Kulturquartier in Berlin.

Gamification der Lebenswelten

22.06.18 (Andreas Kolb) -
„Update“ und „Digitalisierung gestalten“ – unter diesen Slogans trafen sich Deutschlands Stifter beim diesjährigen Stiftungstag in Nürnberg. Mit seinem Motto hatte der Bundesverband Deutscher Stiftungen sicher nicht ans Inkrafttreten der EU Datenschutzverordnung im Mai 2018 gedacht, aber dass Digitalisierung alles, täglich und permanent verändert, wurde auch an dieser eher zufälligen Koinzidenz deutlich.

Biedermeier und die Klangstifter

08.06.18 (Andreas Kolb) -
Ein neuer Verein in Deutschland? Ist das eine Meldung wert? Aber gewiss doch! Erst vor wenigen Wochen fand nämlich die Gründung von „Klang­rausch Deutschland e.V.“ in Mannheim statt. Klangrausch ist eine (noch) kleine Veranstaltungsreihe, die sich als alternatives Format im Bereich der Musikvermittlung versteht. „In gemütlicher Atmosphäre“, so schreiben die Vereinsvorstände, „wird bei Bier und Wein ein ungezwungener Erstkontakt zu klassischer Musik ermöglicht. Fernab von etablierten Rezeptionsgewohnheiten in Konzertsälen, welche insbesondere für Menschen in ihren Zwanzigern häufig eine Hürde für einen Konzertbesuch darstellen, bietet Klangrausch eine neue Wahrnehmung von und Perspektive auf Kammermusik und klassische Ensemblemusik. Komplettiert wird dieses Erlebnis durch den Auftritt von DJs im weiteren Verlauf des Abends.“

Hilfreicher Baustein einer europäischen Kulturpolitik

30.05.18 (Andreas Kolb) -
Am 21. März 2018 stellte der Europäische Musikrat (EMC) die European Agenda for Music vor. Die Initiatoren waren der Europäische Musikrat, die International Association of Music Information Centres und der Zusammenschluss der europäischen Musik-Export-Büros. Die ersten Vorüberlegungen für eine Europäische Musikagenda gehen bereits auf das Jahr 2013 zurück. Andreas Kolb unterhielt sich mit der Generalsekretärin des EMC, Ruth Jakobi, über die Agenda.

Nachklänge im Echoraum

18.05.18 (Andreas Kolb) -
Seit der Intendanz von Evelyn Meining 2014 sind Wandel und Innovation untrennbar mit der jährlichen Festivaldramaturgie verbunden und Neue Musik ist auch im traditionsreichen Mozartfest präsent. Von Beginn an installierte Meining das Mozartlabor im Festivalprogramm als Ort interdisziplinärer Begegnung an einem besonders inspirierenden Platz, dem Exerzitienhaus Himmelspforten.

Glorreiche Sieben in der Manege: Mnozil Brass im Carmen Würth Forum in Künzelsau

17.05.18 (Andreas Kolb) -
Im Sommer 2017 schenkte der Unternehmer und Kunstmäzen Reinhold Würth seiner Frau zum 80. Geburtstag das 60 Millionen Euro teure Kultur- und Kongresszentrum Carmen Würth Forum in Künzelsau mit einem exzellenten Kammermusiksaal, einem großen Saal und einem Open-Air-Bereich für bis zu 10.000 Besucher. Bevor Ende Mai die Reinhold-Würth Musikwochen die erste Spielzeit beschließen werden, sorgte vergangenes Wochenende das aktuelle Zirkusprogramm des österreichischen Musikkabaretts Mnozil Brass für ein volles Haus. Mnozil Brass sind sieben Virtuosen, die seit 26 Jahren in fast unveränderter Besetzung erfolgreich auf Tournee sind und deren Kunst aus mehr als aus tönend bewegten Blech-Klängen besteht.

Ein richtig Guter

12.05.18 (Andreas Kolb) -
„War ich gut?“ – konnte Cecil Taylor seine Zuhörer nach einem furiosen Solokonzert fragen – ob er wohl darauf hoffte, seine Zuhörer hätten alle verfremdeten und versteckten BluesLicks, Bob-Phrasen und typische Jazz-Harmonien wahrgenommen, die er in seiner Improvisation „versteckt“ hatte? Es war immer alles da, die ganze Jazzgeschichte, aber eben „abstrakt“. Verstanden und bewundert hatte sein Publikum mit Gewissheit seine Performance, seinen Tanz auf der Tastatur, der sich nicht auf die Virtuosität eines Fingersatzes reduzieren ließ: Taylor spielte stets mit seinem gesamten Körper Klavier. Nicht umsonst wurde er immer wieder als Schlagzeuger und Perkussionist am Klavier beschrieben.
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