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Alle Artikel kategorisiert unter »Theo Geißler«

Auf den Spuren des Musikalischen im Wettbewerb

13.07.17 (Barbara Haack) -
Anfang Juni wurde in Paderborn der 54. Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ durchgeführt. Dort fand auch die „Stabübergabe“ an der Spitze des renommierten Projekts statt: Reinhart von Gutzeit hat den Wettbewerb als Vorsitzender des Projektbeirats über viele Jahre geprägt. Nun übergab er das verantwortungsvolle Amt an Ulrich Rademacher, Bundesvorsitzender des Verbands deutscher Musikschulen (VdM) und Leiter der Westfälischen Musikschule Münster. Reinhart von Gutzeit wird dem Projektbeirat aber mit Rat und Tat erhalten bleiben. Die beiden nmz-Herausgeber Theo Geißler und Barbara Haack nutzten die Gelegenheit für ein Gespräch mit den beiden Kultur- und Musikmenschen über Rück- und Ausblick für „Jugend musiziert“.

Kampf & Kunst

03.07.17 (Theo Geißler) -
Seinen – wie ich finde – vorzüglichen Beitrag in dieser Ausgabe über „Glanz und Elend von Musikwettbewerben“ startet unser Autor Harald Eggebrecht mit einem kurzen Ausflug in die griechische Mythologie – unter Verwertung der Ballade „Die Kraniche des Ibykus“ von Friedrich Schiller. Er hätte auch die alten olympischen Spiele als Beispiel wählen können. Vielleicht der zeitlichen Distanz geschuldet neigen wir dazu, den edlen hellenischen „Athlon“ in Sport und Kultur zu beschönigen. Seinen Tiefpunkt erreichte dieser dann nach Griechenlands Niedergang in den römischen Gladiatorenkämpfen.

Kurz-Schluss: Wie ich als Alt-68er einmal versuchte, gründlich die Gegenaufklärung zu bekämpfen

27.06.17 (Theo Geißler) -
Meine Zeit: Was hätte sich der gute Rudi Dutschke im Grabe rumgedreht, könnte er das Geschreibsel in allen erdenklichen Gazetten von „Spiegel“ bis „Bild“, von „Focus“ bis „Bunte“ über uns sogenannte „68er“ anlässlich des bevorstehenden Geburts- (oder sollte man genauer sagen: „Todes“)-Tages noch lesen. Was sich da selbsternannte Philosophen und Historiker über weite Strecken journalistisch zusammenklittern geht nicht auf die Haut eines Zwanzig-Meter-Pottwales. Und selbst sogenannte „Zeitzeugen“, die sich gegen Honorar in einfältigen Fernseh-Talkrunden ausmähren, scheinen entweder von romantisierender Amnesie oder einer opportunistischen Form von Alzheimer befallen. In unserer Ära der Gegenaufklärung scheint Geschichtsvergessenheit ein wesentlicher Faktor existenzieller Pseudostabilität und maroder Zukunftsvisionen zu sein. [Vorab aus Politik & Kultur 3/2017]

Geld her

31.05.17 (Theo Geißler) -
Als Martin Luther seine 95 Thesen angeblich am 31. Oktober 1517 eigenhändig an die Tür der Schlosskirche in Wittenberg nagelte, löste er Weltbewegendes aus. Wir gratulieren. Dass Ähnliches den 15 Thesen zu kultureller Integration und Zusammenhalt widerfährt, die der Deutsche Kulturrat in wahrlich mühevoller Kooperation mit Parteien und teils sehr kontroversen Verbänden kürzlich in Anwesenheit hochkarätiger politischer und zivilgesellschaftlicher Persönlichkeiten präsentierte (siehe Seite 8), steht leider nicht zu erwarten. Die hart erkämpften, sehr vernünftigen Leitsätze samt ihrer Exegesen landeten zwar in den Händen unserer hinlänglich geschätzten Bundeskanzlerin. Deren kulturelles Engagement freilich ist trotz vielseitiger Blockflöten-Affinität ungefähr so ausgeprägt wie die Nähe Mozarts zur Atomphysik.

Raus aus Aus

02.05.17 (Theo Geißler) -
Ausnahmsweise starte ich mit fremdem Federschmuck – mit einer Fabel von Äsop: „Die Glieder des Körpers fingen einst mit dem Bauch einen Prozess an und verlangten, dass er gleich den übrigen Gliedmaßen arbeite, wenn er ernährt sein wollte. Er forderte, dass er Speise bedürfe, aber die Hand schlug sie ihm ab. So verfiel er bald in große Mattigkeit. Durch die Hungersnot des Magens, litten auch die übrigen Glieder. Zu spät erkannten sie ihren Irrtum. Die Hand wollte dem Magen Speise zuführen: Allein er war zu sehr geschwächt und konnte sie nicht annehmen. Er ging zugrunde und alle übrigen Glieder des Körpers starben mit ihm.“

Kurz-Schluss – Wie ich einmal auf der CeBIT in Hannover der „Gesellschaft 5.0“ auf reichlich unangenehme Weise begegnete

26.04.17 (Theo Geißler) -
Man wird nicht jünger, nicht stärker. Eigentlich redet ein harter Schnüffel-Knochen wie ich nicht über persönliche Schwächen. Das ist bekanntlich geschäftsschädigend. Bedauerlicherweise blieb allerdings mein Zusammenbruch beim Besuch der diesjährigen CeBIT in Hannover dank der allgegenwärtigen Videoüberwachung ohnedies nicht geheim. Auf der Facebook-Seite „Messe-intim“ finden sich schamlose Bilder. Deshalb zunächst Hintergründiges zur Klärung: … [vorab aus Politik & Kultur 3/2017]

Ange-Messen?

03.04.17 (Theo Geißler) -
Von rechts stürmt eine Dreier-Kohorte Jedi-Ritter mit blinkenden Laserschwertern durch einen Glas-Gang. Auf der Rolltreppe etliche „Supermen“, die ihre Kostümierung muskelprotzend vergleichen. Auf dem Freigelände haben sich Elfen und Trolle zu einem rituellen Tanz zusammengefunden. Die Musik liefert eine Boombox. Karneval in Leipzig? Falsch: Buchmesse.

Kurz-Schluss: Wie ich einmal versuchte, unser verunsichertes, trauriges Land aufzuheitern

23.02.17 (Theo Geißler) -
Ausgerechnet in der „fünften“ Jahreszeit, dem Karneval, süddeutsch auch Fasching genannt, legt sich ein mehltaupappiger Grauschleier, eine eigentlich unerklärliche Depression über unser schönes, heiteres deutsches Land. Ja über dreiviertel Europa. Wo eigentlich endlich mal das Volk die Sau rauslassen darf, gedacht als Ventil für angesammelten Frust – beherrscht Zukunftsangst und Pessimismus selbst die Motivwägen unserer ansonsten so hemmungslos komischen Jecken. Saure Drops, bitterschwarzer Lakritz werden anstelle von Sweet-Karamellen und schmusigen Marshmallows in die überraschend erstarrten Massen am Straßenrand geworfen. Und die Krawatten-Produzenten und Scherenschleifer vermelden drastische Umsatzeinbrüche vor allem im Heiterkeits-Stammland Nordrhein-Westfalen. Höchste Zeit, gegenzusteuern, gerade in dieser oft so trüben publizistischen Rubrik.

11 Fragen an Theo Geißler

09.02.17 (Theo Geißler) -
Die neuen elf Fragen der nmz gehen an unseren Herausgeber und das Geburtstagskind am 9. Februar. Ideen mit 70?

Babylon

04.02.17 (Theo Geißler) -
Der Medien-Hype in Sachen Eröffnung Hamburgs recht hochpreisiger Elbphilharmonie (Seite 3) scheint den erhabenen Künsten höchst Positives zu signalisieren. Zur Optimierung ihrer Präsentation scheuen Kommunen und Bundesländer, geschweige denn wir Steuerzahler, keine Kosten und Mühen. Wenn man dann die Schlangen von Honoratioren, Politikern, Wirtschaftsfürsten, Stars und Sternchen – viele vermutlich mit Freikarten versehen – in den schicken Musentempel wallen sieht, fühlt man sich vor der heimischen Glotze als Kulturmensch fast stolz. Gibt es ein intensiveres Signal gesellschaftlicher Anerkennung schöpferischer Potenz, allumfassender Herzensbildung als eine cheops-pyramidonale Heimat aus Glas und Beton, deren akustische Qualität dann auch von einschlägigen Koryphäen des Taktstockes maximal gepriesen wird? Soweit – so fragwürdig.
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