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Alle Artikel kategorisiert unter »Glossen & Kommentare«

Rattonale Bombenleger

12.09.18 (Martin Hufner) -
In vergangenen Jahren haben Musikhobbypsychologinnen (Männer sind selbstverständlich mitgemeint) immer wieder mal den Versuch unternommen, mit Musik etwas zu bewegen. Kühe sollen mit Mozarts Musik mehr Milch abgeben, in Mamas Bauch sollen aus Zwillingen Drillinge werden, Musik zum Kuscheln, Musik statt Viagra, Musik als Folter auf Guantanamo. Interessanterweise hat man dann an Orten, an denen man sich keine Menschen wünscht, bislang zu klassischer Musik gegriffen. Erfolglos. Ein letzter Versuch wird jetzt in Berlins U-Bahn probiert. Mit sogenannter „atonaler Musik“ will man statt mit Glyphosat „unerwünschte Besucher“ vertreiben. Ausgerecht im Monat der zeitgenössischen Musik, im September, startet der Versuch. Zufall oder Absicht?

Wo sind die Frauen?

12.09.18 (Moritz Eggert) -
In einer Kritik der nmz-Ausgabe 7/8-2018 über eine Opernveranstaltung mit Kompositionsstudenten der Münchener Musikhochschule im Rahmen der Münchener Biennale wurde „das vollständige Fehlen von Nachwuchskomponistinnen“ unter den Reihen der Komponisten bemängelt. Es stimmt: Keine einzige Komponistin wirkte bei diesem Projekt („Liminal Space“) mit. Benachteiligung von Frauen? Regie des Projektes machte eine Frau, auch im Orchester spielten zahlreiche Frauen, auf der Bühne wirkten mehr Sängerinnen als Sänger mit. Aber dieses wie auch letztes Jahr gab es bei den Aufnahmeprüfungen im Fach Komposition fast keine weiblichen Bewerbungen.

Einfach sein

31.08.18 (Sven Ferchow) -
Es gibt Dinge, die passen nicht zusammen. Deutschland & Integration. Deutschland & Ost-Deutschland. Und: Deutschland & Popmusik. Beweis: Bei einer Sommerumfrage von BAMS und YouGo (kübeln Sie ruhig ins Waschbecken) landete Silbermond auf Platz 1, Unheilig auf 2 und Grönemeyer auf 3. Es folgten Mark Forster, Xavier Nai­doo, Sarah Connor, Max Giesinger, Marius Müller-Westernhagen, Andreas Bourani und Tim Bendzko. Wenn Sie Optionen zur obigen Kübelei haben, bitte gerne. Oder einfach laufen lassen. Dass fünf der Genannten tot sind, also künstlerisch tot, und die anderen fünf – unterstellt man Popmusik die Kraft des Aufruhrs – weniger emotionslos sind als der ehemalige Goldhamster meines Bruders, der durch einen schmissigen Sprung vom Balkon-Sims den Freitod wählte, lässt tief in die triste, traurige, trübe deutsche Seele blicken. Erschwerend: Ohne Fußball-WM oder -EM (Bourani 2014 – „Ein Hoch auf uns“, Mark Forster 2016 – „Wir sind groß“, Giesinger 2016 – „80 Millionen“) wären einige Harmoniebolzen ja gar nicht existent.

Tauben-Salat – die Politik & Kultur-Trump-Fakes

29.08.18 (Theo Geißler) -
+++ Köln: Serientod von Hans Beimer in der „Lindenstraße“ +++ Berlin: Farid Bang und Kollegah – „Platin war gestern, Nowitschok ist morgen“ +++ Bremen: HfK-Professor für Kreation und Interpretation +++ Gütersloh: Bertelsmann-Stiftung übernimmt Gestaltung und Verantwortung aller Lehrpläne und Hochschul-Studienangebote +++

Förderpiraten

29.08.18 (Martin Hufner) -
Seit einiger Zeit gibt es Fördermittel des Bundes über die „Initiative Musik“. Verglichen mit den Fördermitteln für die Filmindustrie sind die Etats echte Peanuts. Aber meistens hilft das den Antragsstellerinnen aus den Bereichen Jazz, Pop und Klassik ein wenig auf die Beine. In der letzten Förderrunde fand sich unter den Antragsstellerinnen aber auch der Verband der Musikindustrie. Er wollte sich eine Studie zur „Zukunft der Musiknutzung“ mit- oder vollfinanzieren lassen. Und er bekam den Zuschlag.

Kurz-Schluss: Wie ich mir einmal eine spielerische Lösung für alle Probleme unserer Arbeitswelt ausdenken durfte

26.08.18 (Theo Geißler) -
Wie so oft war der Auslöser für meinen – eng befristeten, mies bezahlten – Job eine geheime Studie. Wie ich über etliche Umwege erfuhr (Mossad, Deutschlands Verfassungsschutz ist bekanntlich impotent), wurde sie diesmal in einer gemeinsamen Aktion des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat (Seehofer, CSU) und des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (Heil, SPD) in Auftrag gegeben. Die Gründe: einerseits der dramatische Mangel an Fachkräften in unserer Republik, andererseits der durch Lehrermangel und TV-Verblödung verursachte dramatische Bildungsnotstand unserer heimischen Bevölkerung, gepaart mit maximaler Faulheit und zur Unbeweglichkeit zwingender Verfettung dank Fastfood, Kartoffelchips und Craftbier. [Vorabdruck aus Politik & Kultur 2018/05]

Zensur – ein missbrauchter Begriff in den aktuellen „Kunstdiskursen“

16.08.18 (Martin Hufner) -
Man könnte meinen, man lebe in einem Land, in dem die Zensur zum alltäglichen Leben gehört. Gerade auch im Kulturbereich schwelt an vielen Ecken der vehemente Vorwurf, Kunst werde zensiert. Der Zensurvorwurf wird dabei auf breiter Front von Künstlerinnen, Institutionen (wie dem Deutschen Kulturrat), aber auch von Parteien (wie der AfD) erhoben. Was ist da dran? Ein Kommentar von Martin Hufner. [Update: Jetzt ergänzt um die Leserbrief-Replik von Wieland Hoban.]

Die Bade Hosen

10.08.18 (Sven Ferchow) -
Sind Sie auch so eine „Was soll nur aus der Jugend werden“-Mimose? Prima. Dann justieren Sie mal Ihre Gesellschaftsantennen neu. Die richtige Frage muss nämlich heißen: „Was ist nur aus den Punks geworden?“ Sehen Sie sich Die Toten Hosen an.

Ein nötiges Umdenken in Zeiten von #MeToo

10.07.18 (Moritz Eggert) -
Im Moment bekomme ich täglich E-Mails von Opfern sexueller Übergriffe an Musikhochschulen. Die Opfer sind Frauen wie auch Männer. In allen Berichten klingt eine stille Wut an, denn selbst wenn die Opfer sich wehrten oder eine Anzeige erstatteten, gab es stets wenig bis keine Unterstützung seitens der Lehrinstitute. Eines ist klar: die MeToo-Debatte ist ein Thema, das dringend an deutschen Musikhochschulen ankommen muss. Einige Hochschulen haben dies auch schon erkannt, aber längst nicht alle.

MÖHREN-SALAT – DIE Politik & Kultur-TRUMP-FAKES

29.06.18 (Theo Geißler) -
New York: New Trumpism | Hamburg: Elbphilharmonie und Bundeswehrausstattung | Berlin: ARD startet Kriminalreport | Dresden: AfD benennt sich um | Berlin: Piratenpartei auf Datenschutzjagd
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