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Alle Artikel kategorisiert unter »Glossen & Kommentare«

Löwen in den Zoo

05.10.09 (Sven Ferchow) -
Skandal! Der Bayerische Musiklöwe 2009 geht unter anderem an Tokio Hotel und Silbermond. Dass wir uns richtig verstehen: Fraglos ist die Vergabe eines bayerischen Preises an zwei Ossi-Bands ein Skandal. Den größeren Anstoß verursacht jedoch die Existenz eines solchen Preises überhaupt. Wer verleiht den Preis? Und warum? Und für was? Die Vermutung liegt nahe, dass da ein unterbezahlter Referent an der Schwelle zur lebenslänglichen Verbeamtung der Rädelsführer war. Beim Schnüffeln nach Alkopops im Zimmer seiner Kinder, die er auf der Waldorf-Schule gut outgesourct wähnte, schrammte er vermutlich an diversen BRAVO-Starschnitten entlang. Und kombinierte: Jugendkultur in Bayern muss keine Zwangsinternierung im Trachtenverein bedeuten. Also machte er seinem Chef einen Vorschlag: eine Preisverleihung, die Popmusik würdigt und den ein oder anderen Wählerhappen übrig lässt.

Ferchows Fenstersturz: Löwen in den Zoo

03.10.09 (Sven Ferchow) -
Skandal! Der Bayerische Musiklöwe 2009 geht unter anderem an Tokio Hotel und Silbermond. Dass wir uns richtig verstehen: Fraglos ist die Vergabe eines bayerischen Preises an zwei Ossi-Bands ein Skandal. Den größeren Anstoß verursacht jedoch die Existenz eines solchen Preises überhaupt. Wer verleiht den Preis? Und warum? Und für was? [Vorabveröffentlichung aus nmz 10-09]

Wie ich einmal dem Wahren, Schönen und Guten nachrichtlich dienen durfte…

01.09.09 (Theo Geißler) -
(Aus „politik und Kultur 4-09 – unser Autor schreibt hier unter der treffenden Überschrift „Kurz-Schluss“ eine Kolumne): „Schluss mit dem Miesepetertum, alter Quengel-Schmierenschreiber! In der Krise suchen die Menschen nach der guten Nachricht. Also her mit Positiv-Meldungen aus der verschnarchten Kulturwinsel-Ecke – und zwar flott“. Die Aufträge aus dem Bundesministerium des Inneren – in dessen Auftrag ich vermutlich (wer weiß das heutzutage schon noch so genau) nach einer gründlichen Verhaltens-Modifikation im alten Ahrtaler Regierungs-Atombunker gegen geringes Entgelt „embedded“ tätig sein darf, werden immer komplexer. Doch schon sagt mir eine innere Stimme sehr drängend: Schreib! Sofort! Und ich tus:

Cartoon 2009/09

27.08.09 (Friederike Groß) -
„Es ist wohl etwas Herrliches, so durch und durch musikalisch zu sein, dass man, wie mit besonderer Kraft ausgerüstet, die größten musikalischen Massen, die die Meister mit einer unzähligen Menge Noten und Töne der verschiedensten Instrumente aufgebauet, leicht und lustig handhabt, indem man sie, ohne sonderliche Gemütsbewegung, ohne die schmerzhaften Stöße des leidenschaftlichen Entzückens, der herzzerreißenden Wehmut zu spüren, in Sinn und Gedanken aufnimmt.“ Aus: „Kreisleriana, Der Musikfeind“ von E.T.A. Hoffmann. Zeichnung: Friederike Groß

Jazz-Export-Weltmeister

27.08.09 (Andreas Kolb) -
Die Wogen schlagen hoch bei den Mitgliedern der Bundeskonferenz Jazz. Thomas Steinfeld, Feuilletonchef der Süddeutschen Zeitung, hat am 11. August in einer Glosse die „Wahlprüfsteine Jazz“ der Bundeskonferenz aufs Korn genommen. Sinngemäß konstatiert Steinfeld, dass die Deutschen auch im Bereich des modernen Jazz Weltmeister im Vereine gründen und Gartenzwerge aufstellen seien.

Ganz schön abgebrüht

27.08.09 (Sven Ferchow) -
Ich liebe die Wirtschaftskrise. Vorbei die öden Sommerwochen, in denen sich die Popstars im karibischen Kies verscharrten und sich den anstehenden Comeback-Versuch auf St. Lucia schön soffen. Ist nicht mehr. Malochen ist Trumpf. Selbst die Frau Superwichtig des deutschen Pop, Sarah Connor, siecht unter dem merkantilen Engpass. Sie wissen schon, diejenige, die 2005 die deutsche Nationalhymne verbrühte und sich statt „Blüh im Glanze dieses Glückes“ mit „Brüh im Lichte dieses Glückes“ verkochte. Weil bei ihr gar nichts mehr geht, mussten 2008 bereits Auftritte in der Suppenküche beim EDEKA-Familienfest „Eventiz“ herhalten.

Jodelgrüße

27.08.09 (Martin Hufner) -
Der Mann, der eine „Philosophie des Geldes“ um 1910 verfasste, setzte sich zu Beginn seiner soziologischen Arbeit einmal mit dem Jodeln auseinader, dabei ging es dem Grunde nach um die psycho- und ethnologischen Anfänge der Musik. Georg Simmel, der Autor, wünschte sich bei seiner Erhebung auch die Notation von Jodlern jeglicher Art. Wir wissen nicht, ob der Jodler darunter war, der kürzlich ein Münchner Landgericht beschäftigte.

Demokratie im Netz

27.08.09 (Max Nyffeler) -
Erst zehn Jahre ist es her, da stellte der achtzehnjährige Collegeboy Shawn Fanning in den USA ein Tauschprogramm namens Napster ins Internet. Es war ein einschneidendes Ereignis. Die Musikfans jubelten, die Medienkonzerne zitterten und das goldene Zeitalter des Musikkonsums schien anzubrechen: Nieder mit dem Privateigentum! Die Musik gehört jetzt Allen und das Hören ist ein Menschenrecht! Doch wie es mit Revolutionen so geht: Nach einigen Jahren wurde Napster kapitalistisch nutzbar gemacht und fristet heute eine ruhmlose Existenz als Vertriebskanal von Bertelsmann. Der Damm war aber gebrochen und damit das Tabu des geistigen Eigentums. Die allgemeine Verfügbarkeit von „Content“ wurde Alltag.

My home is my castle (oder: Musiker am Katzentisch) – Die Wiederkehr des Hauskonzerts

24.08.09 (Frieder Reininghaus) -
Es fing eher unauffällig an. Vor etwa fünfzehn Jahren lud ein erfolgreicher Advokat aus der benachbarten Stadt K. zur Feier seines 50. Geburtstags. Nach dem Glas Champagner zur Begrüßung und wohlgesetzten Worten des Gastgebers delektierte das renommierte Aurel-Quartett. Es servierte Schubert, Janáček und Kurtág und machte richtig Appetit auf die Hummerschwänze.

Unter Piraten: Wer trauert eigentlich der Popkomm nach?

06.08.09 (Martin Hufner) -
„Deutsche Bahn bekennt sich zum Personalverkehr – Weitere 30 Strecken werden stillgelegt.“ Es würde einen nicht überraschen, wenn der alte Bahnchef Mehdorn damit vor die Presse getreten wäre. An derartige Jubelrufe hat man sich hierzulande gewöhnt. Und genauso ungläubig würde man diese Information zur Seite legen und sich an den Kopf fassen: Der habe doch nicht mehr alle Tassen im Schrank.
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