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Alle Artikel kategorisiert unter »Hans-Jürgen Linke«

Die Fähigkeit, sich selbst zu überraschen

04.02.14 (Hans-Jürgen Linke) -
Ist Innovation eine Krankheit, womöglich eine ansteckende? Eine gefährliche? Das kommt auf die Perspektive an. Die Herausgeber der Festschrift zum zehnjährigen Bestehen der Internationalen Ensemble Modern Akademie (IEMA) haben ihr den Titel „Virus der Erneuerung“ gegeben und setzen sich damit den ambivalenten Bedeutungsgehalten aus, die den Begriff des „Virus“ im frühen 21. Jahrhundert prägen.

Das Jetzt als musikalischer Ereignisraum

08.12.13 (Hans-Jürgen Linke) -
Dem Raum folgt die Zeit. Zumindest tut sie das in der thematischen Sequenz der „cresc“ genannten Biennale für moderne Musik im Rhein-Main-Gebiet. Vor zwei Jahren stand mit „Musik und Raum“ Iannis Xenakis im Zentrum, logischerweise war nun die Zeit an der Reihe, und als deren Protagonist war der Komponist Bernd Alois Zimmermann bestimmt worden.

Für die Sache, nicht für den Markt ausbilden

04.09.13 (Hans-Jürgen Linke) -
Zeitgenössische Musik gehört an der Frankfurter Hochschule für Musik und Darstellende Kunst (HfMDK) zum Pflichtprogramm. Die Hochschule reagiert damit auf Veränderungen im Konzertbetrieb, die zunehmend eine professionelle Erfahrung von Instrumentalisten mit Repertoire und Spieltechniken zeitgenössischer Musik erforderlich machen. Ende Juni stellte die Hochschule eine zu diesem Zweck neu geschaffene Professur zusammen mit ihrem prominenten Inhaber vor. Der Lehrstuhl für „Interpretatorische Praxis und Vermittlung Neuer Musik“ hat ein im deutschen Musikhochschulwesen bis dato noch nicht vertretenes Format, und es ist der Cellist Lucas Fels, Mitbegründer des Ensemble Recherche, der Ensemble Akademie Freiburg und unter anderem seit 2006 Mitglied des Arditti Quartetts, der diesen nun ausfüllen wird. Mit ihm sprach Hans-Jürgen Linke.

Bochumer Eröffnung mit Partch

04.09.13 (Hans-Jürgen Linke) -
Heiner Goebbels inszeniert zur Eröffnung seiner zweiten Ruhr-Triennale-Saison Harry Partchs „Delusion of the Fury“ in der Bochumer Jahrhunderthalle. Platz für ein Orchester gibt es hier nicht, höchstens für ein paar Darsteller, denn die Bühne in der Jahrhunderthalle Bochum steht voller wunderlicher Gegenstände und Aufbauten: an Gestellen hängende Glasballons, verschiedene systematisch montierte Röhren, meterlange gepols­terte Bohlen auf hölzernen Resonanzkästen. Es handelt sich ausschließlich um Musikinstrumente, einige sehen aus, als hätte jemand an ihnen herum gebastelt, andere sind kleine Bühnen auf der Bühne. Sie tragen Namen wie Chromomelodeon, Cloud-Chamber Bowls, Marimba Eroica, Blue Rainbow, Castor & Pollux, Zymo-Xyl, und das Tonsystem ihrer Stimmung hat nichts mit Chromatik zu tun, sondern basiert auf Helmholtz’ „Lehre von den Tonempfindungen“ und einer daraus abgeleiteten 43-teiligen Skala, die Harry Partch seiner Musik zugrunde gelegt hat. Der Klang des vorwiegend perkussiven Instrumentariums entspricht in puncto Wunderlichkeit und Eigenart dem Anblick der Instrumente. Heiner Goebbels hat die europäische Erstaufführung von Harry Partchs Mitte der 60er-Jahre des 20. Jahrhunderts entstandener letzter Musiktheater-Arbeit „Delusion of the Fury“ inszeniert und als Eröffnungs-Produktion an den Anfang der aktuellen Ruhr-Triennale-Saison gesetzt.

Lucas Fels übernimmt Stiftungsprofessur für interpretatorische Praxis und Vermittlung Neuer Musik an der Frankfurter Musikhochschule

28.06.13 (Hans-Jürgen Linke) -
Zeitgenössische Musik gehört an der Frankfurter Hochschule für Musik und Darstellende Kunst zum Pflichtprogramm. Im vierten Semester der Künstlerischen Instrumentalausbildung, also schon zu einem relativ frühen Zeitpunkt während der achtsemestrigen Regelstudienzeit, sieht der Bachelor-Studiengang das Modul „Kammermusik / Praxis neue Musik“ vor. Die Hochschule reagiert damit auf Veränderungen im Konzertbetrieb, die zunehmend eine professionelle Erfahrung von Instrumentalisten mit Repertoire und Spieltechniken zeitgenössischer Musik erforderlich machen. Thomas Rietschel, Präsident der Hochschule, stellte jetzt eine zu diesem Zweck neu geschaffene Professur zusammen mit ihrem prominenten Inhaber vor.

Die wichtigsten Fragen aus dem Untergrund

06.06.13 (Hans-Jürgen Linke) -
Christoph Wagner: Der Klang der Revolte. Die magischen Jahre des westdeutschen Musik-Underground (edition neue zeitschrift für musik), Schott, Mainz 2013, 388 S., Abb., € 24,95, ISBN 978-3-7957-0842-9

Projektionsflächen einer utopischen Gerechtigkeit

09.05.13 (Hans-Jürgen Linke) -
Die Idee, dass Oper sich politisch artikuliere oder sogar einmische, hat sich noch nicht ganz rückstandslos aufgelöst, hat allerdings bei einem tagesaktuell verkürzten Politikverständnis zuweilen etwas rührend Obsoletes. Wer allerdings Politik in historischer Perspektive sieht, kann sehr wohl gewichtige Beiträge aus dem Mikrokosmos der Oper erkennen. Das kleine Festival „Justice/Injustice“ der Oper in Lyon versammelte vier Opern, die politische Prozesse reflektieren – Beethovens „Fidelio“, Dallapiccolas „Il prigionniero“, Schönbergs „Erwartung“ sowie das am 27. März uraufgeführte Auftragswerk „Claude“ von Robert Badinter (Libretto) und Thierry Escaich.

Der Leser, das unbekannte Konstrukt

07.05.13 (Hans-Jürgen Linke) -
Es ist unter Anhängern der Neuen Musik wahrscheinlich nicht allzu schwierig, sich auf einen Minimal-Konsens über das bundesdeutsche Feuilleton zu verständigen Wobei ich unter „Feuilleton“ die mit kulturellen Themen befassten Ressorts in den Tageszeitungen, in einigen Organen der Wochenpresse und einigen publizistischen Blüten im Fernsehen und im Internet verstehe.

Leidenschaftliche Piraten, langweilige Venezianer: „Fosca“ vom Verdi-Zeitgenossen Antônio Carlos Gomes in Gießen

06.02.13 (Hans-Jürgen Linke) -
Vor zwei Jahren präsentierte das Stadttheater Gießen in seiner beachtlichen Reihe von Opern-Wiederentdeckungen „Lo Schiavo“ des Brasilianers Antônio Carlos Gomes, jetzt war dessen „Fosca“ an der Reihe. Der Vierakter des Verdi-Zeitgenossen, 1873 in der Scala uraufgeführt, erfreute sich etliche Jahre eines recht ordentlichen Erfolges, geriet aber nach Gomes’ Tod, wie die meisten seiner Werke, schnell in Vergessenheit.

„Die Folklore ist gestorben“: das Ensemble Modern mit Uraufführungen zum Thema „Mythen, Nation, Identitäten in Mittelosteuropa“

14.12.12 (Hans-Jürgen Linke) -
Musik, heißt es, habe im östlichen Europa seit dem 19. Jahrhundert oft eine bedeutende Rolle für die Konstitution nationaler Identität gespielt. Das ist bekannt, aber vorbei. Die Goethe-Institute in Mittelosteuropa haben sich nun gefragt, ob es für das Verhältnis von Musik und nationaler Identitätsbildung auch eine aktuelle Diagnose gibt, und haben mit dem Bayerischen Rundfunk, dem Ensemble Modern und der BHF-Bank-Stiftung die Veranstaltungsreihe „Woher? Wohin? Mythen, Nation, Identitäten in Mittelosteuropa“ kreiert.
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