Mehrheit gegen Jüdisches Museum auf dem Rathausplatz


27.08.08 -
Köln (ddp-nrw). Eine Bürgerbefragung hat in Köln eine deutliche Mehrheit gegen eine Bebauung des Rathausplatzes mit einem Jüdischen Museum ergeben. Von Mitte Juli bis Mitte August hatten sich 1749 Kölner an der Befragung beteiligt, wie die Stadtverwaltung am Mittwoch mitteilte.
27.08.2008 - Von nmz-red/leipzig, KIZ

Lediglich 111 Teilnehmer stimmten uneingeschränkt für die bislang geplante, großangelegte Bebauung des Rathausvorplatzes mit dem Jüdischen Museum, weitere 119 Teilnehmer fänden einen kleiner dimensionierten Bau am gleichen Ort akzeptabel.

883 Bürger sprachen sich gegen den Bau am historischen Rathaus aus. 642 Kölner wünschen sich einen anderen Standort für das Jüdische Museum, 241 lehnen ein solches Haus ganz ab.
Bei einem Architekturwettbewerb im Frühjahr hatte sich ein Entwurf durchgesetzt, bei dem die vorhandenen Bodendenkmäler am Rathausplatz in den Museumsbau integriert werden sollen. Bei dieser sogenannten Archäologischen Zone handelt sich um Spuren der Römer sowie um die Überreste der Synagoge und der Mikwe, des rituellen jüdischen Bades.

Kölns Oberbürgermeister Fritz Schramma (CDU) hatte als Jurymitglied den siegreichen Entwurf zunächst ausdrücklich gelobt. Mittlerweile hält er den geplanten Museumsbau in der Altstadt in der geplanten Version aber für zu dominant.
Die Ergebnisse des Architekturwettbewerbes waren seit Mitte Juli öffentlich ausgestellt worden. Dazu gab es kostenlose Führungen durch die Archäologische Zone. Anschließend konnten die Besucher ihre Meinung zu dem Projekt abgeben. Die Ergebnisse der Bürgerdiskussion sollen nun im Stadtrat diskutiert werden.









Tags in diesem Artikel

Ähnliche Artikel