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Alle Artikel kategorisiert unter »Glossen & Kommentare«

Nachschlag 2010/11

02.11.10 (Barbara Lieberwirth) -
Nach Venedig und Hamburg steht in Leipzig die drittälteste Musiktheaterbühne Europas. Im Jahr 1692 erhielt die Stadt vom Dresdner Hof das Recht, Opern aufzuführen, und 1817 genehmigte Friedrich August I. – der Gerechte – ein ständig spielendes Stadttheater in der florierenden Messestadt. Das prächtige Haus am Augustusplatz von 1868 sollte den 2. Weltkrieg nicht überdauern. Bereits zehn Jahre nach Kriegsende begann die Stadt, ein neues Opernhaus im spätklassizistischen Stil zu erbauen. 1960 konnte der gebürtige Leipziger und Staatsratsvorsitzende Ulbricht den einzigen Theaterneubau der DDR-Geschichte einweihen. Eröffnet wurde das Haus mit Wagners „Meistersingern“ in der legendären Inszenierung von Joachim Herz.

Ferchows Fenstersturz 2010/11

02.11.10 (Sven Ferchow) -
Phat, Alder! Da hat MTV-Manager Dan Ligtvoet die Stammzellen aber mal massiert: MTV wird zum Abosender geswitched. Begründung: Keiner schaut Musik auf seinem Sender – die freilich nicht gesendet wird. Übrigens seit gefühlten zehn Jahren. Aber die Schnellspanner bei MTV sind ausgebufft. Man soll künftig bitteschön für nichts zahlen, weil ja auch schließlich nichts geboten wird. Das erinnert an die deutsch-griechische Abschlagszahlung. Böse Zungen behaupten nun gar, MTV und seine keine Musik wären trotzdem kulturimmanent. Und weil die Ideen im krassen Sender gerade brodeln, twittern einige Entscheider durch die networks, dass es nur recht und billig wäre, wenn Frau von der Leyen in der baldigen Hartz IV-Kundenkarte einen Betrag fürs bildende Kulturfernsehen reservieren würde. Gut so. Wer braucht schon Schulhefte? Raus mit dem Zaster.

Cluster 2010/11

02.11.10 (Gerhard Rohde) -
Im Koalitionsvertrag des niederländischen Kabinetts steht, dass das Musikzentrum des niederländischen Rundfunks abgeschafft werden soll. Ohne vorangegangene Debatte wird die Zukunft von drei international renommierten Orchestern und einem ebenso renommierten Chor in Frage gestellt. Einer etablierten niederländischen Form des Musikhörens über Radio, Fernsehen, online und live mit vollen Sälen unter anderem in Amsterdam und Utrecht, während des Holland Festivals, Pinkpop Festivals und des North Sea Jazz Festivals wird auf diese Weise die Grundlage entzogen. Die Niederländische Radiophilharmonie, die Niederländische Radio-Kammerphilharmonie, das Metropol Orchester und der Niederländische Rundfunkchor werden nach fünfundsechzig Jahren erstklassigen künstlerischen Schaffens ausrangiert. Die Musikbibliothek wird geschlossen und die Bildungsabteilung des Musikzentrums muss Hunderte von Schülern aus der Region enttäuschen. Ein so drastischer Kahlschlag wurde in den Niederlanden, ja in ganz Europa wohl noch nie angedroht. – Soweit der Flugblatt-Text, der unter anderem bei den Donaueschinger Musiktagen 2010 verteilt wurde.

Cluster 2010/11

02.11.10 (Martin Hufner) -
Viele Dinge sind probiert worden, um Neue Musik im Bewusstsein der Menschen zu verankern. Denn der Zugang zu solcher Musik scheint versperrt. „Ich mag Musik ja“, sagen viele, „aber Neue Musik mag ich nicht.“ Vermittlungsinitiativen sprießen da schon mal aus dem Boden. Netzwerke werden gestemmt, für Neue Musik, für junge Ohren, für wasweißderGeiernochmalwas. Dabei wäre alles doch so einfach. Schaut auf den rbb, den Rundfunk Berlin-Brandenburg. Die haben eine ganze Welle dafür eingerichtet und genial benannt: Fritz! Fritz rbb.

Behauptungen nicht unter den Tisch kehren

02.11.10 (Kurt Suttner) -
Als regelmäßiger Leser der nmz habe ich schon häufig interessante und wertvolle Beiträge aus Ihrer Feder gelesen. Ihren Artikel „Spaltklangverbot“ jedoch halte ich für kontraproduktiv.

www.beckmesser.de 2010/11

02.11.10 (Max Nyffeler) -
Durch Kunst vergewissert sich eine Gesellschaft ihrer Wurzeln und blickt zugleich in die Zukunft. Geht sie fahrlässig damit um, spricht das nicht gerade für geistigen Selbsterhaltungstrieb. Drei Beispiele in jüngster Zeit lassen Böses ahnen. In Hamburg, wo der Bau der Elbphilharmonie zur finanziellen Geisterfahrt geworden ist, soll im Zuge der allgemeinen Sparanstrengungen im nächsten Jahr auch die Kultur insgesamt 6,2 Millionen weniger bekommen. In Holland will die aufs Sparen eingeschworene Regierung einen bisher vom Rundfunk betriebenen Produktionsapparat fallen lassen. In Luzern steht ein einzigartiger Gebäudekomplex für experimentelle Kunst und Musik, die Salle modulable, zur Disposition, weil der Hauptmäzen verstorben ist.

Wie ich einmal trotz bester Absichten fristlos gefeuert worden wäre: Theo Geißlers Kurz-Schluss

27.10.10 (Theo Geißler) -
Wie ich fast einmal unsanft gelandet wäre – so könnte man meinen aktuellen Zustand beschreiben. Nachdem ich für das Innenministerium als „embedded“ Meinungs-Macher seit der Bildungs-Chip-Affäre offenbar verbrannt bin (puk-Ausgabe 5/10), hat man mich in eine sogenannte Stiftung abgeschoben. Unter dem völlig unangemessenen Namen „Integritas“ arbeitet dieser Club, halb aus Steuergeldern, halb aus gut verschleierten Wirtschaftsquellen finanziert – angeblich dem Bundes-Präsidialamt zu. [Vorab-Veröffentlichung aus politik & kultur 6-2010]

Fernzug, nah: Eindrücke des „sounding D“-Zugbegleiters Theo Geißler

13.10.10 (Theo Geißler) -
Achtung: Es folgt an dieser Stelle kein womöglich erwarteter Hau-Drauf-und-Schlag-Tot-Text, sondern eher ein konventionelles, sich mit Heftschwerpunkten befassendes Editorial. Vorsicht: Es geht auch um das Projekt „sounding D“ des „Netzwerks Neue Musik“. Da sind wir Medienpartner – und insofern bei einschlägig misstrauischen Kreisen sofort im Verdacht, wir hätten uns kaufen lassen. Das haben schon manch Reichere versucht – und regelmäßig von uns eins übergezogen bekommen.

Deutscher Musikrat erfindet Sex neu - Dieter Bohlen mitschuld am Dinosaurier-Sterben

11.10.10 (thg) -
Traurig aber vorhersehbar: Das sogenannte "Musikforum", selbsternanntes "Magazin des deutschen Musiklebens" befindet sich offensichtlich im Absterben. Wir sind gern behilflich, das zu verhindern und bieten Musikratspräsident Martin Maria Krüger die Gelegenheit, Madonna fiktiv zu interviewen statt sich mit Gender-Problematiken rumzuquälen. "Modern Talking" war mitschuld am Dinosaurier-Sterben - und es gibt einen neuen Fernseh-Musik-Preis. Noch mehr Wahrheit bei den "taktlos-Nachrichten" Ausgabe 146.

Die nmz und ihre Leser/-innen suchen das Unwort des Jahres im Musik- und Kulturbereich

01.10.10 (nmz-red) -
Seit vielen Jahren sorgt die Gesellschaft für deutsche Sprache mit ihrer Wahl von Unwörtern des Jahres für Diskussionsstoff: „betriebsratsverseucht“, „notleidende Banken“, „Herdprämie“, „Entlassungsproduktivität“ oder „Rentnerschwemme“ hießen beanstandete Wörter der vergangenen Jahre. Auch im Musik- und Kulturbereich gibt es sie zu Hauf: die ästhetischen Sprechblasen, die kulturpolitischen Schönfärbereien und die im Marketingrausch ersonnenen Wort-Ungetüme zur Benennung eines neuen Festivals.
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