Bayerischer Rockpreis wird der GEMA aberkannt


16.02.18 -
Der neue GEMA‐Tarif für Jugendzentren verhindert seit 1. Januar 2018 viele Konzerte von Nachwuchsbands, so der Verband für Popkultur in Bayern e.V. (VPBy). Deswegen wird der GEMA der 2004 vom Bayerischen Kunstminister Thomas Goppel überreichte „Bayerische Rockpreis PICK UP“ als Novum in der Geschichte wieder aberkannt. „Die GEMA hat die damaligen Verleihungsgrundlagen leider nach 13 Jahren selbst abgeschafft“, so der Bernd Schweinar vom VPBy.
16.02.2018 - Von PM - VPBy, KIZ

Seit 2004 waren Kinderdisco, Hintergrundmusik und Nachwuchskonzerte einfach und zu einer günstigen Jahrespauschale von den Jugendzentren bei der GEMA zu lizenzieren. Seit 2018 müssen Kinderdisco und alle Konzerte einzeln abgerechnet werden, was um ein Vielfaches teurer sei.

Hinzu komme, so der VPBy, dass wegen der so genannten „GEMA‐Vermutung“ auch Nachwuchskonzerte gegenüber der GEMA nachgewiesen werden müssten, für welche die GEMA gar keinen Lizenzanspruch habe. Dieser administrative Personalaufwand geht in den Jugendzentren eindeutig zu Lasten der pädagogischen Arbeitszeit, so Schweinar. Mit der Konsequenz, dass Jugendhäuser schon angekündigt haben, auf viele dieser Newcomer‐Konzerte zu verzichten.

Auch die von der GEMA im neuen Tarif angebotenen überschaubaren Vergünstigen wie Sozial‐/Kultur‐/Nachwuchsrabatt seien nicht praktikabel und vielfach in der Praxis nicht anwendbar, kritisiert der VPBy e.V., der selbst anerkannter Jugendhilfeträger und Dachverband vieler Festivals und Clubs in Bayern ist.


Den Brief an den GEMA-Vorstandsvorsitzenden Harald Heker beschließt der Bayerische Rockintendant Bernd Schweinar mit den Worten:

„Die GEMA bleibt für uns auch weiterhin eine elementar wichtige Säule zur Existenzsicherung der Künstler. Die nach unserer Meinung im gemeinsamen Zusammenwirken aber unerlässliche Balance zwischen Autoren und Verwertern hat sich seit Prof. Kreile leider hin zu einer kulturell und gesellschaftspolitisch stark verbesserungswürdigen Schräglage entwickelt.“