AfD in Kassel nennt documenta-Kunstwerk «entstellte Kunst»


18.08.17 -
Kassel - Ein AfD-Politiker hat ein preisgekröntes documenta-Werk als «entstellte Kunst» bezeichnet und damit für einen Eklat im Kulturausschuss von Kassel gesorgt. Die «Hessische/Niedersächsische Allgemeine» (HNA) machte die Äußerung am Donnerstag publik. Von der Stadt gab es keine offizielle Reaktion, ein Sprecher bestätigte aber, dass die Zitate so fielen. Der künstlerische Leiter der documenta 14, Adam Szymczyk, sei «entsetzt».
18.08.2017 - Von dpa, KIZ

Im Kulturausschuss ging es am Mittwoch um den möglichen Ankauf des 16 Meter hohen Obelisken von Olu Oguibe auf dem Königsplatz. In goldener Schrift ist auf vier Seiten in vier Sprachen ein Bibel-Zitat eingraviert: «Ich war ein Fremdling und ihr habt mich beherbergt». Der aus Nigeria stammende Künstler hat dafür den mit 10 000 Euro dotierten Arnold-Bode-Preis erhalten. Das Werk hat gute Chancen, von der Stadt angekauft zu werden und dauerhaft in Kassel zu bleiben. Die Ankaufskommission tagt am 5. September.

Dem «HNA»-Bericht zufolge hatte der stellvertretende Vorsitzende der achtköpfigen AfD-Fraktion gesagt, der Obelisk sei «ideologisch polarisierende, entstellte Kunst». Die Nazis hatten moderne Kunst als «entartet» bezeichnet. Der AfD-Mann habe zudem angekündigt, wenn der Obelisk stehen bleibe, werde man nach jedem von Flüchtlingen verübten Anschlag dort zu Demonstrationen aufrufen.

 

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