Schlussvorhang für Queen-Musical


25.09.08 -
Erfolgreiche Bühnenshow «We will rock you» verabschiedet sich nach 1400 Vorstellungen aus Köln.
25.09.2008

Köln (ddp-nrw). Am Ende kriegen sie sich doch - auch wenn sich die beiden verliebten Rock’n’Roll-Rebellen Galileo und Scaramouche im Kölner Musical «We will rock you» zeitweise denkbar ungeschickt anstellen. Am Sonntag (28. September, 19.00 Uhr) verabschiedet sich die Erfolgsproduktion nach knapp 1400 Vorstellungen aus dem Musical Dome am Rheinufer. Fast zwei Millionen Zuschauer haben seit der Kölner Premiere im Dezember 2004 mit den Helden mitgefiebert. Damit ist «We will rock you» nach Veranstalterangaben die bislang erfolgreichste Musical-Produktion in Köln.

   Hauptdarstellerin Vera Bolten (Scaramouche) sieht sich schon bei der Zugabe, der «Bohemian Rhapsody», mit den Tränen kämpfen: «’We will rock you’ bedeutet mir beruflich wie privat sehr viel. Es war eine Zeit voller großer Momente und Party, die man jeden Abend direkt neben dem Kölner Dom feiern konnte», sagt sie. Für die Schauspielerin ist die Liebesgeschichte auf der Bühne auch privat Wirklichkeit geworden. Sie ist mit einem der Schauspieler des Ensembles zusammen und auch Mutter geworden.

   Deutschen Musical-Fans bleibt das Stück mit 21 Hits der Rockband Queen aber auch nach dem Aus in Köln erhalten: Ab 14. November ist die in der Zukunft angesiedelte Pop-Satire im Stuttgarter Apollo Theater zu sehen. Dann werden Galileo und Scaramouche dort mit Hilfe der Rockmusik ein finsteres Medienimperium niederringen, das die Welt unablässig mit der Musik von synthetischen Boy- und Girlbands beschallt. Bei Hauptdarsteller Alexander Melcher ist die Vorfreude schon groß: «Als gebürtiger Karlsruher freue ich mich ganz besonders, dass ich Galileo jetzt auch in meinem Heimatbundesland Baden-Württemberg spielen kann.»

   Der Umzug nach Stuttgart war auch der Unzufriedenheit der Produzenten mit der Stadt Köln geschuldet. Der Musical Dome, in dem das Stück gezeigt wurde, befindet sich seit 1996 zentral neben dem Kölner Hauptbahnhof. Nach Auslaufen des Nutzungsvertrages 2009 wollten SPD und Grüne im Stadtrat den zeltartigen Bau eigentlich im rechtsrheinischen «Barmer Viertel» unweit der Koelnmesse ansiedeln. Dort sahen die Produzenten aber keine Chance, genug Zuschauer für eine auch kommerziell erfolgreiche Produktion anzuziehen.

   Inzwischen haben Kölns Kommunalpolitiker umgedacht. Nun soll der Musical Dome doch bis zum Frühjahr 2011 an seinem attraktiven Standort in der City bleiben. Dort wird nach dem Weggang des Queen-Musicals ab 25. Januar 2009 das mehrfach ausgezeichnete Stück «Spamalot - Das total verrückte Musical» gezeigt werden, das sich an die Monty-Python-Mittelalter-Satire «Die Ritter der Kokosnuss» anlehnt.

   Und das wird nicht das einzige neue Musical in Köln bleiben. Ab Dezember 2009 soll das aufwendige Musical «Herr der Ringe» in einem neu gebauten Theater im Kölner Osten aufgeführt werden. Das Stück war in 14 Monaten von rund 700 000 Besuchern im Londoner Westend gesehen worden.

   Private Investoren wollen für das Grundstück und das neue Theater rund 20 Millionen Euro aufbringen. Dazu kommen noch die Kosten für die eigentliche Produktion. Damit sich die Investition rentiert, müssten jährlich rund eine halbe Million Zuschauer das «Herr der Ringe»-Musical sehen.

Markus Peters, ddp

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