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Alle Artikel kategorisiert unter »Hans-Dieter Grünefeld«

unüberhörbar 2018/05

17.05.18 (Christoph Schlüren) -
Franz Danzi: Piano Concerto in E flat major, Overture in D major, Cello Concerto in E minor. Solisten, Münchener Kammerorchester, Howard Griffiths. Sony +++ Mandolino e Violino in Italia. Anna Torge, Mandoline; Mayumi Hirasaki, Violine; Il Cantino. cpo +++ Ensemble Esperanza: Southern Tunes: Werke von E. Toldrà, O. Respighi, Komitas, N. Rota. Ars Produktion +++ Excentric – Masterpieces for Accordion from the Thirties, Forties and Fivties. Helmut C. Jacobs, Akkordeon. Augemus +++ Kara Karayev: Piano Works. Elnara Ismailova, Klavier. Avi

Am Ideal eines Universalpianisten orientiert

Sich spontan und flexibel auf Unterrichtssituationen einzustellen, ist eine Fähigkeit, die für angehende Musikpädagogen eine zentrale Funktion hat. Einmalig in Deutschland ist diesbezüglich das an der Musikhochschule Lübeck (MHL) von Professor Laurens Patzlaff entworfene Konzept „Angewandtes Klavierspiel“, das sich am Ideal eines Universalpianisten orientiert: Musiktheorie, Interpretation, Arrangement, Begleitung und Improvisation sollen keine getrennten Sphären, sondern ein ganzheitlich enges Netzwerk sein.

Aus dem Sax-Winkel

Ein monophones Instrument wie das Saxophon muss nicht unbedingt im Vordergrund sein, sondern kann auch aus einem bestimmten Winkel zu einer Gruppe eine zugeordnete Funktion haben.

unüberhörbar 2018/03

20.03.18 (Christoph Schlüren) -
Beethoven: Diabelli-Variationen; Martin Helmchen, Klavier. +++ Weinberg: Violinkonzert op. 67; Kabalevsky: Cellokonzert Nr. 1 g-Moll op. 49, Fantasie f-Moll für Klavier und Orchester. Solisten, ORF Vienna Radio Symphony Orchestra, Cornelius Meister. +++ Morton Kargaard Septet: Animato 6161.

Tripel Trips

Zu dritt ist im Jazz zurzeit bei variablen Besetzungen eine sehr breit gefächerte Stilpalette bemerkbar. Doch zunächst ist an einen Aufbruch, ja Ausbruch aus Konventionen zu erinnern, der vor 45 Jahren stattfand, als der britische Supervirtuose John Taylor (1942–2015) mit Chris Lawrence (Bass) und Tony Levin (Drums) der Moderne im Klaviertrio eine prägnante europäische Façon gab. So radikal, dass er meinte, es seien Fähigkeiten zu „Decipher“ (MPS 0212425) notwendig, um zu erkennen, was da durch intensivstes Interplay in ultraschnellem Hardbop-Tempo passiert oder sich aus freien Assoziationen zu fulminanten Riffs verdichtet.

Exzeptionell (Hans-Dieter Grünefeld)

Wenn Musik nicht nur hervorragend gespielt wird, sondern darüber hinaus einen bisher unerhörten Kosmos erschließt, kann man mit Berechtigung sagen, sie sei exzeptionell. Wie die Edition György Kurtág: Sämtliche Werke für Ensemble & Chor (ECM, 3 CD-Set), denn Perfektion mit Strenge anzustreben, charakterisiert den bedeutendsten lebenden Repräsentanten zeitgenössischer ungarischer Musik. Zur akkuraten Interpretation seiner aphoristischen, zumindest extrem reduzierten Kompositionen ist die Beachtung jedes Details essentiell. Dafür hat er in Reinbert de Leeuw, dem Niederländischen Radio Chor und dem Asko Ensemble kongeniale Partner gefunden.

Von der Forschungswerkstatt ins Klassenzimmer

Allzu oft wurde nach dem universitären Lehramtsstudium die Schulrealität jäh als unvermittelter Praxisschock erlebt. An der Musikhochschule Lübeck (MHL) finden diese sonst getrennten Sphären jetzt zueinander. Akademische Diskurse sollen zur Verbesserung der Qualität in die Planung des Musikunterrichts wirken und vice versa Impulse durch Erfahrungen aus der Schulpraxis in musikpädagogische Forschung aufgenommen werden.

unüberhörbar 2017/11

14.11.17 (Christoph Schlüren) -
+++ La Flûte Norvégienne. Tom Ottar Andreassen (Flöte), Norwegian Radio Orchestra, Ingar Bergby. LAWO Classics +++ Yamilé Cruz Montero. Piano Cubano. Grand Piano +++ Willy Astor: The Sounds Of Islands – Guitar. Donnerwetter Musik +++

Exponierte Einzelgänger

Solisten sind per se exponiert, erst recht, wenn sie als Einzelgänger ein im Jazz rares Instrument verwenden. Wie Toots Thielemans, der als Harmonikaspieler 1987 in seiner Geburtsstadt Brüssel „Ne me quitte pas“ und seine US-Band (Fred Hersch, p; Marc Johnson, b; Joey Baron, dr) vorstellte. Dieses sensationelle Konzert, eine diskographische Rarität, ist nun, ein Jahr nach Toots Thielemans’ Tod, wieder veröffentlicht worden: Der Titelsong, eine empfindsame Ballade von Jacques Brel, wird emotional sublim durch Thielemans’ Metallzungenstimme ausgelotet, während das Quartett, dessen phantastisches Einverständnis auch die anderen Standards des Programms formt, „Blue ’N Green“ von Miles Davis koloris­tisch und dynamisch richtig aufdreht. (Milan/Warner)

Bizarr und doch vertraut – Exotica

Einige Phänomene im Jazz können als Exotica beschrieben werden. Unmittelbar evident, wenn geografisch voneinander weit entfernte Musikkulturen sich wie bei den Ensembles Quadro Nuevo (Deutschland) und Cairo Steps (Ägypten) begegnen, um auf einem „Flying Carpet“ Serail-Ambiente mit geschmeidig swingenden Tänzen, seduktive Timbres oder latin-aromatisierten Jazzstil in opulenten Arrangements einzufangen: Orient-Perkussion und Streichersounds hüllen galante Melodien und Improvisationen an Sopransax, Nay-Flöte und Oud in spirituelle Sphären gemeinsamer Ambitionen, nämlich in Klangreibungen menschliche Kontakte zu finden. (Fine Music/GLM)
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