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10.09.21 -
Volkstheater Rostock startet mit Rückenwind in neue Spielzeit +++ Keine Angst vor Schlangen und Nacktsein - Staatsoper Hamburg sucht Komparsen +++ Wittenbrink-Musical über Corona-Zeit begeistert im St. Pauli-Theater
10.09.2021 - Von dpa, KIZ

Volkstheater Rostock startet mit Rückenwind in neue Spielzeit

Die Kulturbranche wurde von der Corona-Pandemie ordentlich durchgeschüttelt. Die Kontakteinschränkungen führten zu teils massiven Verlusten. Die Kulturschaffenden hoffen auf Besserung im Herbst.

Rostock (dpa/mv) - Mit Rückenwind aus dem Sommer startet das Volkstheater Rostock an diesem Samstag in die Spielzeit 2021/22. «Die Vorstellungen des Sommerprogramms in der Halle 207 mit Musical und Operette waren überwiegend ausverkauft», berichtet der Volkstheater-Intendant Ralph Reichel. «Wir haben eine Serie von umjubelten und gute Stimmung machenden Vorstellungen hinter uns.»

Bei der fast 100-prozentigen Auslastung müsse allerdings die pandemiebedingte Platzreduzierung um rund 40 Prozent berücksichtigt werden. Je nachdem, ob mehrköpfige Familien da waren oder Einzelpersonen, schwankte die Zahl der belegten Plätze in der Halle zwischen 320 und 380. «Das ist ein ganz neue Corona-Mathematik, die wir lernen mussten», fügt Reichel hinzu.

Trotz der wirtschaftlichen Einbußen stehe das Theater wegen des Kurzarbeitergeldes gut da. Bis Ende des Jahres sei der Wirtschaftsplan so aufgestellt, dass das Theater gut über die Runden kommen kann.

Der offizielle Auftakt der neuen Spielzeit ist für Sonntagmittag auf dem Theatervorplatz geplant. Zuvor gibt es die erste Matinee des Musiktheaters zur Neuproduktion «Die Hochzeit des Figaro» im Großen Haus. Am Abend spielt die Norddeutsche Philharmonie zum 1. Philharmonischen Konzert mit Gustav Mahlers «Symphonie Nr. 6 a-Moll». Bereits am Samstagabend ist die Premiere der Komödie «Offene Zweierbeziehung» in der Kleinen Komödie Warnemünde.

Reichel kann nach eigenen Worten nicht absehen, wie sich die Debatte über die Belegung entwickeln wird. Aktuell würden die September-Vorstellungen mit den geforderten Abstandsregeln verkauft. Sollte sich die Vorgaben ändern, bräuchte das Theater eine gewisse Vorlaufzeit, um den Verkauf anzupassen. «Von heute auf morgen geht das nicht», betonte Reichel.

 

Keine Angst vor Schlangen und Nacktsein - Staatsoper Hamburg sucht Komparsen

Züngelnde Schlangen und nackte Haut kommen demnächst in einer Neuproduktion der Staatsoper Hamburg zum Einsatz. Und dafür sucht das Haus noch Komparsinnen und Komparsen. Die Kamera geht für den Dreh ganz nah ran.

Hamburg (dpa/lno) - Wer keine Angst vor lebenden Schlangen und kein Problem mit dem Nacktsein hat, könnte ein idealer Komparse für die Staatsoper Hamburg sein. Die sucht nämlich für die Neuproduktion «Die Entführung aus dem Serail» mutige Statistinnen und Statisten im Alter von 20 bis 30 Jahren. «Wir suchen sie für den Dreh eines Videos, von dem dann Sequenzen als Videoeinspielungen in der Neuproduktion zum Einsatz kommen», sagte ein Sprecher am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur in Hamburg.

Bei dem Videodreh sollen zwischen dem 20. und 23. September Makroaufnahmen von der Haut der ausgewählten Komparsinnen und Komparsen gemacht werden. «Es gibt sehr viele Facetten von menschlichen Persönlichkeiten und die sollen über die Kunstaufnahmen gezeigt werden.» Dabei sollen auch Schlangen zum Einsatz kommen, «natürlich ganz ungefährlich». Das Casting für getestete, genesene oder geimpfte Interessierte ist am 14. September.

Das Singspiel von Wolfgang Amadeus Mozart wird von Paul-Georg Dittrich inszeniert. Auf der Bühnen steht neben Tuuli Takala als Konstanze, Narea Son als Blonde und Dovlet Nurgeldiyev als Belmonte auch Theater- und Fernsehschauspieler Burghart Klaußner in einer Sprechrolle als Bassa Selim. Premiere ist am 17. Oktober.

 

Wittenbrink-Musical über Corona-Zeit begeistert im St. Pauli-Theater

Franz Wittenbrink hat schon zahlreiche Liederabende geschaffen, darunter «Sekretärinnen», «Männer» und «Nacht-Tankstelle». Jetzt knöpft er sich humorvoll die Corona-Pandemie vor.

Hamburg (dpa/lno) - Am Ende singt das Ensemble «I will survive» von Gloria Gaynor: Der neue Liederabend von Franz Wittenbrink «Nicht anfassen! Liebe in Zeiten des Abstands» hat am Donnerstagabend das Publikum im St. Pauli-Theater begeistert.

In dem Musical dreht sich alles um die Corona-Pandemie und die Folgen für die Gesellschaft nach eineinhalb Jahren Lockdown: Da ist die gestresste Mutter (Anneke Schwabe), die gleichzeitig im Homeoffice arbeiten und sich um ihre Kinder kümmern soll, die einsame Heimbewohnerin, die ihre Enkelin nur durch eine Glasscheibe sehen kann und der ältere Herr (Rainer Piwek), der nun begeistert den Kochlöffel schwingt, um zu den Klängen von «Bad» von Michael Jackson festzustellen: «Ich werd' zu fett!»

Mit Liedern von Oper («La Traviata») über Schlager («Rudi träumt von der Südsee») bis Songs von Tom Waits («I never talk to strangers») schafft es Wittenbrink, die zahlreichen Facetten der Pandemie zu beleuchten. Dabei gibt es einiges zu lachen, zum Beispiel als ein Sprachlehrer (Holger Dexne) den Zuschauern eine aerosolfreundlichere Sprache beibringen möchte, aber auch etliche ernste Töne: Wenn die gestresste Mutter am Ende zur Flasche greift oder die Sehnsucht nach Nähe zwischen einem jungen Paar (Andreas Bongard, Katharina Wittenbrink) aufflammt («Alone together») und die Enkelin (Katharina Wittenbrink) ein Volkslied mit ihrer Oma (Katharina Blaschke) singt.

Getragen wird der kurzweilige Abend von einem hervorragenden Ensemble, dem man die Lust, wieder zu singen und spielen zu dürfen, jede Minute anmerkt. Unterstützt werden die sechs Darsteller von Mathias Weibrich am Klavier und Matthias Pogoda an der Gitarre. Regisseur Wittenbrink hat bereits zahlreiche Liederabende geschaffen, darunter «Sekretärinnen», «Männer» und «Nacht-Tankstelle».

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