Schulmusikverantwortliche aus Mannheim und Trossingen machen sich für den Erhalt aller fünf Studienstandorte stark

26.09.13 -
In einem offenen Brief an Ministerin Theresia Bauer und Ministerpräsident Winfried Kretschmann treten mit Prof. Dr. Martina Benz und Prof. Dr. Alexander J. Cvetko die Studiengangsleiter Schulmusik der Musikhochschulen Mannheim und Trossingen vehement für den Erhalt des Studiengangs Schulmusik an allen fünf baden-württembergischen Musikhochschulen ein. Unterstützt wird ihre Argumentation von 85 namentlich genannten Fachkolleginnen und -kollegen deutscher sowie internationaler Universitäten und Musikhochschulen.
26.09.2013 - Von PM, KIZ

Das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg plane, die Schulmusik ausschließlich an die „Voll“-Musikhochschulen Freiburg, Stuttgart und Karlsruhe zu verlagern. Diese Pläne seien, so das MWK „im Dialog entwickelt“ worden. Aber an diesem Dialog seien sie nicht beteiligt worden, schreiben die beiden Professoren Martina Benz und Alexander Cvetko und wenden sich daher direkt an die Landesregierung, um ihr die Gründe, die eindeutig für den Erhalt des Schulmusikstudiums an den Standorten Trossingen und Mannheim sprächen, darzulegen. So sei „jedwede Form der Schließung und Zusammenlegung eine Absage an die musikalische Kultur in einem Bundesland, das sich als Musikland einen Namen gemacht hat.“ Auch liege die große Stärke beider Standorte in der gewachsenen regionalen Vernetzung mit außerhochschulischen Chören und Orchestern sowie mit anderen Bildungs- und Kultureinrichtungen, betonen die Musikpädagogen.

Das Schulmusikstudium sei ein „besonderes Rückgrat in einer musikalischen Bildungseinrichtung“, so die Studiengangsleiter Benz und Cvetko. Eine Hochschule auf ihre künstlerische Praxis oder gar auf Schwerpunkte wie Populäre Musik, Alte Musik oder Elementare Musikpädagogik zu reduzieren, bedeute, ihr die Lebensgrundlage zu entziehen und komme einem Ende der Einrichtung gleich.

Zahlreiche individuelle Gründe und Spezifika sprächen zudem für den Erhalt der Schulmusik an der Musikhochschule Mannheim in ihrer Metropolregion bzw. an der Musikhochschule Trossingen als einzige deutsche Musikhochschule im ländlichen Raum. Gerade dort müsse eine „Vergeudung ländlicher Kapazitäten, Synergieeffekte und Chancen“ vemieden werden, da viele angehende Lehrerinnen und Lehrer in ländlichen Regionen geboren und sozialisiert seien: Ein Schulmusikstudium ausschließlich in Großstädten führe zu fatalen Folgen für den ländlichen Raum.

Die Professoren Benz und Cvetko, die ganz bewusst ihre Professuren an den Hochschulstandorten Mannheim und Trossingen angetreten haben, obgleich sie jeweils auch Rufe an andere große und alterwürdigen Universitäten erhalten haben, fordern eine „verantwortungsvolle Bildungspolitik für das gesamte Bundesland“.

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