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Alle Artikel kategorisiert unter »Glossen & Kommentare«

Impulskultur

19.09.17 (Martin Hufner) -
Die erste Förderrunde des „Musikfonds“ wurde gerade abgeschlossen, die Bewerbungsfrist für die zweite endet Ende September. Jeweils 1,1 Millionen Euro wollen ausgeschüttet werden, beziehungsweise sind gerade ausgeschüttet worden. Maximal 50.000 Euro pro Projekt sind möglich. Von 459 Anträgen sind schlussendlich 86 in der ersten Runde ausgewählt worden.

Häschen in der Grube

14.09.17 (Martin Hufner) -
Wir wissen ja lange schon, dass die AfD ein Problem mit der Existenz von Kunst hat. Was sie unter Kunst zulässig findet, sollte irgendwie vor allem mit der Nationalbildung zu tun haben (Gottfried Backhaus: „Das Theater dient der Nationalbildung“). Eben dieser Backhaus, ehemaliger AfD-Abgeordneter aus Sachsen-Anhalt, erklärte auf einer Podiumsdiskussion Ende 2016, dass man zur Vollendung dieses Zieles zum Beispiel auf die Auswahl der Stücke der Theater und Orchester in Sachsen-Anhalt Einfluss nehmen wolle. Wie dies geschehen solle, wollte oder konnte er nicht beantworten.

Knochenbrecher

10.09.17 (Gordon Kampe) -
Es gibt dieses wundervolle YouTube-Video des leider jüngst verstorbenen Georges Prêtre: Er probt mit dem RSO Stuttgart Debussys „Prélude“ und singt, tanzt, malt in die Luft. Er ist humorvoll, charmant – und vollkommen klar. Oder diese Claudio Abbado-Videos mit Mahler oder Debussy: Er streichelt den Klang und fordert immer wieder: „Hört!“ Ach, dachte ich bei mir: Gut, dass die Zeit der Pult-Autokraten vorbei ist … Viel lieber kaufe ich Platten, bei denen ich weiß, dass Klänge bei der Aufnahme respektvoll gestreichelt wurden. Und dann das: Kennen Sie noch Ernst Stavro Blofeld?

Wo die wilden Talente wohnen

08.09.17 (Moritz Eggert) -
In seinem Buch „Die digitale Revolution der Musik“ schreibt Harry Lehmann über den Wandel der Bedeutung von Institutionen durch die zunehmende Demokratisierung der künstlerischen Medien durch „Eplayer“. Als ich dadurch angeregt kürzlich im Bad Blog über die „akademische Blase“ schrieb, bekam ich von akademischen Kollegen eins auf den Deckel, von den nicht-akademischen sehr viel Lob.

Hyper Fighter

29.08.17 (Sven Ferchow) -
Schepper. Tröt. Peng. Da knallen die Rotkäppchensektkorken in den deutschen Feuilletonredaktionen aber bis zur porösen Decke! Große Entdeckung. Pop wird wieder politisch. Keine Angst. Sigmar Gabriel kehrt nicht als Popminister zurück. Schuld sind Scooter. Schon mal gehört? Dieser blondierte Sänger, der im Tonstudio 190 mal pro Minute auf die „Uffzah“-Taste drückt und darüber – tonal tatsächlich auch noch falsch – „Hyper Hyper“ brüllt und dann wie ein Gartenzwerg unter dem Presslufthammer dazu hüpft. Liebe Kolleginnen und Kollegen! Scooter als Techno-Band zu bezeichnen hat durchaus was von Heldentod.

Theos Möhrensalat – die Politik & Kultur-Trump-Fakes

27.08.17 (Theo Geißler) -
Köln: gamescom und Sucht – Kassel: documenta und AfD – Berlin: Wahlkampf und Pampers – Berlin: Süßliche Kulturförderung. Theo Geißlers Möhrensalat ist angerichtet. 100 Prozent ideologisch abbaubar.

Kurz-Schluss – Wie ich einmal zufällig Schrecken und Schönheit der realen digitalen Welt kennenlernen durfte

26.08.17 (Theo Geißler) -
Zugegeben: In letzter Zeit habe ich mich hier viel zu subjektiv mit thematischen Petitessen beschäftigt. Mit den 68ern, dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk, der Bundeskanzlerin. Das lag auch an meiner etwas schlagseitigen Informantenstruktur. Das hat sich gerade geändert. Aus bestens ausgewiesenen Quellen erreicht mich Grauenhaftes. Um juristischen Problemen aus dem Weg zu gehen, eröffne ich hiermit das Unternasen-Schmalschnauzer-Blog – schon um im sicheren Fake-News-Windschatten des renommierten Breitbart-Networks geschützt dahinzugleiten. [Vorab aus: Politik & Kultur 2017/05]

Zwischen Butterbrot und Peitsche

12.08.17 (Martin Hufner) -
Wozu haben die Leute vom Deutschen Kulturrat sich eigentlich die Arbeit gemacht, 15 Thesen zur kulturellen Integration zu verfassen mit so wirren Formulierungen wie „Die Kunst ist frei“ (These 5) oder „Das alltägliche Zusammenleben basiert auf kulturellen Gepflogenheiten“ (These 2) – oder kürzer: „Wasser kocht bei 100 Grad Celsius“ (These 2b). Kein Wunder, dass dieses Gewirke kaum Widerhall in der Gesellschaft gefunden hat. Knapp 700 Menschen und Institutionen haben diese Thesen mitgezeichnet. Der Deutsche Musikrat gehörte dabei nicht zu den ersten. Ob er wohl was ahnte?

Lachen – mit Böhmermann: eine Wertegemeinschaft

09.08.17 (Bojan Budisavljevic) -
In den MusikTexten 151 fand sich unter dem Titel „Komponieren am Krater“ ein leidenschaftlich vorgetragenes Plädoyer des Komponisten Helmut Lachenmann für das autonome Kunstwerk, die abendländische Tradition und eine Philippika gegen einen neuen Konzeptualismus, der sich mittels einer postulierten „gehaltsästhetischen Wende“ vom Ballast eines traditionellen Kunstbegriffs abwendet und der Musik zu mehr gesellschaftlicher Relevanz verhelfen will.

Klassik Echo

03.08.17 (Gordon Kampe) -
Wie man so abgehen könne, fragte mich mein Trainer. Er hatte mich er­wischt: Ich hörte Tschaikowskys Fünfte, Norrington dirigierte – und ich auch, allerdings im Auto auf dem Aldi-Parkplatz um die Ecke. Ich kann nicht anders, meine Ohren sind direkt mit meinem Bizeps verbunden, ohne Umwege über das Gehirn. Muss das bescheuert aussehen, wenn ich im Opel Einsätze für die Trompeten in Richtung Scheibenwischer winke und mich erschöpft vor der Zapfsäule an der Tankstelle verbeuge, die mir immerhin „super!“ zuruft.
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