Coronavirus und Musik- und Kulturleben aktuell

Kritik

Die Wunden der Vergangenheit – Andrea Moses inszeniert in Cottbus Pjotr I. Tschaikowskis Oper „Mazeppa“

26.10.20 (Joachim Lange) - In Cottbus hat sich Andrea Moses an Pjotr I. Tschaikowskis selten gespielten, gleichwohl großformatigen Dreiakter „Mazeppa“ gewagt. Es ist der Opernauftakt der Intendanz von Stephan Märki im einzigen verbliebenen Dreisparten-Haus in Brandenburg. Die in Dresden geborene Regisseurin wird mit ihren Erfahrungen, die sie als Chefregisseurin in Dessau und in Stuttgart gesammelt hat, die neue Operndirektorin am Deutschen Nationaltheater Weimar.

Rezension

In bester Erinnerung
Jazzneuheiten, vorgestellt von Hans-Dieter Grünefeld

27.10.20 (Hans-Dieter Grünefeld) - Momente historischer Bedeutung bleiben langfristig im Gedächtnis. So der Satz „I have a dream“ von Dr. Martin Luther King als Signal bei seinem Kampf in den USA um die politische Gleichstellung und soziale Integration der Afro-Amerikaner sowie gegen den Vietnamkrieg. Sechs Monate nach seiner Ermordung 1968 hatten seine Worte einen besonderen Nachhall, nämlich durch ein High School-Konzert des Jazz-Revolutionärs Thelonious Monk in „Palo Alto“, so auch der Albumtitel.

Aktuelles

KIZ

Kein Lockdown für die Kultur! Deutscher Musikrat fordert Gesundheitsschutz mit Augenmaß

Kein Lockdown für die Kultur! Deutscher Musikrat fordert Gesundheitsschutz mit Augenmaß
27. 10. 2020 (PM - Deutscher Musikrat) - Angesichts der hohen Zahlen an Neuinfektionen steht am 28. Oktober 2020 ein weiteres Gespräch zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidentinnen und -präsidenten der Länder an, in dem über eine Verschärfung der Corona-Maßnahmen diskutiert wird. In Bayern beschloss Ministerpräsident Markus Söder bereits drastische Einschränkungen für das Kulturleben: So dürfen dort derzeit ab einem Inzidenzwert von 100 Infektionen pro 100.000 Einwohnern auch große Veranstaltungsräume wie die Staatsoper München nur noch für maximal 50 Menschen geöffnet werden, obwohl ein von Ärzten und Wissenschaftlern begleiteter Praxistest an der Staatsoper belegt, dass das Infektionsrisiko in diesem Raum auch bei 500 Zuschauenden nicht signifikant größer ist.
KIZ

Konzert ist keine wilde Party: Orchester wollen mehr Publikum

Konzert ist keine wilde Party: Orchester wollen mehr Publikum
27. 10. 2020 (dpa) - Bochum - Die nordrhein-westfälischen Orchestermusiker fordern abgestufte Corona-Regeln für die klassische Musik. Bei Oper und Konzert habe sich gezeigt, dass das Ansteckungsrisiko gering sei, erklärte die Orchesterkonferenz NRW am Montag in Bochum.
KIZ

Oper und Staatsschauspiel wollen Ausnahmen von Zuschauerobergrenze - Reaktion Sibler

Oper und Staatsschauspiel wollen Ausnahmen von Zuschauerobergrenze - Reaktion Sibler
27. 10. 2020 (dpa) - München - Die Bayerische Staatsoper und das Staatsschauspiel wollen die in München geltende Obergrenze von 50 Zuschauern pro Vorstellung zur Eindämmung der Corona-Pandemie nicht akzeptieren. Man habe Sondergenehmigungen beantragt, teilten die Theater am Montag mit.
KIZ

Künstler bei Aktion «Flügel statt Flügel» gegen AfD

Künstler bei Aktion «Flügel statt Flügel» gegen AfD
26. 10. 2020 (dpa) - Potsdam (dpa/bb) - Mit Klaviermusik vor dem Landtag in Potsdam wollen der Starpianist Igor Levit und weiter Künstler am Dienstag gegen die AfD anspielen. Levits Management bestätigte am Samstag den Auftritt des Pianisten bei der Aktion «Flügel statt Flügel», die stattfindet, während die AfD im Haus einen neuen Fraktionschef für den zurückgetretenen Andreas Kalbitz wählt.
KIZ

Intendanten fordern Rücknahme der bayerischen Corona-Maßnahmen

Intendanten fordern Rücknahme der bayerischen Corona-Maßnahmen
25. 10. 2020 (dpa) - München - Bayerns Ministerpräsident Söder hat in Gebieten mit besonders vielen Corona-Infektionen starke Einschränkungen für Theater und andere Kulturveranstaltungen angekündigt. Die Intendanten der bayerischen Bühnen haben ihm nun deutlich gesagt, was sie davon halten.

nmz-Podcastpartnerin Irene Kurka

Personalia

Menschen

KIZ

Katja Wildermuth zur Intendantin des Bayerischen Rundfunks gewählt

26.10.20 (PM) -
Dr. Katja Wildermuth (55) wird Amtsinhaber Ulrich Wilhelm als neue Intendantin des Bayerischen Rundfunks nachfolgen. Der Rundfunkrat wählte Wildermuth in seiner Sitzung am 22. Oktober 2020 mit 38 von 48 Stimmen. Dr. Katja Wildermuth tritt das Amt zum 1. Februar 2021 an. Die Amtszeit beträgt fünf Jahre.

Dossier

Musiktherapie

Musiktherapie: Seit Anfang der 1980er-Jahre kann man das Fach in Deutschland studieren. Doch was genau ist Musiktherapie heute? Was sind ihre Berufsfelder? Und was hat sie mit Musikpädagogik zu tun?
Beethoven 2020 Das Beethoven-Jahr 2020. Zur Situation in der Beethoven-Stadt schreibt Guido Krawinkel. Es gibt Kuriosa und eine Ü...
Leonard Bernstein 100 Leonard Bernstein wäre am 25. August 2018 100 Jahre alt geworden. In unserem nmz-Dossier zeichnen wir die vielen...
Umfrage: Kastriert Kapitalismus Kreativität? Unter dem Titel „Wieviel Ökonomie braucht die Musik?“ findet am Freitag, 20. Oktober 2017 der ö...
Bundestagswahl 2017 Eine Informationen und Kommentare zum Thema Bundestagswahl 2017. Positionen, Meinungen, Analysen, Wahlprüfsteine...
Fluchtort Deutschland „Die Debatte um die Integration der Geflüchteten ist sehr oft scheinheilig. Niemand im Kulturbereich...

News von Musikhochschulen

Folkwang Universität Essen: Neue CD in der Folkwang EDITION: „Ich wandre durch Theresienstadt“ – Musik im Ghetto - Sybille Plocher-Ottersbach und Tatjana Dravenau interpretieren Lieder von Ilse Weber, Gideon Klein, Viktor Ullmann und Pavel Haas Seit mehr als...
Hochschule für Musik Rostock: „Der eingebildete Kranke“ von Molière - Das traditionelle „Sommertheater“ im Innenhof der Hochschule für Musik und Theater Rostock musste im vergangenen Sommer den Corona-Auflagen weichen...
Hochschule für Musik Rostock: Neue Institutsleitung - Das Institut für Musikwissenschaft, Musikpädagogik und Theaterpädagogik hat eine neue Institutsleitung. Neue Sprecherin ist Frau Professorin Dr....
Hochschule für Musik Rostock: OPUS KLASSIK für Annika Treutler - Unsere Absolventin Annika Treutler aus der Klavierklasse von Professor Matthias Kirschnereit ist Preisträgerin des OPUS KLASSIK Preises. Sie gewann...
Hochschule für Musik Rostock: hmt-Preisträger beim Wettbewerb Verfemte Musik - Beim Interpretationswettbewerb Verfemte Musik vom 8. bis 11. Oktober 2020 in Schwerin konnten gleich mehrere Studierende und Ehemalige der hmt...

Weitere Nachrichten

Online

Mittlerer komödiantischer Drive: Joachim Raffs „Dame Kobold“ am Theater Regensburg

Mittlerer komödiantischer Drive: Joachim Raffs „Dame Kobold“ am Theater Regensburg
25. 10. 2020 (Juan Martin Koch) - In der Regie Brigitte Fassbaenders brachte das Theater Regensburg mit Joachim Raffs komischer Oper „Dame Kobold“ nach einer Calderón-Vorlage eine ausgesprochene Rarität auf die Bühne. Eine Sensation kann unser Kritiker Juan Martin Koch nicht vermelden, immerhin aber eine liebenswürdige Randnotiz der Theaterhistorie.
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Mehr als systemrelevant! - Ulrich Rademacher und Friedrich-Koh Dolge im Gespräch

Mehr als systemrelevant!
24. 10. 2020 (Barbara Haack) - Wie fast alle gesellschaftlichen Bereiche steht auch die musikalische Bildung in diesem Jahr vor großen Herausforderungen. Der VdM hat seine Hauptarbeitstagung (HAT) in Koblenz vom Mai in den Oktober verschoben. Hier wird es schwerpunktmäßig um das Thema Digitalisierung gehen, sicher werden aber auch die Folgen der Pandemie eine Rolle spielen. Mit Ulrich Rademacher, Bundesvorsitzender, und Friedrich-Koh Dolge, stellvertretender Bundesvorsitzender des VdM sowie Direktor der Stuttgarter Musikschule, sprach Barbara Haack für die nmz im (Online-)Interview.
Print

Musikkritiker und Zeitungsinserat - Vor 100 Jahren (1920/10)

Musikkritiker und Zeitungsinserat
23. 10. 2020 (Paul Marsop) - […] Schneidet doch einmal aus einer größeren angesehenen Tageszeitung die in einem Musikwintermonat der Gegenwart gedruckten Konzert- sowie Opernkritiken aus und geht sie hintereinander durch: auf der Hand liegt, daß der Musikredakteur und seine Helfer mit völlig belanglosen Auslassungen über die Notenfabrikate wiederkäuender Komponisten jeglicher Farbe und Herkunft, mit unausgesetztem Breittreten an gleicher Stelle tausendmal besprochener Loewe-Abende und Beethoven-Reproduktionen, mit Aufzählung läppischer Wunderkindereien trotz aller Papierknappheit eine Unzahl Spalten füllen. Notgedrungen, auf Befehl.
KIZ

Soloselbstständige nicht alleine lassen: Deutscher Musikrat fordert Anpassungen der staatlichen Überbrückungshilfen

Soloselbstständige nicht alleine lassen: Deutscher Musikrat fordert Anpassungen der staatlichen Überbrückungshilfen
23. 10. 2020 (PM - Deutscher Musikrat) - Seit 21. Oktober 2020 läuft die zweite Runde der Überbrückungshilfen des Bundeswirtschaftsministeriums, zunächst bis Jahresende. Das Programm wendet sich explizit auch an soloselbstständige Kreativschaffende und Kulturunternehmen und beinhaltet einige Verbesserungen in der Antragstellung insbesondere für kleine Firmen. Doch auch in den neuen Überbrückungshilfen wird Soloselbstständigen kein Unternehmerlohn gewährt, der die Honorarausfälle kompensieren und auch für Lebenshaltungskosten eingesetzt werden kann.
KIZ

Renaissance Musikfestival beginnt in Lutherstadt Wittenberg

Renaissance Musikfestival beginnt in Lutherstadt Wittenberg
23. 10. 2020 (dpa) - Lutherstadt Wittenberg - Konzerte, Stadtspaziergänge und Workshops: In der Lutherstadt Wittenberg beginnt am Freitag (19.00 Uhr) das Renaissance Musikfestival. Bis 1. November widmet sich das Musikfest unter dem Titel «Aus den Schatzkammern eines Murmeltiers» dem kunst- und musikinteressierten Kurfürsten von Sachsen, Friedrich dem III.
Singularität im Kontext von Diversität. Foto: Martin Hufner
Eine Umfrage zur Bedeutung von Festivals der neuen Musik · Von Rainer Nonnenmann

Nur die glänzende Vorderseite der Medaille?

(Rainer Nonnenmann) Es gibt große und kleine, lange und kurze, alte, junge, gewichtige, leichte, teure, kostengünstige, staatstragende, anarchische… Musikfestivals gibt es in verschiedenen Spielarten nahezu überall und das gesamte Jahr hindurch, in Groß- und Kleinstädten oder auf dem Land. In den vergangenen Jahren wurden es immer mehr, auch im Bereich der neuen Musik. Manche sind Mustermessen für ein Fachpublikum aus Journalisten, Redakteuren, Verlegern, Intendanten, Funktionären. Andere erreichen ein breites, urbanes, heterogenes Publikum. Manche gehen im Überangebot der Metropolen unter, andere sind in ihrer Region Leuchttürme, die Image, Fremdenverkehr, Einzelhandel, Gastronomie befördern. Festivals sind Schaufenster aktueller Interpretationen und Neuproduktionen wahlweise internationaler, regionaler oder lokaler Szenen, die größere Publikums- und Presseresonanz erreichen als Einzelveranstaltungen. Nur hier erzielen Werke, Themen, Diskurse und Akteure größere gesellschaftliche Aufmerksamkeit, wird jemand oder etwas „entdeckt“, besprochen, gesendet, verlegt, weiterempfohlen. Nicht zuletzt dieser „Mehrwert“ macht Feste zu musikalischen Hochzeiten.
Magazin: Die Sphinx des Chansons - Zum Tod der französischen Ikone Juliette Gréco
Dossier: Temporäre Herberge für Gedanken und Empfindungen - Eine Umfrage zur Bedeutung von Festivals der neuen Musik · Von Rainer Nonnenmann
Musikleben: Musikkritiker und Zeitungsinserat - Vor 100 Jahren (1920/10)
Kommentar/Glosse: Unterrichten in Zeiten von Corona (5) - Absolute Beginners 2020/10
Berichte: Im Dialog mit Salvador Dalí - Werke der Musikerdynastie Halffter im Arp Museum Rolandseck
Pädagogik: Motivation als das A und O - Seit 2010 werden an der School of Popular Arts Musikproduzenten ausgebildet
Chorszene: Annäherung an ein monumentales sakrales Meisterwerk - Der Latvian Radio Choir hat die Liturgie von Komitas Vardapet in einer neuen Fassung aufgenommen
Rezensionen: Italienische Opernkostbarkeiten - „Pagliacci“ als Vorreiter der neu erscheinenden Reihe „Masterpieces of Italian Opera“
Verbände: Aktuelle Einstellungs-Zahlen - Infos aus dem vbs

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KIZ

#ndrCHORerhalten: Dringender Appell des Deutschen Musikrates

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22. 10. 2020 (PM-DMR) - Seit vor einigen Monaten die Kürzungspläne des NDR in Bezug auf den NDR Chor publik wurden, ist die Sorge um die sozialen und qualitativen Folgen der geplanten Maßnahmen groß. Der Chor soll demnach schrittweise in eine GmbH umgewandelt werden, frei werdende Chorstellen sollen nur noch mit freiberuflichen Sängerinnen und Sängern besetzt werden, die lediglich auf 50%-Basis in dem Chor mitwirken dürfen. Demnächst stehen die entscheidenden Sitzungen des NDR Verwaltungs- und Rundfunkrates an.
KIZ

Piano-Legende Keith Jarrett leidet an den Folgen zweier Schlaganfälle

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22. 10. 2020 (dpa) - New York - Star-Pianist Keith Jarrett ist nach zwei Schlaganfällen gesundheitlich stark beeinträchtigt. «Meine linke Seite ist immer noch teilweise gelähmt», sagte der 75-jährige US-Musiker der «New York Times» (Donnerstag). Sogar im Haus mit einem Stock zu laufen, falle ihm schwer. Es sei unwahrscheinlich, dass er jemals wieder in der Öffentlichkeit auftreten werde, schrieb die Zeitung.
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Katharina Wagner: «Wir müssen flexibel planen»

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22. 10. 2020 (dpa) - Bayreuth - Die Chefin der Bayreuther Festspiele, Katharina Wagner (42), will auch kurzfristig auf die Auswirkungen der Corona-Pandemie reagieren können. «Ich weiß nicht, welche Corona-Auflagen wir 2021 haben werden. Wir müssen extrem flexibel planen», sagte sie im Interview der «Zeit».
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Verleihung der Ehrendoktorwürde an Wolf Biermann verschoben

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22. 10. 2020 (dpa) - Koblenz/Landau - Der Liedermacher und Lyriker Wolf Biermann (83) bekommt die Ehrendoktorwürde der Universität Koblenz-Landau voraussichtlich erst im kommenden Jahr verliehen. Der für nächsten Mittwoch (28.10.) in Koblenz geplante Festakt wurde wegen der sich ausbreitenden Corona-Pandemie abgesagt, wie die Universität am Donnerstag mitteilte. Die Verleihung soll nun im kommenden Jahr nachgeholt werden, ein genauer Termin steht noch nicht fest.
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Gewaltige Sinfonien im Taschenformat - Mit Arrangements für kleinere Ensembles reagieren die Verlage auf veränderte Konzertbedingungen

Gewaltige Sinfonien im Taschenformat
22. 10. 2020 (Patrick Ohnesorg) - Schon in früheren Epochen war es eine gängige Praktik musikalische Werke für das vorhandene Instrumentarium zu bearbeiten, da nicht jeder Hof und jedes Haus stets ein gesamtes Orchester zur Verfügung stehen hatte. Bis zum Ende der Wiener Klassik wurden Bearbeitungen als legitime Möglichkeit zur Verbreitung von Werken angesehen, da die Musik dieser Zeit eher in strukturellen Formen als in Klangdimensionen gedacht wurde. Diese Praktik ist durch die Pandemie bedingt wieder relevanter denn je: Orchester und Ensembles werden durch Mindestabstände und fehlenden Platz eingeschränkt reduziert, gerade Blasinstrumente und Sänger*innen sind von den Richtlinien besonders betroffen. Musikverlage erkennen dieses Defizit und wirken dem entgegen.

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