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Alle Artikel kategorisiert unter »Christian Kröber«

Das musikalische Europa hat viele Namen

01.07.00 (Christian Kröber) -

Wenn in diesen Tagen erneut laut über Sinn und Unsinn zentraler oder föderaler Kultursubvention nachgedacht wird, wenn namhafte Nachrichtenmagazine den Vorwurf eines Spektakel-Zwangs bei den Sommerfestivals erheben, so scheint es angebracht, Bedingungen und Bedingtheiten an Ort und Stelle, an Inhalten und Aussagen der Veranstaltungen zu überprüfen. Für den Kissinger Sommer 2000 sprechen zunächst die nüchternen Fakten: In vier Wochen, vom 15. Juni bis zum 16. Juli 2000, wird das Publikum Gelegenheit haben, in über 60 Veranstaltungen in Konzert, Oper, Lesung und Happening den aktuellen Stand europäischen Kulturschaffens zu erfühlen und zu erfahren. Die Auslastungsziffern liegen weit über dem, was andere renommierte Großspektakel vorzuweisen haben, und die Eintrittspreise, deren Höchstmarken bei 120 Mark enden, sind mehr als moderat.

Christus kam nur bis Oberammergau

01.06.00 (Christian Kröber) -

Das Alte, genauer gesagt die Tradition der Passionsspiele, ist eine wesentliche, wenn nicht die existenzbegründende Ursache für deren Bestehen. Nicht nur das Gelübde des Jahres 1634 zur Abwendung der Pestgefahr, alle zehn Jahre das Spiel auf die Bühne zu bringen, auch dieses Spiel selbst, das vom Leiden und Sterben Christi handelt, ist tiefer Urgrund unserer abendländisch-christlichen Tradition. Nun also der Übergang: Im Heiligen Jahr, dem ersten des neuen, dritten Jahrtausend, nach dem ersten Schuldeingestehen der katholischen Kirche tritt uns auch Oberammergau mit neuem Anspruch entgegen.

Von hoher Lust und tiefer Schmach

01.02.00 (Christian Kröber) -

Wenn der Bayerischen Staatsoper nunmehr seit gut sechs Jahren ein Engländer in der Intendanz vorsteht, so ist es nur naheliegend, dass englisches Repertoire und insbesondere das des Barock einen vorderen Platz in der künstlerischen Auseinandersetzung einnimmt; der mit dieser Beschäftigung verbundene überwältigende Erfolg von Produktionen wie Giulio Cesare, Xerxes oder nun Ariodante führt zur naheliegenden Frage nach den tieferen Ursachen für diese Münchener Händel-Renaissance. Die unglaublich produktive Überfülle von Händels Opernschaffen war in der musikalischen Rezeptionsgeschichte kein Garant für einen auch zeitlich anhaltenden Erfolg dieser Werke. Dass Händel im Bewusstsein der Musikwelt dennoch einen vorderen Platz eingenommen hat, ist zum großen Teil seinen national-patriotischen Werkschöpfungen zuzuschreiben, die das 19. Jahrhundert überdauerten. Die Auseinandersetzung mit einer Barockmusik, die im Gegensatz zu seinem großen Zeitgenossen Bach, so gar keine tiefgründig metaphysische Verankerung in sich birgt, wurde lange Zeit der Musikwissenschaft überlassen. 

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