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Alle Artikel kategorisiert unter »Glossen & Kommentare«

Zutritt für Jedermann: Public Viewing und Internet demokratisieren die Hochkultur

02.08.09 (Christian Kröber) -
Einige einzelne Karten wären schon noch zu haben, lässt die freundliche Verkäuferin bei den Salzburger Festspielen wissen. Aber nur noch in der höchsten Preisklasse: Cosi fan tutte für 370 Euro? Das geht auch billiger:

Klang und Kulinarik: Wie Musikfestivals zum Rahmenprogramm für den Gourmet-Tourismus werden

29.07.09 (Frieder Reininghaus) -
Laut erhob sich dieser Tage Kaisers Klage über die Sinn- und Form-Krise der hergebrachten Festspiele. Der greise Münchener Festredner und hochbelobigte Kritiker monierte erschreckende Anzeichen von Banalisierung der Geschäfts-Praktiken in Bayreuth oder Salzburg. Und nicht nur er verwies auf die Konzeptionslosigkeit der Festspiel-Betreiber.

Was kommt nach Thielemann? Die Zukunft der Münchner Philharmoniker ist offen

23.07.09 (Wolf Loeckle) -
Einen Tag nach der Entscheidung des Münchner Stadtrates, den Vertrag mit Christian Thielemann als Generalmusikdirektor der Stadt nicht zu verlängern, dauert das Warten auf eine Stellungnahme des Noch-Philharmoniker-Chefs an. Der weilt auf dem Grünen Hügel Bayreuths und probt. Unterdessen betonte Kulturreferent Hans-Georg Küppers der Süddeutschen Zeitung gegenüber, die Entscheidung sei endgültig. Wolf Loeckle kommentiert:

Eindrücke von der GEMA Pressekonferenz

09.07.09 (Juan Martin Koch) -
Die GEMA ist von der Petition voll erwischt worden. Wie die Mexiko-Grippe, so der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Frank Dostal, habe sich das Thema im Internet verbreitet und eine Eigendynamik entwickelt, die zu Beginn der Initiative niemand erwartet hatte. Mit geballter personeller Präsenz versuchte die GEMA nun auf einer Pressekonferenz die Epidemie einzudämmen, von der mittlerweile über 95.000 Mitzeichner angesteckt wurden.

Nachschlag (2009/07)

08.07.09 (Martin Hufner) -
Redet man vom Erfolg der Piratenpartei im Europaparlament in Brüssel, von der Petition zur GEMA im Bundestag, von der Kulturflatrate oder von der sanft entschlafenen Pop-Messe PopKomm, dann redet man eigentlich nur über ein Thema: übers Urheberrecht. Da wäre die Gelegenheit für die Verwertungsgesellschaft GEMA günstig gewesen, aus der diesjährigen Mitgliederversammlung Ende Juni positives PR-Kapital im Sinne der Urheber zu schlagen.

Ferchows Fenstersturz (2009/07)

08.07.09 (Sven Ferchow) -
Witzig, witzig. Der allseits unbekannte Rapper Kollegah bot im Sinne der Nachwuchsförderung eine bizarre Bildungsmaßnahme für Rap-Säuglinge an. Weil ihm das Buchstaben-Repertoire des Frischfleisches unbrauchbar erscheint, versteigerte Kollegah eine Punchline bei eBay. Punchline bezeichnet nach Wikipedia „einen mit Wortwitz vorgetragenen Vergleich oder eine ebensolche Aussage, die oft als subjektives Qualitätsmerkmal eines Rappers herangezogen wird und dazu dient, die eigene Person zu loben oder Gegner zu ‚dissen’“. Wobei „dissen“ wiederum bedeutet, verbale Anspielungen zur mutmaßlichen Berufsbezeichnung der Mutter des Gegners öffentlich anzudeuten. Nun gut. Kollegah ist jung und braucht das Geld.

www.beckmesser.de (2009/07)

08.07.09 (Max Nyffeler) -
Am 23. Mai, als das sechzigjährige Bestehen des deutschen Grundgesetzes gefeiert und der Bundespräsident gewählt wurde, kam es gegen Abend vor dem Brandenburger Tor in Berlin zu einem denkwürdigen Konzert: Vor Zehntausenden von Zuhörern und mit Live-Übertragung im Fernsehen dirigierte Daniel Barenboim Beethovens Neunte Sinfonie. Kommentare gab es hinterher kaum. Es wurde als ein alltägliches Ereignis wahrgenommen, denn Klassik im Freien gehört ja inzwischen zur approbierten Massenkultur wie Fußball und Popmusik.

a tempo (2009/07)

08.07.09 (Nikolaus Brass) -
In der derzeitigen Krise hätten „sanfte“ Gesellschafts- und Wirtschaftsutopien Konjunktur, so unlängst die Süddeutsche Zeitung in einem Feuilleton. Zitiert wurden Stimmen, die im Überzeugungston der Marktliberalen abschätzig meinten, nun würde wieder unter der Decke des ach so schlechten Großen Ganzen hingebungsvoll im Kleinen „gekuschelt“, statt sich damit abzufinden, dass der Kreislauf des globalen Kapitalismus eben mal Opfer verlange. Schick sei jetzt das Kleine und Überschaubare, defensive Sinnstiftung eher gefragt als aggressives Problemlösen.

Ruhe im Rummel: die Trauerfeier für Michael Jackson – Ferchow vor der Röhre

08.07.09 (Sven Ferchow) -
Nur wenig hat sich geändert. Bis auf die Tatsache, dass Michael Jackson immer noch tot ist. Doch das Spektakel, die Geheimniskrämerei, die Gerüchte und Spekulationen um seine Person bleiben über seinen Tod hinaus existent. Daran konnte ebenso die Trauerfeier, die gestern im Staples Center von Los Angeles stattfand, nichts ändern. Und erst recht nicht die zwar handwerklich recht ordentliche, dennoch aber kaum distanzierte Berichterstattung der deutschen TV-Anstalten. Beobachtet gestern zwischen ARD, ZDF, N24 und n-tv.

Zweistromland der Neuen Musik? Die Rhein-Main-Region will Kulturzentrum werden

07.07.09 (Gerhard Rohde) -
Seit unendlich vielen Jahren möchte die Stadt Frankfurt erreichen, dass sich die umliegenden zum Teil sehr finanzstarken Gemeinden (Beispiel: Eschborn) an den Kulturausgaben für die diversen Frankfurter Kunsttempel beteiligen, genannt seien nur die Museen, die Theater, die öffentlich geförderten Musikinstitutionen. Begründung: Frankfurt erbringt diese Leistungen nicht nur für die eigenen Bürger, sondern für die gesamte Region. [Vorabveröffentlichung aus nmz 7/8-09]
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