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Alle Artikel kategorisiert unter »Peter P. Pachl«

Kein Licht am Ende des Tunnels?

01.02.08 (Peter P. Pachl) -

Für den 1952 in Koblenz geborenen Isang-Yun-Schüler Hans-Peter Dott erweist sich das Thema Trauergesang als ein nicht endendes Work-in-progress. Sein vor elf Jahren vom Kurpfälzischen Kammerorchester Mannheim uraufgeführtes, zweisätziges „Concerto die canti malincónici“, das Trauer und Leiden des Jugoslawienkrieges aufzuarbeiten sucht, bildet den Grundstock zu seiner neuen Komposition „Konzert der Trauergesänge“, die vom Dirigenten Israel Yinon angeregt wurde.

Richard Wagner und die Architektur

01.10.07 (Peter P. Pachl) -

Markus Kiesel (Hg.): Das Richard Wagner Festspielhaus Bayreuth. Mit einem Vorwort von Wolfgang Wagner sowie Beiträgen von Pierre Boulez und Harry Kupfer, nettpress, Düsseldorf 2007, 224 S., über 300 farbige und schwarzweiße Abbildungen, € 68,00, ISBN 978-3-00-020809-6

Pierre Boulez und die Bayreuther Festspiele

01.06.06 (Peter P. Pachl) -

Karl-Ulrich Majer/Hella Preimesberger (Hrsg.): Pierre Boulez in Bayreuth. 1966–68, 1970, 1976–1980, 2004–2005. Palladion/Ellwanger, Bayreuth 2005, 128 S., € 18,00, ISBN 3-925361-53-7

Franz Schrekers dirigentisches Vermächtnis

01.09.05 (Peter P. Pachl) -

Franz Schrekers Schaffen als Dirigent in den Jahren 1923 bis 1933 umspannt den Wechsel von den akustischen Trichteraufnahmen zu frühen elektrischen Aufnahmen und ersten Versuchsaufnahmen des Rundfunks. Seine Spätfassung der Ballettversion von Oscar Wildes Märchen „Der Geburtstag der Infantin“ hat er im Jahresabstand mit dem Orchester der Staatsoper Berlin sogar zweimal aufgenommen, im Jahre 1926 und erneut am 17. Februar 1927. Daher ist diese Einspielung noch relativ häufig in Schallplattenantiquariaten zu finden. Und auf Flohmärkten stößt der Sammler häufiger auf Teile der Orchestersuiten zu Griegs „Peer Gynt“ und Bizets „L’Arlesienne“. Auch die „Arlesienne“-Suite hat Schreker zweimal eingespielt, 1926 mit dem Orchester der Staatsoper Berlin und 1928 mit dem Philharmonischen Orchester Berlin. Die britische Gesamtedition beim Label Symposion gestattet nun den Vergleich der wiederholt erfolgten Interpretationen des Dirigenten Schreker, aufschlussreich nicht nur für den Fortschritt der technischen Möglichkeiten der Aufnahmetechnik, sondern auch für Schrekers orchestralen Umgang mit dem neuen Medium.

Antisemitismus als Mittel zum kreativen Prozess

01.06.04 (Peter P. Pachl) -

Richard Wagners Antisemitismus, der aus den Schriften und den Tagebüchern Cosima Wagners deutlich wird, hat der Philosoph und Psychoanalytiker Slavoj Zizek (Der zweite Tod der Oper. Berlin 2003) unlängst öffentlich bestritten, und selbst Daniel Barenboim verteidigt in einem unlängst erschienenen Buch nicht nur Wagners Angriffe gegen Mendelssohn im Pamphlet „Das Judentum in der Musik“, sondern widerspricht auch dem Vorhandensein antisemitischer Tendenzen in dessen Musikdramen (Daniel Barenboim/Edward W. Said: Parallelen und Paradoxien. Über Musik und Gesellschaft. Berlin 2004). Zu einem gegenteiligen Ergebnis gelangt Ulrich Drüner in seiner Abhandlung „Schöpfer und Zerstörer“. Hier wird Wagners Antisemitismus zum Agens und zur Sinngebung seiner Kunst überhaupt und zum maßgeblichen Faktor von Wagners Schöpfertum. Durch „seine immer aggressiveren Motivationen, Kunst als Sprachrohr zu gebrauchen“ wurde Wagner zum Zerstörer, „durch die künstlerische Syntax“, mit welcher er seine Kunst verwirklichte, hinge-gen zum Schöpfer. Den Vorgang des Schöpferischen untersucht Drüner kreativitätspsychologisch. Demnach war die „negative Inspiration“ ein von Wagner gesuchter, in der „unmöglichen Liebe“ oder – besonders häufig – durch antisemitische Attacken gefundener Weg zur Kreativität. Durch den „sadistisch-sexuelle(n) Kick des Judenhasses“ hätten sich „Der Ring des Nibelungen“ und „Das Judentum in der Musik“ gegenseitig bedingt. Aber nicht nur die in der Rezeption häufig als Judenkarikaturen gedeuteten Rollen Beckmesser, Mime, Alberich, Hagen und Kundry, sondern auch Venus und Ortrud werden bei Drüner als Bilder des Jüdischen gedeutet, die Heldengestalten Tannhäuser, Tristan, Wotan und Amfortas hingegen als „Verletzte“ im Kampf um die „Moderne“.

Paraphrasen auf sattsam bekannte Handlungen

01.04.04 (Peter P. Pachl) -

Als „Ring für das neue Jahrtausend“ wird – nach dem auf DVD wiederveröffentlichten „Bayreuther Jahrhundert-Ring“ in der Inszenierung von Patrice Chéreau – der „Ring“-Zyklus der Staatsoper Stuttgart von Euroarts, TDK, SWR und Arte beworben. In der Tat hat seit der Centenarinszenierung der Bayreuther Festspiele keine andere Produktion von Richard Wagners Bühnenfestspiel für drei Tage und einen Vorabend so viele Kontroversen ausgelöst und letztlich so viel Lob geerntet wie dieser von Intendant Klaus Zehelein bewusst auf vier Regieteams verteilte „Stuttgarter Ring“, mit der erklärten „Ästhetik der Verausgabung“ in jedem Teil der Tetralogie.

Eine reizvolle Mixtur

01.03.04 (Peter P. Pachl) -

Richard Wagner: Parsifal. The search for the Grail; Placido Domingo, Violeta Urmana, Matti Salminen, Feodor Mojhaev u.a., Kirov Chor und Orchester des Mariinsky Theaters, Valéry Gergiev; Regie: Tony Palmer
ARTHAUS 10060010 (1 DVD)

Manische Entfesselung geistiger Produktivkräfte

01.04.03 (Peter P. Pachl) -

Bestellen im nmz-shopDietrich Fischer-Dieskau: Hugo Wolf. Leben und Werk, Henschel, Berlin 2002, 558 S., 44 s/w-Abbildungen, 34 Notenbeispiele, € 39,90, ISBN 3-89487-432-5

Häusliche Festspieleinkehr

01.10.02 (Peter P. Pachl) -

Die diesjährigen Sommerfestspiele sind beendet, es bleiben Erinnerungen und bisweilen Gesamtaufnahmen – allerdings zumeist arg zeitversetzt, und oft mit mehrjähriger Verzögerung. Bisweilen braucht es Jahrzehnte, bis die Überprüfung der eigenen Erinnerung anhand einer Konserve möglich ist. Starke Erinnerungen gewinnen über die Jahre an Eigendynamik, verklären die Opernerlebnisse im Gedächtnis.

Die Opernpartitur als Beigabe

01.09.02 (Peter P. Pachl) -

Ulrike Kienzle: Das Trauma hinter dem Traum. Franz Schrekers Oper „Der ferne Klang“ und die Wiener Moderne. Edition Argus 1998, 431 S. + 16 S. Motivtafel + 447 S. Studienpartitur; ISBN 3-931264-04-1, € 51,-

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