Petersdom statt Thomaskirche - Leipzigs Thomaner singen für Papst


27.06.13 -
Konzertreisen um die Welt sind für die Leipziger Thomaner Routine. Vor der nächsten Tour des Knabenchores herrscht jedoch ungewohnt Aufregung. Nicht nur weil die Jungen in Rom für den Papst singen.
27.06.2013 - Von dpa, KIZ

 

Leipzig/Rom - Premiere für sächsische Sängerknaben: Leipzigs protestantisch geprägter Thomanerchor singt an diesem Samstag bei der Papstmesse zum katholischen Hochfest «Peter und Paul» im Petersdom in Rom. Die blau-weißen Outfits der 70 Sänger mischen sich dort mit den rot-weißen Gewändern der Cantores des Päpstlichen Chores der Cappella Sistina. «Die Thomaner waren bereits in den 70er und 90er Jahren im Vatikan, wirken nun aber erstmals im Gottesdienst mit», sagte Thomanerchor-Geschäftsführer Stefan Altner.

Die Einladung des rund 800 Jahre alten Knabenchores geht noch auf Papst Benedikt XVI. zurück, wurde aber von seinem Nachfolger bestätigt. Im Gepäck haben die Thomaner und ihr Kantor Georg-Christoph Biller natürlich Musik ihres einstigen Kantors Johann Sebastian Bach.

«Sie sind sehr aufgeregt, denn der Auftritt im Vatikan ist etwas Besonderes», berichtete Altner. Die Jüngeren der Zehn- bis 18-Jährigen - Sopran und Alt - tragen den für die Thomaner typischen Matrosenanzug, die Älteren - Tenor und Bass - passende Anzüge und Hemden.

Die dreitägige Reise ist der Gegenbesuch für das Gastspiel des berühmten Päpstlichen Chores der Cappella Sistina Anfang Juni in Sachsen. Dabei konzertierten die italienischen Jungs mit den Thomanern in Leipzig und den Dresdner Kapellknaben in Dresden.

Nach dem Leipziger Gewandhausorchester 2012 bringen nun die Thomaner ein weiteres Stück Musikgeschichte in den Vatikan. Der gemeinsame Auftritt der Vertreter katholischen Singens und der von Luther und Bach geprägten Thomaner im Machtzentrum der Katholischen Kirche sei spektakulär, sagte Altner. «Es ist ein Akt der musikalischen Ökumene und Gipfeltreffen zweier Konfessionen.»

 

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